Erdbeerpflanzen mit Ausläufern. Foto: Heike Sommerkamp

Erdbeerpflanzen mit Ausläufern. Foto: Heike Sommerkamp

Philip Lieten

Philip Lieten

In Kanada und den USA hat man bei Kurztagssorten bereits positive Erfahrungen mit Prohexadione-calcium gemacht: So reduziert es die Ausläuferbildung.
Regalis wird dort unter dem Namen Apogee angeboten und genutzt, um bei Sorten wie Chandler und Sweet Charlie die Ausläuferentwicklung im Herbst zu unterdrücken.
Das Wachstumshormon Prohexadione-calcium (Regalis) hat in Belgien und Deutschland eine Zulassung für Erdbeeren bekommen.

Versuche in Europa haben in den letzten fünf Jahren ebenfalls gezeigt, dass Regalis Ausläuferformationen reduziert und die Seitenkronenbildung erhöht.

Weitere positive Ergebnisse, die sich in den meisten dieser Versuche zeigten:
– deutlich mehr Blütenstände,
– mehr Früchte pro Pflanze
– höhere Erträge

Versuche aus Finnland zeigten allerdings weniger deutliche Effekte bei Sorten wie Polka und Honeoye – vermutlich ist das dem späten Behandlungszeitpunkt mit Regalis geschuldet.

Fest steht aber:
1. Einige Sorten haben eine geringe Reaktionsrate auf Regalis, und auch die Fruchtgröße kann sinken.
2. Für produktive Kurztagsorten mit vielen Blüten ist Regalis ungeeignet.

Versuche der PCfruit in Belgien

Behandlung von Malling Centenary mit Regalis im August

Hier zeigten sich folgende Ergebnisse:

  • durchschnittlich eine zusätzliche Seitenkrone und
  • eine 15 prozentige Ertragssteigerung im darauffolgenden Frühjahr (0,92 kg vs. 0,8 kg pro Pflanze).
  • Allerdings verzögerte sich die Ernte um 5 Tage.
  • Die Fruchtgröße war nicht betroffen.
  • Die Erdbeerpflanzen waren von September bis Oktober kompakter und hatten signifikant weniger Ausläufer.

Herbstbehandlung von Opera-Traypflanzen mit Regalis in zwei aufeinanderfolgenden Jahren

Im ersten Versuchsjahr bildeten die Pflanzen mehr Früchte pro Pflanze (39 vs. 32 pro Pflanze), hatten allerdings ein geringeres durchschnittliches Fruchtgewicht (20 Gramm. vs. 22 Gramm).
Die mit Regalis behandelten Pflanzen erzielten zirka 800 Gramm pro Pflanze – die Vergleichsgruppe der nicht behandelten Pflanzen zirka 715 Gramm pro Pflanze.

Im zweiten Jahr produzierten mit Regalis behandelte Pflanzen erneut mehr Früchte (30 vs. 28 pro Pflanze), und erneut war das Fruchtgewicht geringer (24 Gramm vs. 28 Gramm).

Tagneutrale Sorten

Ergebnisse der PCfruit bei der für geringen Ertrag bekannte Sorte Verity lassen hoffen.
Frigopflanzen der Sorte wurden Mitte April gepflanzt und einen Monat später mit einer Gabe von 1,25 kg pro Hektar behandelt.
Das Ergebnis: Im Vergleich zu den nicht behandelten Pflanzen aus demselben Versuch verzögerte sich die Ernte um eine ganze Woche.

Die mit Regalis behandelten Pflanzen trieben weit mehr Blütenstände aus als die unbehandelten Verity-Pflanzen (Ertrag von 1,36 kg pro Pflanze vs. 0,81 kg pro Pflanze). Die Fruchtgröße sank unwesentlich.
Eine Regalis-Behandlung bei der Sorte Harmony, einer Sorte mit zahlreichen Blütenständen, ist dagegen nicht zu empfehlen: Sie ergab im Versuch zu viele kleine Blüten.

Bevor konkrete Empfehlungen ausgesprochen werden können, müssen noch zahlreiche weitere Versuche erfolgen – insbesondere im Hinblick auf optimalen Behandlungszeitpunkt und -häufigkeit.

Denn nicht jede Sorte springt gut auf die Behandlung mit Regalis an.


Mehr Beiträge zum Thema:

Beitrag: 24. Freckenhorster Beerenobst-Tage – Erfahrungen mit Regalis auf dem Erdbeerhof Glantz

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