Am Rande der expoSE luden Regierungspräsidium und Landratsamt Karlsruhe zum 29. Spargeltag in den Konferenzbereich des Messezentrums ein.

 

 

„Wenn du Stickstoff überdüngst, hast du ein Problem“

Dr. Ludger Aldenhoff zum Vorteil einer angepassten N-Düngung

Dr. Ludger Aldenhoff     Foto: Sommerkamp

Dr. Ludger Aldenhoff             Foto: Sommerkamp

Eine ganze Reihe von Versuchen unternahm Dr. Ludger Aldenhoff (Beratungsdienst Spargel und Erdbeeren e.V. Hassloch) in den letzten zehn Jahren im Spargel:
„Ich wollte sehen, was da passiert, wenn man zu viel düngt“.

Sein Kernfazit:
Zu hohe N-Gaben fördern die Aufblühneigung.
„Brauchen wir nicht mehr zu diskutieren, ist so.“
Denn drei unterschiedliche Versuchsaufbauten erbrachten dies als übereinstimmendes Ergebnis.

Weitere Feststellungen:
N-Mangel beschleunigt die Abreife und beeinträchtigt das Laubwachstum.

Herbizidgaben haben dagegen „keinsterlei Einfluss“.
Allein eine Spectrum-Gabe direkt auf die Wurzeln führte zu Wachstumsdepressionen.

Frühwarnung zum Wurzelwachstum:
Stickstoff wird von den Spargelpflanzen aufgenommen und gespeichert, besonders im Wurzelbereich, erklärte Aldenhoff.
Ergeben Messungen trotz moderater Stickstoffgabe hohe N-Mengen, sieht Aldenhoff dies inzwischen als „eine Art Frühwarnsystem“: Es deutet auf geringe Wurzelbildung der Spargelpflanzen hin.

 

Und welchen N-Wert sollten Anbauer nach Aldenhoffs Erfahrung im Spargel anstreben?
„1,5 passt, da ist genügend Puffer drin“.
Denn während Unterdüngung extrem selten ist, passiert Überdüngung lt. Aldenhoff häufiger.

 

 

Werbewirksam: Maßnahmen zur Biodiversität

Sabine Zarnik, landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenburg

 Sabine Zarnik, Foto: Sommerkamp

Sabine Zarnik                          Foto: Sommerkamp

Die Steigerung der Biodiversität kann laut Sabine Zarnik im Spargelanbau sinnvoll sein.

Naturschutzfachlich sinnvolle Maßnahmen in folgenden Bereichen führen zu mehr Biodiversität:
– Boden- und Erosionsschutz
– Wasserschutz
– Klimaschutz
– Förderung der Flora und Fauna

Gerade Betriebe mit Direktvermarktung sollten darüber nachdenken, denn ein wichtiger Effekt dieser Maßnahmen liegt in Werbung und Kundenbindung, erläuterte Zarnik.

Blühmischungen zum Beispiel, am Feldrand ausgebracht, mit einem ansprechenden Info-Schild versehen und womöglich noch nahe der Hofzufahrt gelegen – „ein toller Werbeeffekt!“

Die Begrünung sollte möglichst mit mehrjährigen Blühmischungen, die Aussaat zur besseren Etablierung besser im Herbst als im Frühjahr erfolgen, empfahl sie anhand eigener Erfahrungen.
Zu bedenken sei allerdings der Unkrautdruck auf benachbarte Nutzflächen.

Speziell für Spargelanlagen schlug sie Herbstbegrünung der Gassen vor: zur Aktivierung des Bodenlebens, für bessere Versickerung und weniger Erosion.


Ist eine erhöhte Beikraut-Toleranz sinnvoll?

Dies muss jeder Anbaubetrieb für sich entscheiden:
Zwar führt erhöhte Beikraut-Toleranz zu erhöhter Biodiversität, zu weniger PSM-Verbrauch und zu einem breiteren Blütenangebot für Biene & Co.
Andererseits sind durch den höheren Unkrautdruck Ertragseinbußen im Spargel möglich.
Und während der eine die verkrauteten Felder als umweltfreundlich empfindet, findet der andere sie einfach nur ungepflegt.


Und flächenungebundene Maßnahmen wie Nistkästen oder Trockenmauern?

Hier regte Zarnik besonders ein werbewirksames, gut beschildertes Bienenhotel nahe des Hofladens an.

Denn die Mehrarbeit und die Kosten, für alle diese Maßnahmen rechnen sich laut Zarnik vor allem dank der Werbewirkung:
Wenn der Landwirt in der Verbraucherwahrnehmung nicht nur mit Regionalen Produkten, sondern als Förderer der Biodiversität punkten kann.

Daher empfahl sie für alle Biodiversitäts-Maßahmen begleitende Info-Tafeln, dazu womöglich auch Aktionen wie Info-Wanderungen oder Hoffeste – um die gute Tat werbewirksam an den Endverbraucher zu bringen.

 

N-Düngebedarfsermittlung jetzt auch online möglich

Dr. Karin Rather referierte zu Düngung BW

Dr. Karin Rather     Foto: Sommerkamp

Dr. Karin Rather        Foto: Sommerkamp

„Düngung BW ist eine Düngeempfehlung zum Download“, erklärte sie.
Ziel sei die Ermittlung der standortspezifischen N-Obergrenze nach Düngeverordnung.

Schritt für Schritt ging sie mit den Spargeltagbesuchern die Seiten des Online-Rechners durch und zeigte Feld für Feld auf, welche Einträge für ein aussagefähiges Resultat notwendig sind.

Hier geht’s zu ihrer Nutzungs-Anleitung

Hier geht’s direkt zur N-Düngebedarfsermittlung von Düngung BW

 

 

Die Praxis der Mykorrhizierung in Norditalien…

…war Thema des Vortrags von Federico Nadaletto.

Machen Mykorrhizapilzgaben Spargelpflanzen robuster gegen Fusarien?
Mit dieser Frage beschäftigt sich die OPO Veneto SCA (Zero Blanco, Italien) seit Anfang der 2000er Jahre.
Nach ihren Versuchsergebnissen sind behandelte Spargelpflanzen im Versuch widerstandsfähiger – und dazu besser entwickelt und mit besseren Ernteergebnissen.

Hier geht’s zu den ausführlichen Vortragsunterlagen

 

 

unterschiedliche Bodenanalysen und Düngesysteme…

…verglich Dr. Dominik Christophel vom Geobüro Beratung-Bodenmanagement in Velberg.

Hier geht’s zu den ausführlichen Vortragsunterlagen

 

 

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