In ganz Deutschland stehen die Erdbeerpflanzen gut da. Nach einem durchschnittlich milden Winter und Stürmen haben die Kulturen bisher die Spätfröste dank der Folientunnel, Vliesabdeckungen und der Frostschutzbewässerung im Freiland gut überstanden.

Während die Ernte in Süddeutschland nach und nach in den Hochtunneln startet, setzt sie in den kühleren Regionen Deutschlands etwas später ein (siehe Tabelle).

 

 

Region

Zeitraum

Norddeutschland

Anfang Mai (KW 18)

Ostdeutschland

Anfang/Mitte Mai (KW 18/19)

Westdeutschland

Ende April (KW 17)

Südwestdeutschland

Mitte/Ende April (KW 16)

 

 

„Die Frostschutzmaßnahmen sind durch den sehr engagierten Einsatz der Anbauer gut verlaufen, die Schäden sind bisher gering ausgefallen. Wir werden ausreichend Erntehelfer für die Erdbeerernte haben und freuen uns auf einen guten Start in die Saison mit vollem Genuss heimischer Erdbeeren. Erdbeerfans können sie nun auch ohne Corona-Einschränkungen in den Hof-Cafés genießen“, erklärt Simon Schumacher, Vorstandssprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. (VSSE).

 

 

 

Gute Startbedingungen für die Erdbeersaison in ganz Deutschland

 

 

„Die Stürme haben den Anbauern das Leben schwer gemacht. Wegen dieser und der Spätfröste mussten sie großen Einsatz leisten. In den verfrühten Freilandbeständen gab es auf sehr geringer Fläche Frostschäden. Da das Wetter im März sehr wechselhaft war, sind die Erdbeerpflanzenbestände sehr uneinheitlich. Der Erntebeginn wird früh um den 20. April sein“, erklärt Katrin Hetebrügge, Erdbeeranbauberaterin in Südhessen.

„Zugedeckt sind die Erdbeerpflanzen in den Tunneln gut durch die kalten Nächte gekommen. Die kühleren und dunkleren Tage haben das Wachstum zwar etwas ausgebremst, aber wir haben keinen Zeitverzug dadurch. Ab dem 20./22. April rechnen wir mit der Erdbeerernte“, resümiert Christof Steegmüller, Erdbeeranbauberater in Baden-Württemberg und in der Pfalz.

Für Westdeutschland hat Erdbeeranbauberater Ludger Linnemannstöns aus Nordrhein-Westfalen folgende Prognose: „Wir werden in Nordrhein-Westfalen in der letzten Aprilwoche mit der Erdbeerernte in den Hochtunneln beginnen können. In der ersten Maiwoche wird dann die richtige Marktbelieferung stattfinden. Im Freiland stehen die Erdbeerpflanzen kurz vor der Blüte. Hier rechnen wir in der letzten Maiwoche mit dem Erntebeginn.“

Aus Norddeutschland Erdbeeranbauberater berichtet Tilman Keller: „Die Erdbeerpflanzen zeigen keine sichtbaren Schäden. Auch gab es keine Ausfälle durch die Fröste. Durch den März mit viel Sonnenschein konnte man gute Verfrühungseffekte erzielen. Die zeitliche Spreizung zwischen den frühen, mittleren und späten Erdbeerkulturen ist gut. Augenblicklich gibt es zwischen dem Süden und den Norden die typischen Vegetationsunterschiede, d.h. die Ernte wird in Norddeutschland zwei bis drei Wochen später beginnen.“

Dank des geschützten Anbaus können  Kunden von April bis Juli in der heimischen Hauptsaison Erdbeeren genießen.

 

 

 

Gute Nachfrage nach heimischen Erdbeeren erwartet

 

 

Das Marktvolumen für Erdbeeren in Deutschland ist laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) in der Pandemiezeit um 9 Prozent auf 253 000 Tonnen gesunken. Dabei ist die Inlandsproduktion von rund 152 000 Tonnen (2020) auf rund 131 000 Tonnen in 2021 gesunken.

Die Netto-Importe (Erdbeer-Importe abzüglich der Erdbeer-Exporte) sind von 126 000 auf 122 000 Tonnen gesunken, was z. B. an der Schlechtwetterphase in Südeuropa lag. Damit ist der Selbstversorgungsgrad bei Erdbeeren, d. h. Erdbeeren die in Deutschland produziert und verzehrt werden, von 55 auf 57 Prozent gestiegen.

Die Saisonalität konnte bei Erdbeeren erhalten werden: 79 Prozent der Haushalte kauften 2021 Erdbeeren in der Hauptsaison von April bis Juli. 2021 hat ein Haushalt durchschnittlich 4,2 kg Erdbeeren gekauft, das ist eine 3/4 gefüllte 500g-Erdbeerschale (knapp 9 Prozent) weniger als im Jahr zuvor.

Dies ist vor allem auf den verregneten Sommer mit abruptem Ende der Hauptsaison zurückzuführen. Durch den Anstieg der Produktionskosten sind 2022 auch bei den Erdbeeren etwas höhere Preise zu erwarten.

 

 

 

 

 

Rückblick auf die Saison 2021

 

Laut dem Statistischen Bundesamt fiel die Erdbeerernte 2021 in Deutschland mit 130 630 Tonnen um 14 Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Das lag zum einen am Rückgang der Ertragsfläche im Freiland um rund 5 Prozent auf 10 643 Hektar, zum anderen, und das vor allem, an dem kühlen, verregneten Sommer, der manche Anbauer zum vorzeitigen Ende der Erdbeerernte im Freiland zwang.

Entgegen dem Trend stiegt die die Anzahl der Betriebe, die Erdbeeren anbauen, um knapp 2,5 Prozent auf 2 000 Betriebe, wieder an. Dies ist aber nur auf das besondere Coronajahr 2020 zurückzuführen, in dem weniger Anbauer Erdbeeren anbauten.

Der geschützte Anbau um gut 11 Prozent (188 Hektar) auf 1 857 Hektar, konnte den Rückgang der Ertragsfläche im Freiland um 546 Hektar nicht ausgleichen.

 

Quelle: Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V.

 

 

 

 

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