Wechselwirkungen zwischen Landnutzung und Klimawandel werden in der neuen Publikation untersucht.

 

 

Wenn Deutschland bei seiner Landnutzung stärker auf Klimaschutz sowie Umwelt- und Naturschutz setzen würde, könnte dies zu einem gesellschaftlichen Nutzen von bis zu sechs Milliarden Euro pro Jahr führen.

Neben verringerten Treibhausgasemissionen würde das Land von einer erhöhten Biodiversität, einer Verminderung von Schadstoffeinträgen in Grund- und Oberflächengewässer sowie einem vielfältigeren Landschaftsbild und dadurch einem erhöhten Erholungsnutzen für die Menschen profitieren, wie nun eine neue Publikation zeigt.

 

Ökonomische Auswirkungen

 

In dem Forschungsprojekt „Wechselwirkungen zwischen Landnutzung und Klimawandel – Strategien für ein nachhaltiges Landmanagement in Deutschland“ hat das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) die ökonomischen Wirkungen verschiedener Szenarien für die Land- und Forstwirtschaft sowie Siedlungs- und Verkehrsflächenentwicklung untersucht.

In die Analysen einbezogen wurden Herausforderungen und Ansprüche von Klimaschutz, Bioenergie, Umwelt- und Naturschutz bis hin zur Anpassung an den Klimawandel. Eine der zentralen Fragen war: Wie können durch die Landnutzung in Deutschland Treibhausgasemissionen gesenkt werden?

Dieser Frage sind Wissenschaftler in dem mehrjährigen Verbundprojekt CC-LandStraD nachgegangen, das vom Thünen-Institut für Ländliche Räume koordiniert wurde.

Erklärtes Ziel dieses inter- und transdisziplinären Projekts war es, Strategien für eine nachhaltige Landnutzung im Zeichen des Klimawandels zu entwickeln und deren Folgen abzuschätzen.

Die Ergebnisse sind nun in einer Gesamtschau in dem Fachbuch „Wechselwirkungen zwischen Landnutzung und Klimawandel“ veröffentlicht.

 

 

Wechselwirkungen zwischen Landnutzung und Klimawandel

 

In dem Buch werden erstmals übergreifend für die drei großen Sektoren Landwirtschaft, Forstwirtschaft sowie Siedlung und Verkehr die Entwicklungen der Landnutzung bis 2030 aufgezeigt und die Wechselwirkungen zwischen Landnutzung und Klimawandel analysiert.

Im Dialog mit Akteuren werden vier Landnutzungsstrategien entwickelt, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen: Klimaschutz, Bioenergie, Natur- und Umweltschutz sowie Klimaanpassung. Sie zeigen, wie sich einerseits Treibhausgasemissionen reduzieren lassen und andererseits Land- und Forstwirtschaft an den Klimawandel anpassen können.

Die möglichen Auswirkungen dieser Landnutzungsstrategien auf Nahrungs- und Rohstoffproduktion, auf die Bioenergieerzeugung, auf Umwelt und Natur sowie auf sozio-ökonomische Kenngrößen werden modellgestützt analysiert.

Mögliche regionalspezifische Hemmnisse bei der Umsetzung wurden in den Fokusregionen Altmark (Sachsen-Anhalt) sowie dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Rheinisch-Bergischen Kreis (Nordrhein-Westfalen) untersucht.

 

 

 

Wiedervernässung von Moorböden

 

Die Autoren zeigen Möglichkeiten auf, mit denen die Landnutzung in Deutschland zum Klimaschutz beitragen kann; sie stellen aber auch die Konflikte dar, die mit anderen gesellschaftlichen Zielen einhergehen.

So ist etwa eine der langfristig vielversprechendsten Maßnahmen, im Landwirtschaftssektor Treibhausgase zu reduzieren, die Wiedervernässung von Moorböden. Dadurch lässt sich auf einer sehr begrenzten Fläche eine hohe Klimaschutzwirksamkeit erreichen.

Allerdings ist dann eine landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt als extensives Grünland und für Paludikulturen möglich, was gravierende wirtschaftliche Auswirkungen auf die betroffenen Landwirte und Bodeneigentümer hat.

Um Nutzungskonflikte darzustellen, einzuordnen und zu bewerten, werden in dem Buch verschiedene, auch nicht-marktfähige Ökosystemdienstleistungen der Landnutzung betrachtet, zum Beispiel die Erholungsfunktion von Landschaft.

 

 

Das Buch

 

Das Buch „Wechselwirkungen zwischen Landnutzung und Klimawandel“, herausgeben von den Projektkoordinatoren Horst Gömann und Johanna Fick, liefert eine Grundlage für die Debatte um eine klimawandeloptimierte Landnutzung in Deutschland.

Es ist als E-Book frei zum Download verfügbar und auch als Printausgabe im Springer Verlag erhältlich.

Zum Download:
https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-18671-5

 

 

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