Kirschen. Foto: Sabine Hoppe LWK Niedersachsen

Kirschen. Foto: Sabine Hoppe LWK Niedersachsen

 

Landwirtschaftskammer rechnet mit guten Erträgen von hervorragender Qualität.
Seit einigen Tagen läuft in Niedersachsen die Kirschenernte. Die erste frische Ware, die vorwiegend aus dem Alten Land bei Hamburg stammt, wird jetzt in Geschäften und auf Wochenmärkten angeboten.

Die Fachleute der Landwirtschaftskammer Niedersachsen prognostizieren einen guten Ertrag mit bis zu zehn Tonnen pro Hektar (t/ha) und Früchte von hervorragender Qualität.

„Das können die Obstbauern auch gut gebrauchen, denn das vergangene Jahr bescherte ihnen mit nur 1,6 t/ha eine katastrophal schlechte Ernte“, sagt dazu Dr. Matthias Görgens von der zur Kammer gehörenden Obstbauversuchsanstalt (OVA) in Jork (Kreis Stade).

 

Prognose

Grund für Görgensʼ optimistische Ernteprognose 2018 sind die guten Startbedingungen, die die Kirschen im April hatten.

Die Blütezeit war frostfrei und die Temperaturen optimal für den Bienenflug. Es folgten danach viel Sonnenschein und optimale Temperaturen, die viele pralle Früchte heranwachsen ließen.

Die langanhaltende Trockenheit konnte den Kirschbäumen nichts anhaben.

„Sie wirkte sich sogar positiv aus, denn anders als im vergangenen, sehr nassen Jahr gibt es dieses Jahr kaum geplatzte Früchte“, so Görgens.

Hinzu kommt, dass gut die Hälfte aller Bäume an der Niederelbe unter einem Foliendach stehen und deshalb sowieso bewässert werden. Die verbleibende Hälfte steht zum größten Teil grundwassernah.

„Durch die hohen Temperaturen der zurückliegenden Zeit wird die Ernte eine Woche kürzer ausfallen als gewöhnlich“, sagt der Obstbauexperte voraus.

Die letzten heimischen Kirschen kämen voraussichtlich bereits Mitte Juli in den Handel. Bis dahin würden jede Woche ein bis zwei neue Kirschensorten geerntet, denn zu den genetischen Eigenschaften der Sorten gehörten deren individuelle Reife-Zeitpunkte.

Jeder Betrieb baue mehrere Sorten an, um über einen möglichst langen Zeitraum stets frische Kirschen anbieten zu können.

 

OVA – Aufgaben

Zu den Aufgaben der Obstbauversuchsanstalt gehört es unter anderem, Kirschensorten zu testen und Empfehlungen für den Anbau auszusprechen. Daneben hat das in Jork beheimatete Institut auch eigene Sorten entwickelt, darunter die heute international bedeutende „Regina“.

Etwa 20 Kirschensorten haben aktuell an der Niederelbe große wirtschaftliche Bedeutung. Dazu kommt ein Vielfaches an alten Sorten, die in kleinerem Umfang angebaut werden.

 

Statistik

Nach Angaben des Statistischen Landesamts in Hannover wurden 2017 in Niedersachsen nur gut 1.600 t Kirschen geerntet.

Bewahrheitet sich Görgensʼ Vorhersage, werden es in diesem Jahr rund 5.000 t sein.

Das Hauptanbaugebiet für Kirschen in Niedersachsen ist das Alte Land. Dort bauen 420 Betriebe auf rund 500 ha vorwiegend Süßkirschen an.

Gut die Hälfte, rund 220 ha, steht unter Foliendächern, um die empfindlichen Früchte vor Starkregen zu schützen.

Deutschlandweit werden etwa 5.500 ha Kirschen von 6.600 Betrieben angebaut.

 


 

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