Ein gutes Lüftungsmanagement ist für eine gute Ernte unabdingbar.                                                                  Bild: Heike Sommerkamp

 

 

 

Für den erfolgreichen Anbau im Tunnel sind termingerechtes Schließen und ein gutes Lüftungsmanagement entscheidend.

Ziel ist eine optimale Verfrühung, ohne das Infektionsrisiko für Pilze signifikant zu erhöhen.

Generell gilt aber im Zweifelsfall immer: Mehr lüften ist besser lüften.

 

 

Schließen der Tunnel

 

Unter einem geschlossenen Tunnel verstehen wir im Folgenden einen Tunnel mit aufgezogener Folie und geschlossenen Türen.

Werden die Tunnel bereits im Dezember geschlossen und die Pflanzen mit Vlies oder Folie abgedeckt, steigt die Gefahr von Infektionen an Blüten, Blatt und Blütenstielen stark an (Stockbotrytis).

Deswegen sollten – auch wenn die Folie schon ab Dezember aufgezogen wurde – die Tunnel erst ab Mitte Januar /Mitte Februar geschlossen werden.

Die notwendigen Kältestunden werden dann leichter erreicht, das Risiko durch Stürme und Schnee sinkt.

Bei Tunneln bis 50m Länge (bei Gefällelagen bis 80m Länge) kann das Öffnen der Türen als Lüftung ausreichen. Sonst muss in der Mitte zusätzlich noch ein Lüftungsfenster seitlich geöffnet werden.

Die Kulturen sollten zunächst mit feuchtigkeitsdurchlässigem Vlies abgedeckt werden.

 

 

 

Erstes Lüften

 

Nur bei gut abgetrockneten Blüten ist eine Befruchtung gesichert.                                                     Bild: Heike Sommerkamp

Durch die ersten sonnigen Tage im Frühjahr heizen sich die Tunnel bereits auf.

Grundsätzlich sollen Tunnel bis etwa 20. März geschlossen bleiben, aber es empfiehlt sich, nach Temperaturen über das Lüften zu entscheiden und nicht nach Kalender.

Bei Sonnenschein und Außentemperaturen über zehn Grad sollten die Tore gegen neun Uhr für mehrere Stunden geöffnet werden, damit die Temperaturen nicht zu sehr ansteigen.

Ab 14 oder 15 Uhr sollten sie wieder geschlossen werden, um noch warme Luft im Tunnel zu speichern.

Ab dem Schieben der Blütenstände/Blühbeginn sollte man die Vliese abnehmen und nur bei Frostgefahr wieder auflegen.

 

 

Ab Blühbeginn muss täglich gelüftet werden, damit die Blüten bis zum späten Vormittag abgetrocknet sind. Nur dann ist eine gute Befruchtung gesichert.

 

 

Wann sollte gelüftet werden?

 

Die optimalen Temperaturen für Erdbeeren im Tunnel liegen am Tag bei etwa 20 bis 22 °C und in der Nacht bei etwa 8 bis 10 °C.

Um eine gute Verfrühung zu erreichen, können Temperaturen bis etwa 28 °C bis Mitte der Blüte akzeptiert werden.

Bei höheren Temperaturen muss rechtzeitig gelüftet werden.

Bei Übersteigen der kritischen Temperaturen erfolgt die Lüftung zunächst über die Türen und kann später zusätzlich über die Seiten verstärkt werden.

 

 

Wie viel sollte gelüftet werden?

 

Die Lüftungsintensität richtet sich nach der Sonneneinstrahlung.

Bei starker Sonneneinstrahlung lüftet man zunächst bei noch geschlossenem Vlies morgens und schließt abends wieder.

Bei sehr langen Tunneln muss zusätzlich in der Tunnelmitte die Folie rechts und links tagsüber hochgeschoben bzw. eine Seitenlüftung geöffnet werden.

Empfohlen wird, an jedem achten bis zehnten Bogen zu lüften, bis man zunächst die windabgekehrte Seite vollständig geöffnet hat. Bei starker Erwärmung sollten beide Seiten gelüftet werden.

Ab Erntebeginn bei Nachttemperaturen von mehr als 6 °C bleiben die Tunnel auch nachts gelüftet. Dadurch verliert man zwar geringfügig an Frühzeitigkeit, aber die Früchte bleiben stabiler und schmecken auch besser.

 

 

 

Warum überhaupt Lüften?

 

Bei allen Verfrühungsverfahren ist der Krankheitsdruck durch höhere Temperaturen und mehr Luftfeuchte im Vergleich zum nichtverfrühten Anbau stärker.

Für Krankheiten wie Gnomonia-Fruchtfäule oder Botrytis werden ideale Bedingungen geschaffen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit im Tunnel steigt das Risiko einer Pilzinfektion.

Durch Taubildung sind die Bedingungen für Mehltauinfektionen ebenfalls günstig.

Um Infektionen im Tunnel sicher zu vermeiden, muss zusätzlich zur Behandlung mit Fungiziden das Augenmerk auf möglichst trockene Bestände gelegt werden. Darum ist ein gutes Lüftungsmanagement unbedingt erforderlich.

Wird vergessen, bei Sonnenschein rechtzeitig zu lüften und steigen die Temperaturen über 28° C im Tunnel, so kann es zu Ertrags- und Qualitätseinbußen kommen.

 

 

 

 

 

 

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