Insgesamt verzeichnet die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) einen Rückgang der Arbeits- und Wegeunfälle für das Berichtsjahr 2021. Die Zahl der tödlichen Unfälle ist jedoch um rund zehn Prozent gestiegen.

Das geht aus der Unfallstatistik der SVLFG hervor. So ereigneten sich in 2021 insgesamt 61.578 meldepflichtige Unfälle (2020: 64.060). Angestiegen ist dagegen die Zahl der Unfalltoten von 113 in 2020 auf 125 im Berichtsjahr.

 

Garten- und Landschaftsbau weiter Rang 2

 

Trotz eines erfreulichen Rückgangs der Unfallzahlen auf 12.957 (2020: 13.404) nimmt der GaLaBau nach wie vor Rang zwei der SVLFG-Unfallstatistik ein. Zwei Personen verstarben 2021 im GaLaBau aufgrund eines Arbeitsunfalls (2020: acht). 

Die Analyse der schweren Unfälle ergab, dass der Beratungsfokus der SVLFG-Präventionsfachleute auch künftig auf das sichere Arbeiten mit Erdbaumaschinen, auf das Fahren und Rangieren mit Fahrzeuggespannen und auf Baumfällungs- und Entastungsmaßnahmen gelegt werden muss.

Die Unfallentwicklung im Gartenbau und bei den Landschaftspflegemaßnahmen folgt dem allgemeinen Trend in der Grünen Branche. Im Vergleich von 2020 zu 2021 ist die Zahl aller meldepflichtigen Unfälle bei der SVLFG von 64.060 auf 61.578 zurückgegangen, die der tödlichen Unfälle von 125 auf 113. Meldepflichtig sind Unfälle, die eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen verursachen sowie tödliche Unfälle.

 

 

Nach wie vor hohes Unfallrisiko

 

Obwohl die Anzahl der verunglückten Personen im Gartenbau und bei der Landschaftspflege im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 447 gesunken ist, nimmt dieser Bereich nach wie vor Rang zwei der SVLFG-Unfallstatistik ein.

Etwa jedes fünftes Unfallopfer (21 Prozent) war zum Unfallzeitpunkt im Gartenbau oder mit Landschaftspflegemaßnahmen beschäftigt.

Die SVLFG führt diesen hohen Anteil am Gesamtunfallgeschehen unter anderem darauf zurück, dass die betroffenen Personen sehr häufig auf Baustellen arbeiteten. Die Tätigkeiten auf Baustellen weisen naturgemäß ein höheres Unfallrisiko auf.

 

 

Vorsicht Schadholz

 

 

Bei Baumpflegearbeiten einschließlich der Schnittgutverarbeitung ereigneten sich im Berichtsjahr 1.463 Arbeitsunfälle (2020: 1.566). Bei Baumfällungen und der Holzaufarbeitung einschließlich des Transports verunglückten 563 Personen (2020: 622).

Mit 1.850 Unfällen zählt der Strauch- und Heckenschnitt einschließlich der Schnittgutverarbeitung ebenfalls zu den risikoreichen Tätigkeiten innerhalb des Bereichs Gartenbau und Landschaftspflegemaßnahmen (2020: 1.864).

 

 

Stürzen, stolpern, ausrutschen

 

 

1.684 Menschen verletzten sich, weil sie gestolpert oder ausgerutscht sind (2020: 1.791). Alleine an Böschungen und an Hängen verunglückten in diesem Zusammenhang 274 Personen (2020: 275). 255 Menschen stürzten von Anlegeleitern (2020: 230).

 

 

Gefährliche Maschinen

 

Die fünf unfallträchtigsten Maschinen und Geräte im Gartenbau und Landschaftspflegemaßnahmen waren im Berichtsjahr:

  • Heckenscheren: 769 meldepflichtige Arbeitsunfälle (2020: 695)
  • Handsägen: 297 meldepflichtige Arbeitsunfälle (2020: 296)
  • Motorsägen: 241 meldepflichtige Arbeitsunfälle (2020: 289)
  • Trennschleifer: 221 meldepflichtige Arbeitsunfälle (2020: 232)
  • Bagger: 220 meldepflichtige Arbeitsunfälle (2020: 231)

 

Außerdem verletzten sich 556 Personen an Ästen (2020: 650) und weitere 415 an Dornen und Stacheln (2020: 496) so schwer, dass ihr Unfall der SVLFG gemeldet werden musste.

Bei den Verletzungen durch Handsägen fällt auf, dass Baumpflege- und Entastungssägen (Japansägen) besonders schwere Handverletzungen verursacht haben.

 

 

Schwere und schwerste Unfälle

 

Richtet man den Fokus auf die schweren und schwersten Arbeitsunfälle, zeigt sich, dass Tätigkeiten mit Erdbaumaschinen, Fahrzeuggespannen sowie bei Baumfäll- und Entastungsaktionen besonders riskant sind.

 

 

Berufskrankheiten – Hautkrebs und Lärmschwerhörigkeit besonders häufig

 

 

Für 2021 weist die SVLFG-Statistik insgesamt 4.615 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit aus (2020: 4.666). An der Spitze der Berufskrankheiten-Statistik rangieren nach wie vor Hauterkrankungen. Insgesamt wurden der SVLFG 2.494 Anzeigen auf Verdacht einer Hautkrankheit angezeigt (2020: 2.552). Weißer Hautkrebs (Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut) durch natürliche UV-Strahlung, ist die mit Abstand am häufigsten gemeldete Hauterkrankung.

Wie auch in den Vorjahren erkranken sehr viele Versicherte an Lärmschwerhörigkeit. Im Berichtsjahr wurden der SVLFG 489 Fälle angezeigt (2020: 581).

 

 

 

Rückgang der neuen Unfallrenten

 

 

Die Zahl der neu bewilligten Unfallrenten hat sich im Vergleich zum Jahr 2020 leicht verändert. Sie lag 2021 bei 1.395 (2020: 1.384). Der Rückgang bei den Unfallrenten zeigt, dass die Zahl der schweren Unfälle mit langfristigen Folgen rückläufig ist.

 

 

 

Weitere Informationen

 

Der aktuelle Präventionsbericht der SVLFG mit den statistischen Auswertungen und weiteren Informationen rund um Sicherheit und Gesundheitsschutz in den grünen Berufen kann unter www.svlfg.de/svlfg-kompakt-in-zahlen eingesehen und kostenlos heruntergeladen werden.

 

Quelle: SVLFG

 

 

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