Albinimus bei Erdbeeren. Foto: Philip Lieten

Albinimus bei Erdbeeren. Foto: Philip Lieten

 

Für den menschlichen Körper ist Silizium (Si) ein wichtiges Spurenelement. Aber kann die Zugabe von Silizium auch zu einer qualitativ hochwertigen Erdbeerernte beitragen? Eine Zusammenfassung von Philip Lieten.

 

Philip Lieten.

Philip Lieten

Silizium, zweithäufigstes Element unseres Planeten, ist in Unkräutern und Gräsern in großer Menge nachweisbar.

Gemüse und Früchte hingegen weisen generell einen deutlich geringeren Siliziumanteil auf.

Positive Effekte des Elements auf die Pflanzengesundheit wurden erstmals 1986 in Japan, später auch in anderen Studien festgestellt.

Vorteilhafter Effekt bei Gurken, Melonen und Rosen ist die drastische Reduktion von Mehltau – sowohl bei der Zugabe zusammen mit Blattinsektiziden als auch bei der Anwendung im Boden.

Üblicherweise in Form von Natriumsilicaten (K2SiO3) wird Silizium deshalb beigegeben, teils auch aufgesprüht.

Bei Erdbeerpflanzen angewendet schützt Silizium auch vor Pilzkrankheiten. Außerdem benötigen die Pflanzen das Halbmetall für die Pollenproduktion.

 

Silizium und Albinismus

In der Versuchsstation in Meerle (Belgien) wurde 1990 durch einen Torf-Reisschalenmix Albinismussymptome hervorgerufen – bei einem Drittel der darin herangezogenen Früchte.
Bekannt ist, dass Reisschalen eine hohe Menge an Silizium besitzen.

In Versuchen wurde der Nährlösung  von Erdbeerpflanzen lösliches Silizium beigegeben – zwischen 48% und 66% der geernteten Früchte wurden als albinistisch klassifiziert.
Die Mineralanalyse der Früchte von mit Silizium behandelten Pflanzen belegte, dass diese einen höheren Gehalt an Kalium, Stickstoff und Silizium aufwiesen.

Ähnliche Ergebnisse gab es auch bei Versuchen zwischen 1991 und 1993.
Drei Kulturen Elsanta wurden auf Torftaschen gezogen und mit einer Nährstofflösung unter kontinuierlicher Zugabe von Silizium in unterschiedlicher Dosis behandelt.
Dies beeinflusste zwar die Entwicklung der Pflanzen nicht besonders, erhöhte aber die Mehltauresistenz.
Andererseits wurde die Fruchtproduktion der Pflanzen negativ beeinflusst: Die behandelten Pflanzen produzierten deutlich kleinere Früchte.

Die Erkenntnisse zur Rolle von Silizium auf den pflanzlichen Metabolismus und zum Einfluss auf die Fruchtfarbe sind aber immer noch begrenzt.

Eine Umfrage bei 80 anbauenden Betrieben in Belgien hat ebenfalls gezeigt, dass große Mengen von Silizium in der Wasserquelle unter bestimmten klimatischen Konditionen Albinismus begünstigen können.

Empfehlung: Wird die Konzentration von Silizium in der Wasserquelle von 0,45 mmol/l überschritten, sollte mit Regenwasser verschnitten werden.

Legro Potgrondbedrijf, ein niederländischer Erzeuger für Nährmedien, benutzt zum Spülen der Kokosfasern für Erdbeersubstrate bereits siliziumfreies Wasser.

 

Effekte von Silizium                                                                                                               

 

Positive Effekte: erhöhte Resistenz gegen Mehltau und besseres shelf-life

Silizium verbessert die Resistenz der Pflanzen gegen Mehltau.

Auch neuere englische Studien (2014-2015) an der Universität von Hertfordshire zeigen einen geringen Befall mit Mehltau nach einer Behandlung mit dem Düngemittel Sirius (0,25 % Aktiv Stofs oder 135 ppm Silizium).

Silizium wurde durch Tröpfchenbewässerung hinzugegeben und die Pflanze absorbierte es.
So verbreitete es sich in der ganzen Pflanze und konzentrierte sich in den epidermischen Zellwänden.

Resultat: Es bildete sich eine Wachsschicht auf der Blattoberfläche, was zu höherer Blattdicke und Kutikulaebene führte. Dies erhöhte wiederum die Resistenz gegen Mehltau.

Versuche an der Ägyptischen Universität Ains Shams von 2013 bis 2015 mit der Sorte Festival zeigten, dass die Applikation von 2000 ppm Kaliummetasilikat die Haltbarkeit verbessert.

 

Negative Effekte: Albinismus und signifikant kleinere Früchte

Silizium begünstigt die Ausbildung von Albinismus und die behandelten Pflanzen produzierten signifikant kleinere Früchte.

Ein Effekt auf die vegetative Entwicklung konnte durch die Zugabe von Silizium bislang noch nicht abschließend festgestellt werden.
Ebenso sind die Auswirkungen von Silizium auf die Fruchtfarbe noch nicht hinreichend bekannt.

 


 

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