Der “Sparter” im Einsatz.                                                                                                                                                                                    Bild: Cerescon

 

 

Gute Saisonarbeiter sind immer schwieriger zu finden.

Damit der Spargel nicht auf Dauer im Boden stecken bleibt, entwickeln verschiedene Unternehmen automatisierte Erntehelfer.

Zwei niederländische Firmen schicken sich derzeit an, mit ihren Spargelernte-Robotern den Markt zu erobern.

 

 

 

Selektiver Spargelernte-Roboter „Sparter“ der Firma Cerescon

 

Das Hightech-Start-up Cerescon der Brüder Marc und Ad Vermeer hat mit dem “Sparter” einen automatischen Spargelernter kreiert, der bereits den begehrten Innovationsaward „Best of 2017“ erhielt.

2019 geht der Sparter passend zur Saison 2020 mit 6 Maschinen in Produktion, 2020 soll die Produktion auf 12 Stück, und ab 2021 jährlich auf 60 oder 70 Maschinen gesteigert werden.

In den Niederlanden kann ein Kauf mit bis zu 40 % der Summe vom Staat subventioniert werden, aber auch in Deutschland hat die Firma Cerescon nach eigenen Angaben bereits 80 Interessenten auf der Warteliste.

Auf der expoSE 2018 zeigte die niederländische Firma nun erstmals ihre dreireihige Version, die ab Ende 2019 bestellt werden kann.

 

 

Funktion

 

Durch die unterschiedliche Leitfähigkeit von Spargel und Erde erkennt der Roboter das Gemüse und dessen Reifegrad in der Erde.

 

Metallstäbe streichen über den Spargeldamm. Bild: Cerescon

 

Nach dem Anheben der Folie streicht eine Reihe leichter Metallstäbe von oben über den Spargeldamm.

In die Stäbe eingebaute Wassersensoren orten die im Boden wachsenden Spargelstangen.

 

 

 

 

 

 

Mit metallenen Käfigen greift der Sparter die Stangen. Bild: Kerstin Panhorst

Deren Position wird an den nachfolgenden Schnittroboter weitergegeben, der senkrecht in den Spargeldamm fährt und die Stange abschneidet.

 

Dann schließt die Maschine das entstandene Loch und legt die Folie wieder auf den Damm nieder.

 

 

 

 

 

Die Maschine funktioniert allerdings nur auf Sanddämmen von mindestens 40 cm bei einer Spargellänge von ca. 22 cm, da der Schnittroboter ca. 5 cm von der Wurzel entfernt bleibt.

 

Zudem muss das Unkraut im Sanddamm durchgefräst werden, da sonst die Taster die Spargelstangen nicht einwandfrei erkennen können.

 

 

 

Vorteile

 

In einem einzigen Durchgang kann die Maschine den gesamten reifen Spargel ernten, für den bisher 60 bis 75 Arbeitskräfte drei Tage hintereinander eingesetzt werden mussten.

Auf der expoSE 2018 stellte Cerescon erstmals die 3-reihige Variante vor. Bild: Kerstin Panhorst

Ungefähr einen Hektar schafft die Maschine in der dreireihigen Ausführung in der Stunde.

Der Vorteil liegt nicht nur in der Personaleinsparung: Bereits Tage bevor der Spargelkopf die Oberfläche erreichen würde, ist eine schonende Ernte möglich.

 

Dies steigert die Qualität und ermöglicht verlängerte Ernteintervalle.

 

 

 

 

 

 

Kosten

 

Heute ist der selektive Spargelernte-Roboter in einer 1-, einer 2- und einer 3-reihigen Ausführung mit einem Erntevolumen von 17 bis 50 Hektar erhältlich.

Cerescon bietet eine einreihige Variante für 350.000 Euro, eine zweireihige für 525.000 € sowie eine dreireihige Variante für 700.000 € an.

 

 

Zukünftige Entwicklung

 

Ad Vermeer, Technischer Direktor der Cerescon B.V. und Geschäftsführerin Thérèse van Vinken stellten auf der expoSE 2018 die dreireihige Version ihrer Spargelerntemaschine vor.                   Bild: Kerstin Panhorst

Momentan besteht noch das Problem, dass, wenn zwei Stangen zu nah nebeneinanderstehen (etwa 1 cm), die Erkennung diese als einen Spargel ansieht und zumeist eine der beiden Stangen beschädigt.

„Aber auch beim Stechen von Hand tritt ein Schaden auf. Cerescon wird diese Auflösung auch in Zukunft weiter verbessern”, sagt Geschäftsführerin Thérèse van Vinken. Auch krummgewachsener Spargel soll noch besser erfasst werden können.

Minitunnel müssen vor dem Einsatz abgenommen werden. Mit Folienabdeckungen kann der Spargelernteroboter aber bereits arbeiten. Ein Selbstfahrer für Mini-Tunnel ist derzeit in der Entwicklung.

