Messeimpression Fruit Logistica        Foto: Heike Sommerkamp

Messeimpression                Foto: Heike Sommerkamp

 

Pflanzenhilfsstoffe und Dünger waren in großer Anzahl auf der Fruit Logistica zu sehen, in verschiedenen Zusammensetzungen und Formulierungen.

 

Flüssigdünger am Stand von L. gobbi    Foto: Marion Deichmann

Flüssigdünger am Stand von L. Gobbi       Foto: Marion Deichmann

Neben am deutschen Markt bereits bekannten Firmen wie Biolchim und ICL stellten auch Anbieter aus dem europäischen Ausland wie HEFE Fertilizer aus Spanien oder L. Gobbi und Hydro Fert aus Italien aus.

organische Dünger am Fomet-Stand           Foto: Marion Deichmann

organische Dünger am Fomet-Stand      Foto: Marion Deichmann

Einen Dünger auf rein pflanzlicher Basis, der sich für den  Bio-Anbau eignet, präsentierte Fomet SpA aus Italien.

 

 

 

 

 

 

ICL, neue Depotdünger Foto: Marion Deichmann

ICL, neue Depotdünger        Foto: Marion Deichmann

ICL Specialty Fertilizers aus den Niederlanden stellte als Messe-Neuheit die günstigeren Verwandten der bekannten Osmocote-Depotdünger vor: verschiedene gemantelte Dünger für den Ackerbau, die ihren Inhalt erst nach und nach freisetzen und damit Auswaschungsprobleme reduzieren.

Außerdem bot ICL an:

  • ein tensidhaltiges Mittel zur Verbesserung der Wasserführung im Boden
  • eine mikrobielle Formulierung mit Bakterien und Bierhefe, die die Pflanze im Wurzelraum unterstützt, sozusagen „Mycorhiza aus der Tüte“
  • Gebinde mit der osmotisch wirksamen Substanz Glycinbetain, die die Wasserführung im Pflanzengewebe verbessern soll

In so manchem Kanister der zahlreichen Anbieter gluckerten Mittel sehr komplexer Struktur, oft aus Algenextrakten mit dem einen oder anderen Zusatz.
Bei anderen Mixturen ging es dagegen knallhart zur Sache: Phytohormone wie Auxine, Cytokinine und Gibberelline greifen bekanntermaßen in das Wachstumsverhalten von Pflanzen ein. Wer solche Mittel verwenden möchte, sollte sich zuvor nicht nur mit der Wirkungsweise, sondern auch mit der aktuellen Zulassungssituation beschäftigen.

 

Bei der rückstandsfreien Bekämpfung bakterieller und pilzlicher Erreger hält im Obstbau mittlerweile auch Technik aus der Medizin Einzug.

Ozon   Grafik: Marion Deichmann

Ozon               Grafik: Marion Deichmann

Die italienische Firma MET stellte Verfahren zur Ausbringung  von Ozon in verschiedenen Kulturen vor.

Kernstück ist jeweils ein Generator, der mit Hilfe elektrischer Energie ozonisiertes Wasser erzeugt. Dieses wird dann beispielsweise mit automatisierten Sprühwagen im Gewächshaus oder mit einer eigens dafür entwickelten Anhängespritze ausgebracht.

Die Wirkungsweise: Ozon (= O3) ist sehr instabil und zerfällt leicht in molekularen Sauerstoff (O2) und freie Sauerstoffatome. Letztere töten Mikroorganismen bei Kontakt ab. Das ist zur Sterilisation von Raumluft und Entkeimung von Schwimmbädern und Trinkwasser schon lange bewährte Technik. Neu ist die Übertragung dieser Technologie auf den Pflanzenschutz.

 

 

Verschiedene Hersteller boten Produkte für Frischemanagement und Hygiene im Lagerbereich und am POS an.

Der niederländische Anbieter Decco Worldwide Post-Harvest Holdings BV stellte ein Mittel auf Basis von Glycolsäure zur Desinfektion von Kühlräumen vor. Dessen Aerosole sollen durch ein spezielles Ausbringungsverfahren bis in die letzte Kühlrippe vordringen.
Ferner präsentierte er einen neuen Fungizid-Rauchtopf für Fruchtläger mit dem Wirkstoff Pyrimethanil. Dieser ist zugelassen für den Einsatz in Stein- und Kernobst und soll ein weites Wirkungsspektrum gegen Botrytis, Monilia, Alternaria usw. aufweisen.
Auch zur Absorption von Ethylen im Kühllager oder Transportfahrzeug hatte Decco ein neues Produkt entwickelt.

Nebeltechnik bei Fresh Demo     Foto: Heike Sommerkamp

Nebeltechnik bei Fresh Demo      Foto: Heike Sommerkamp

Fresh Demo präsentierte eine Technologie zur Verlängerung der Haltbarkeit und Reduktion von Gewichtsverlusten bei Obst und Gemüse.
Mittels Ultraschall wird ein extrem kleintropfiger Nebel erzeugt. Dieser ist laut Fresh Demo so fein, dass er von den Blattteilen des Erntegutes noch aufgenommen werden kann. Zusätzlich hält er die Luftfeuchtigkeit hoch und kühlt durch Verdunstung.

Nebelgenerator, Aggregat    Foto: Marion Deichmann

Nebelgenerator, Aggregat      Foto: Marion Deichmann

Durch Zugabe bestimmter natürlicher Säuren lasse sich zusätzlich eine fungizide Wirkung erzielen, so der Hersteller.

Das Verfahren lässt sich sowohl am POS als auch in Kühllager und –transport anwenden. Fresh Demo ist ein von der EU-Kommission unterstütztes Projekt zur Reduktion von „food waste“, das von mehreren Firmen und Forschungseinrichtungen getragen wird.

