Unter anderem war die Zwischenreihenbegrünung im Spargelanbau Thema des Seminars. Bild: Carsten Wenke

 

 

Auf ein großes Interesse ist das erste online Seminar zum Thema Spargelanbau der Vereinigung der Spargel- und Beerenobstanbauer e.V. gestoßen.

Fast 90 interessierte Betriebe wurden von den Fachberatern im Spargelanbau rund um die Themen: Anlagen von Zwischenreihenbegrünungen, Frühzeitigkeit von Spargelsorten, Grenzen und Möglichkeiten der Doppelreihensysteme und die Kostenkalkulation im Spargelanbau informiert.

 

 

Aktuelle Versuche im Spargelanbau

 

 

Zunächst stellte Nils Kraushaar, Spargelanbauberater der LWK Niedersachsen, die aktuellen Versuchsergebnisse zu den Versuchen der Doppelreihe und der Frühzeitigkeit von Spargelsorten vor.

Erste Ergebnisse zu den Versuchen der Doppelreihe in einem 2m Reihenabstandssystem lassen die Schlussfolgerung zu, dass diese intensiven Systeme bisher nicht in der Lage sind betriebswirtschaftlich relevante Mehrerträge pro Hektar zu erzielen. Eine genaue betriebswirtschaftliche Betrachtung soll in den kommenden Versuchsjahren und weiteren Daten erfolgen.

Der Direktvergleich verschiedener Frühsorten lässt seit Beginn der Versuchsanlage im Jahr 2017 (EPT Anlage 1. Beerntung 2019) den Schluss zu, dass sich die Frühzeitigkeit der Sorten in kalten Jahren eher angleicht und in deutlich wärmeren Jahren weiter auseinanderzieht. In diesem Versuch werden die Sorten Gijnlim, Frühlim, Cumulus, Prius und Ramires betrachtet.

 

 

Zwischenreihenbegrünung – so wird’s gemacht

 

 

Carsten Wenke, Spargelanbauberater der LWK Nordrhein-Westfalen, gab einen Überblick über seine langjährigen Erfahrungen, Beobachtungen und Messungen im Bereich der Zwischenreihenbegrünung im Spargelanbau. Detailreich und mit genauen Hinweisen z.B. auf die Möglichkeiten einer kombinierten Herbizidstrategie im Vorauflauf mit reduzierten Aufwandmengen, wurde dargestellt, wie eine erfolgreiche Ansaat gelingen kann und welche positiven Effekte damit auf den Spargel zu erzielen sind. Diese sind nicht nur im Pflanzenbau und Pflanzenschutz zu finden, sondern auch im Bereich des Umweltschutzes und als Imagegewinn für die Betreibe zu sehen.

Die Möglichkeiten einer Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, die Optimierung der Bodenstruktur und die Nährstoffausnutzung wurden ebenso deutlich, wie die positiven Effekte auf das Erscheinungsbild von Spargelflächen in der Öffentlichkeit.

Weitere Effekte auf die Bodentemperatur in tieferen Schichten konnte Carsten Wenke zudem beobachten. Bei einer gut gewachsenen und gut eingearbeiteten Zwischenreihenbegrünung wurden gerade in tieferen Bodentiefen von 20 und 40cm tendenziell leicht höhere Werte gemessen. Diese Bereiche liegen zwar lediglich zwischen 0,4 und knapp einem Grad Celsius, konnten sich aber in nahezu fast allen Messungen bestätigen.

 

 

Bleibt am Ende noch was übrig – Keine Kalkulation -keine Zukunft!

 

 

Ralf Große Dankbar, Berater für Spargelanbau der LWK Nordrhein-Westfalen, zeigte am Beispiel der praktischen Anwendung der Wolbecker Spargelkalkulation (www.wollsparkuh.de), die Auswirkungen unterschiedlicher Faktoren auf die Kosten des Kilopreises im Spargel. Deutlich wurde, dass bei der betriebswirtschaftlichen Betrachtung viele Fragen aufkommen werden: Welche meiner Flächen rechnen sich? Welches Verfrühungs- und Verspätungsmanagement passt zu meiner Vermarktung? Wie wirken sich Lohnerhöhungen aus? Was bedeuten unter anderem steigende Energie- und Materialkosten für meinen Kilopreis?

Dabei wurde deutlich, dass die Gestehungskosten von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich sind. Wo diese im Durchschnitt liegen, konnte und wollte Ralf Große Dankbar nicht preisgeben: “Wenn ich hier eine Zahl präsentiere, dann werden diese Kosten angenommen, spiegeln aber sicher nicht die tatsächliche Kostenstruktur des eigenen Betriebes wieder.

Ein ganz klarer Appell an alle Spargelerzeuger: Kalkulieren Sie ihren eigenen Betrieb strukturiert durch. Nur so können Sie ihren Verkaufspreis festlegen und der sollte deutlich über den Kosten für die Erzeugung und Vermarktung des Produktes sein“ mahnte Große Dankbar. Da die Lohnkosten die Gesamtkosten sehr stark beeinflussen, wird der Druck auf der Kostenseite in Zukunft bzw. schon jetzt, deutlich steigen.

 

Auch Fred Eickhorst der Geschäftsführer der Spargel- und Beerenanbauer e.V. stellte in der anschließenden Diskussion klar: „Die Produktion eines Kilos Spargel kostet mittlerweile in einer Vollkostenrechnung zwischen 5,00€ und 6,50€.“ Dies sei zum wesentlichen Teil auf die allgemeine Steigerung der Betriebs- und der Lohnkosten in den Betrieben zurück zu führen.

 

Quelle: Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer e.V. 

 

 

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