Die Dämpfmaschine im Einsatz auf dem Hof Osterloh.      Foto: Sommerkamp

Die Dämpfmaschine im Einsatz auf dem Hof Osterloh.          Fotos: Heike Sommerkamp (3)  und Tanja Dolic (4)

 

Viel Bodendämpfung mit wenig Öleinsatz:

Hans Kristian Westrum neben der Dämpfmaschine.

Hans Kristian Westrum neben der Dämpfmaschine.

„Für die Dämpfung bis 15 Zentimeter Bodentiefe verbraucht unsere Maschine die Hälfte von dem, was sonst für 5 bis 10 Zentimeter notwendig war“, freut sich Hans Kristian Westrum.
Der CEO des norwegischen Unternehmens Soil Steam International AS ist im Juni nach Niedersachsen gekommen, um dort mit dem Prototypen „Soilprep 400“ Testdämpfungen vorzunehmen.

Wir trafen ihn am Rande des Dämpfvorgangs.

„Eigentlich sollte die SOILPREP 400 erst 2018 auf den Markt kommen“, erzählt Westrum, während die Maschine sich im Feld neben ihm langsam voranschiebt.
„Im Februar sprach Ulrich Osterloh uns darauf an: Er wollte sie gern auf der interaspa praxis zeigen. Also haben wir zwischen Februar und Mai 3.500 Arbeitsstunden investiert – und hier sind wir.“

 

 

 

Der Versuchsaufbau für die interaspa praxis:

Drei nebeneinander liegende Bodenstreifen wurden Ende Juni gedämpft.

  1. 70 °C für 6 Minuten auf 10 cm Tiefe (Dämpfung erreicht 15 cm Bodentiefe)
  2. 70 °C für 6 Minuten auf 20 cm Tiefe (Dämpfung erreicht 25 cm Bodentiefe)
  3. 70 °C für 6 Minuten auf 30 cm Tiefe (Dämpfung erreicht 35 cm Bodentiefe)

Zur interaspa praxis sollen dort Erdbeeren reifen – und jeder Besucher kann die Resultate der Dämpfung selbst in Augenschein nehmen.
„Ich denke, die zehn Zentimeter werden letztendlich das Rennen machen“, schätzt Westrum. „Das ist effizienter und schneller als die anderen.“

 

 

Hans Kristian Westrum zeigt die Ansaugrohrenden.

Hans Kristian Westrum zeigt den oberirdischen Teil der Ansaugrohre.

So funktioniert das Dämpfen per SOILPREP 400:

  • Wasser wird zu 180 °C heißem Wasserdampf erhitzt.
  • Dieser wird unter ein Stoffzelt geblasen, das sich eng über dem Boden befindet.
  • Im Boden unterhalb des Stoffzeltes zieht die Dämpfmaschine 13 Rohre mit, die den heißen Dampf per Unterdruck in den Boden heruntersaugen – bis zur gewünschten Tiefe.
  • Die Bodenoberfläche erhitzt sich auf bis zu 90°C, bevor die 70 °C die erforderliche Tiefe erreicht haben.
  • Wenn das Stoffzelt weiterbewegt wird, bedeckt für mindestens 30 Minuten ein Teppich die behandelte Stelle.
  • Unter diesem Teppich hält sich die Wärme länger und verteilt sich gleichmäßig in der oberen Bodenschicht.

 

 

Hier erklärt Hans Kristian Westrum die Dämpfmaschine im Video.

 

Metern Wasserschlauch: Die Dämpfmaschine

Ausgerüstet mit 300 Metern Wasserschlauch: Die Dämpfmaschine

Das verbraucht die SOILPREP 400 pro Stunde:

  • 2.000 Liter Wasser
  • 150 Liter Öl für den Boiler
  • 10 Liter Sprit für den Motor

 

In nicht zu schweren Böden schafft die Maschine in dieser Zeit:

  • 432 m² bei 10cm Dämpftiefe
  • 216 m² bei 20cm Dämpftiefe
  • 144 m² bei 30 cm Dämpftiefe

 

Das bewirkt die Bodendämpfung

„Normalerweise enthält ein Kubikmeter Boden etwa 100.000 Unkrautsamen“, erläutert Westhus. „Die Maschine erwischt 95 Prozent davon.
Außerdem zwischen 88 und 96 Prozent der enthaltenen Unkräuter, Pilze und Fadenwürmer.“
Diese Werte hat Planteforsk, ein norwegisches Institut für Pflanzenforschung, seinem Unternehmen bestätigt.

 

Unter dem Teppich, der hinter der Maschine schleift, hält sich die Wärme länger und verteilt sich gleichmäßig.

Unter dem Teppich, der hinter der Maschine schleift, hält sich die Wärme länger und verteilt sich gleichmäßig.

Wie lange wirkt Bodendämpfung?

Nach vier Jahren sollte neu gedämpft werden, schätzt Westrum.
Ein gewisser Effekt hält sogar noch länger an: „Unser erstes Testfeld in Norwegen haben wir vor acht Jahren gedämpft. Das ist noch heute klar zu erkennen: Der Boden ist noch sichtbar, und rundum ist dichtes Unkraut.“

 

Warum 70 °C für 6 Minuten?

Genau so wirkungsvoll wären 30 Minuten Erwärmung auf 60 °C oder zwei Minuten auf 90 °C, erklärt Soil Steam-Geschäftsführer Kåre-Jan Johansen.
„Aber 70 Grad für sechs Minuten ist am effizientesten.“

 

Ausblick:

Auch wenn die SOILPREP 400 für eine Dämpfmaschine ziemlich sparsam ist: Das Thema Energieverbrauch bewegt die Entwickler von Soil Steam auch weiterhin.

Deshalb stellt das Unternehmen für zukünftigen Modellgenerationen Überlegungen an, eventuell Holzpellets statt Öl als Brennmaterial zu verwenden.
Positiver Nebeneffekt: Die entstehende Asche würde auf dem frisch gedämpften Boden verteilt. Als zusätzlicher Dünger.

 


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