Die Produktion von Beerenobst ist in den letzten 20 Jahren in Großbritannien um 130 Prozent gestiegen.

Bislang konnten britische Produzenten bei der Ernte auf Saisonarbeiter aus der Europäischen Union setzen.

Doch durch den Brexit könnte dies künftig nicht mehr möglich sein.

 

 

Pilotprojekt für Erntehelfer

 

Die britische Regierung kündigte bereits ein Pilotprojekt für Saisonarbeiter im Landwirtschaftssektor an.

Insgesamt 2.500 Saisonarbeiter von außerhalb der EU dürften während des zweijährigen Pilotprojektes für sechs Monate mit Sondervisa beschäftigt werden.

Der britische Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Michael Andrew Gove, sagte in der Ankündigung des Pilotprojektes, er strebe danach, den Landwirten und Produzenten die Möglichkeit zu geben, mehr britische Produkte anzubauen, zu verkaufen und zu exportieren.

Um den Arbeitskräftemangel in der Agrarwirtschaft nach dem Brexit zu verhindern, soll neben der Sonderregelung auch verstärkt auf eine automatisierte Ernte mit Pflückrobotern gesetzt werden.

 

 

Tropfen auf den heißen Stein

 

Kritiker halten die Anzahl von 2.500 Arbeitern für viel zu gering: Mindestens die vierfache Anzahl von Saisonarbeitern sei nötig, um die Ernte überhaupt gewährleisten zu können.

Aber selbst dann sehen sie große Probleme auf ihr Land zukommen, die sich schon seit dem Referendum abzeichnen.

Schon 2017 kamen weniger Saisonarbeiter nach England, die Zahlen fallen mit nahendem EU-Austritt weiter.

21.250 Saisonarbeiter durften bisher nach einer alten Regelung offiziell jedes Jahr nach Großbritannien einreisen, die meisten von ihnen stammen aus Rumänien und Bulgarien.

78 Prozent der britischen Produzenten planen im kommenden Jahr weniger anzubauen, 14 Prozent wollen ihre Geschäfte künftig im Ausland aufbauen – vor allem China ist dabei ein beliebtes Outsourcing-Ziel.

 

 

Beliebtheit Großbritanniens sinkt

 

Viele Arbeiter fragten früher gezielt nach Arbeitsstellen in England oder Schottland, die Insel war einer der begehrtesten Orte für die Erntehelfer.

Doch das hat sich bereits mit der Ankündigung des Brexits geändert.

Schon 2017 kamen 12 Prozent weniger Arbeiter ins Land, 2018 waren es noch einmal 10 Prozent weniger.

Da das Pfund seit der Aufnahme der Brexit-Verhandlungen auf einem Niedrigstwert verharrt, ist das in Großbritannien erwirtschaftete Einkommen plötzlich weniger wert als das aus Ländern der europäischen Währungsunion.

Neben der Lohnhöhe sorgt auch die unsichere Gestaltung des Brexits für Verunsicherung unter den Saisonkräften.

10 Prozent der seit langem jedes Jahr wiederkehrenden Erntehelfer wollen im kommenden Jahr nicht mehr ins Vereinigte Königreich kommen, weitere 45 Prozent sind sich unsicher und würden bei besseren Angeboten auf andere Länder ausweichen.

 

 

Chance für andere Länder

 

Hier liegt für das europäische Festland die Chance: Langjährige Erntehelfer, die in Großbritannien viele Erfahrungen gesammelt haben, könnten nun abgeworben werden.

Da die Insel ab dem Frühjahr 2019 ohnehin nur 2.500 Kräfte im Rahmen des Pilotprojektes beschäftigen darf, werden Kapazitäten frei.

Denn die 21.250 Saisonarbeiter sind nur die offizielle Zahl, inoffiziell waren in den letzten Jahren jährlich 60.000 bis 75.000 Erntehelfer im Einsatz.

 

 

 

Lesen Sie demnächst mehr im 8. Teil unserer Saisonarbeiter-Reihe.

 

 

 

 

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