Vergleichsversuche zwischen maschineller und manueller Ernte sowie Langzeitversuche mit der Universität Wageningen werden derzeit durchgeführt.

 

 

 

 

 

https://www.cerescon.com/NL/home

 

 

 

 

 

 

Autonomer Ernteroboter von AVL Motion

 

Die Firma AVL Motion aus Westerbeek kündigte im April dieses Jahrs ihre autonome Erntemaschine für Spargel an. Der Ernteroboter soll 2019 ebenfalls für den kommerziellen Einsatz startklar sein.

 

 

Funktion

 

Der Ernteroboter soll völlig selbstständig funktionieren, bei der genauen Funktionsweise hält sich das Unternehmen bisher bedeckt.

Die Maschine folgt mit konstanter Geschwindigkeit dem Spargelbeet. Vorne befindet sich ein Mechanismus zum Abheben der Abdeckfolie.

Die Maschine detektiert den Spargel und schneidet ihn mithilfe des patentierten Erntemoduls auf die richtige Länge ab. Danach holt die Maschine den Spargel äußerst vorsichtig aus der Erde.

Der Spargel soll im so genannten Masterframe geerntet werden. Hier wird der Spargel auf die richtige Länge geschnitten, ohne dass der Spargel in der dichten Umgebung beschädigt wird.

Der Ernteroboter soll 2019 auf den Markt kommen.                Bild AvL Motion

Der Spargel wird dann mit “mechanischen Fingern” aus dem Spargelbett entfernt und zu einer Sammelstation am Ende der Maschine geführt.

Der Roboter soll eine Erntekapazität von 15 Spargel pro laufendem Meter erreichen.

Mit einem Nachbearbeitungssystem soll der Sanddamm in seinem ursprünglichen Zustand wieder hergestellt werden, um das Bett während der gesamten Erntesaison in einem optimalen Zustand zu halten.

Das Antriebssystem zielt auf eine Fahrgeschwindigkeit von 1 m/s ab und ist selbstfahrend.

 

 

 

 

Vorteile

 

Eine Erntehandlung soll nur einen Bruchteil der Zeit eines traditionellen Stechens dauern. Nach der Ernte soll der Roboter für die Bodenreparatur sorgen, so dass der Damm die ganze Saison in Ordnung bleibt.

Dank einer exakten Erntetechnik soll nur der Spargel aus dem Bett entnommen und nahezu kein Sand mehr aufgeworfen werden. Auf diese Weise behält das Bett seinen homogenen Aufbau.

Ein Wiederaufbau des Bettes ist demnach nicht nach jedem Erntevorgang erforderlich. 

Der Pflug auf der Rückseite, der für diesen Wiederaufbau verantwortlich ist, kann mittels eines einfachen Schnellwechselsystems durch ein Sammelmodul mit einem Ladevolumen von etwa 500 Kilo Spargel ersetzt werden.

Der Pflug lässt sich mit einem einfachen Handgriff wieder zurücksetzen, wenn sich, nach durchschnittlich zwei Wochen, eine Reparatur des Bettes wieder als notwendig erweisen sollte.

Der Bodendruck ist minimal, weil die Erntemaschine mit Gleisketten versehen ist.

Geplant ist, mit einer Kapazität von fünfzehn Hektar den Einsatz von über 19 Arbeitskräften zu sparen. Die Maschine ist selbstfahrend und wird von einer Person bedient.

 

 

Kosten

 

Der Ernteroboter soll in zwei Konfigurationen erhältlich sein und kann für 1 oder 3 Reihen verwendet werden. In der Konfiguration 1 Reihe soll die Maschine täglich etwa 15 Hektar ernten können, in der Konfiguration 3 Reihen ca. 45 Hektar.

Derzeit ist noch kein genauer Preis bekannt, die Firma sucht noch nach Parteien, die finanzielle Mittel zur Realisierung des Projekts bereitstellen können.

Diese könnten als Gegenleistung einen Anteil innerhalb des Projekts erhalten, oder die Maschine als “erster Kunde” zu einem reduzierten Preis bekommen.

 

 

Zukünftige Entwicklung

 

In den Werkstätten von AVL wurde ein Testaufbau eingerichtet, mit dem die Spargelernte simuliert werden kann.

Die Folie wird auf das gleiche Bett zurückgelegt. Bild: AvL Motion

Zudem wird die Maschine um eine Option ergänzt, mit der die Folie auf das gleiche Bett (anstatt auf das angrenzende Bett) zurückgelegt werden kann.

 

Auf diese Weise besteht die Möglichkeit, dass die Maschine am Ende des Ackers zwei, vier oder sechs Betten überspringen und den Acker spiralförmig bearbeiten kann.

„Der Roboter soll Ende der Spargelsaison 2019 auf den Markt gebracht und ab 2019 auf nationalen und internationalen Spargelfelder im Einsatz sein“, so Arno van Lankveld, Eigentümer und Gründer von AVL Motion.

 

 

 

 

 

https://www.avlmotion.com/

 

 

 

 

 

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