 

 

 

 

Etwas mystischer präsentierte sich der Wirkungsmechanismus der Food Freshness Card von nature´s frequencys zur Verlängerung der Lagerfähigkeit von Lebensmitteln.
Laut Auskunft des am Stand präsenten Mitarbeiters werden Nanokristalle in ein Hologramm auf der ca. 15 x 15 cm großen laminierten Karte eingebettet, deren Eigenresonanz den Verderb der Produkte durch Schimmelbefall etc. verhindere. Eine Karte habe einen Wirkungsradius von ca. 1,5 m und sei ca. ein Jahr lang sowohl in gekühlten als auch ungekühlten Bereichen wirksam.

 

neue Heidelbeersteigen bei Bekuplast  Foto: Marion Deichmann

neue Heidelbeersteigen bei Bekuplast      Foto: Marion Deichmann

Neben dem bewährten Sortiment an Kunststoffkisten für Erdbeeren und Spargel präsentierte Bekuplast aus Ringe speziell für die Kühllagerung von Heidelbeeren entwickelte Steigen, die sich laut Auskunft von Sales Manager Gerold Wilms großer Nachfrage erfreuten.

 

 

 

 

Johann Kivioja präsentiert das vertikale Farming am Netled-Stand.       Foto: Marion Deichmann

Johann Kivioja präsentiert das vertikale Farming am Netled-Stand.     Foto: Marion Deichmann

Einen Ausflug in die Zukunft des geschützten Anbaus konnte man am Stand der Firma Netled aus dem finnischen Tampere machen. Zusammen mit Novarbo, ebenfalls aus Finnland, präsentierte der Beleuchtungsspezialist ein wassergekühltes LED-Beleuchtungssystem, das über maximale Wärmerückgewinnung energieeffizienten Anbau in mehreren Etagen übereinander ermöglichen soll. Die ersten Anlagen dieser Art sind nach Auskunft der Firma unter Anderem bereits zur Produktion von Kräutertöpfen in Betrieb.

 

 

 

 

Interessante Vorträge

Fürs Ohr bot die Fruit Logistica  ebenfalls interessanten Input: Vorträge und Symposien beleuchteten Aspekte verschiedener Themenkreise wie Fruchtlogistik, Technik und Zukunftsperspektiven.

Dr. Stefan Sandalescu    Foto: Marion Deichmann

Dr. Stefan Sandalescu     Foto: Marion Deichmann

In seinem Vortrag „Die Marge optimieren – der richtige Preis zur richtigen Zeit“ stellte Dr. Stefan Sandulescu eine Applikation vor, die Entscheidern eine Schützenhilfe bei Preisgestaltung und Bestellmenge bieten will. Er ist Senior Sales Consultant der Price Optimation, Blue Yonder GmbH aus Karlsruhe.

Die Nachfrage nach einem Frischeprodukt – und damit auch dessen Preiselastizität und die erforderliche Menge – wird von zahlreichen Faktoren wie Wetter, Wochentag, Schulferien, Saisonstatus einer Frucht und vieles mehr beeinflusst.

Blue Yonder bietet eine automatisierte Auswertung dieser multifaktoriellen Kausalzusammenhänge. Damit erhalten die Verantwortlichen für Preisfindung und Warendisposition ein Werkzeug an die Hand, das die Entscheidungsfindung schneller und genauer machen soll.

Die Applikation ist eine Weiterentwicklung  von Software aus der physikalischen Forschung. Sie wurde zur Auswertung der erheblichen Datenmengen, die bei Messungen am Elektronenbeschleuniger anfielen, entwickelt.

 

Über Blütenbestäubung mit Hummeln referierte Remco Huvermann, Product Manager Pollination bei der Koppert GmbH.

Remco Huvermann      Foto: Marion Deichmann

Remco Huvermann     Foto: Marion Deichmann

Erst seit 1989 werden Hummeln kommerziell zur Blütenbestäubung eingesetzt. Zuerst in Tomatenhäusern, in denen sie die manuelle Befruchtung mit vibrierenden Stäben ablösten und damit auch den Anbau kleinfruchtiger Tomatensorten wirtschaftlich machten. Mittlerweile summen die kleinen Helfer der Gattung Bombus laut Remco Huvermann durch über 100 verschiedene Kulturen.

Hummeln nehmen ein anderes Lichtspektrum wahr als das menschliche Auge. Die Wellenlänge, die wir als gelb empfinden, registrieren sie nicht, dafür aber UV-Licht.

Tunnelfolien, die UV-Strahlung absorbieren, verdunkeln damit quasi die Umgebung für die Hummeln und erschweren ihnen die Orientierung. Ist die Beeinträchtigung größer, finden zahlreiche Hummeln nicht in den Hummelkasten und ihrem darin enthaltenen Nahrungsreservoir zurück und verhungern.

Hier setzt die Innovation der Firma Koppert an, für die das Unternehmen den dritten Platz des diesjährigen Fruit Logistiva Innovation Awards erhalten hat.
Mit UV-reflektierenden Mustern am Hummelkasten erleichtern sie den Tieren die Orientierung. (siehe auch separater Artikel)

Durch den kombinierten Einsatz von Hummeln und Bienen lassen sich optimale Bestäubungsergebnisse in einem erweiterten Temperaturbereich erzielen. Dies sei beispielsweise in Erdbeerkulturen üblich, so Huvermann.


Hier finden Sie Links zu weiteren Beiträgen rund um die Fruit Logistica 2017 in Berlin

Beitrag: Internationales Branchentreffen in Berlin: Fruit Logistica 2017 (Teil I)

Beitrag: Fruit Logistica 2017 – Fortsetzung des Messerundgangs (Teil II)

Bilderstrecke: erste Impressionen von der Fruit Logistica 2017

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