Das Ökobarometer zum Konsum von Biolebensmitteln in Deutschland zeigt eine steigende Nachfrage und Akzeptanz für Bio-Lebensmittel.

Neben Eiern wird vor allem Obst und Gemüse gerne in Bio-Qualität gekauft.

Auch regionale Produkte sind bei den Kunden beliebt, wie das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Auftrag gegebene Ökobarometer zeigt.

 

 

Jeder zweite Deutsche kauft Bio

 

Zentrale Ergebnisse des Ökobarometers sind:

  • Jeder zweite gibt an, regelmäßig Bioprodukte zu kaufen – 2018 waren es nur 28 Prozent.
  • Mehr als 90 Prozent geben an, zukünftig zumindest gelegentlich zur Biovariante greifen zu wollen.
  • Neben der fairen Produktion der Lebensmittel (88 Prozent), sind vor allem die Regionalität (86 Prozent) und der Bioaspekt (79 Prozent) den Befragten am wichtigsten, wenn es um den wöchentlichen Einkauf geht.
  • 78 Prozent geben an, dass es ihnen wichtig ist, Produkte passend zur Saison zu kaufen.

 

Nach Expertenschätzungen ist die Nachfrage nach ökologischen Lebensmitteln weiter steigend.

Der Umsatz liegt bei fast zwölf Milliarden Euro: Ein Plus von 9,7 Prozent.

Bundesministerin Julia Klöckner: „Bioprodukte erlangen zunehmend eine starke Marktposition. Den Ökolandbau fördert unser Ministerium auf vielfältige Weise – mit Erfolg! Deutschland hat innerhalb der EU den größten Biomarkt. Die Nachfrage ist ungebrochen, eine wachsende Zahl von Betrieben zeigt sich offen für eine Umstellung.“

Klar sei aber auch, dass es ein gutes Miteinander und eine Annäherung der Produktionsweisen wichtig sei, um eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, so die Ministerin weiter: „Wir brauchen eine Art „Hybrid-Landwirtschaft“: Der Ökolandbau muss weiter produktiver und die konventionelle Anbauweise ressourcenschonender und tierwohlgerechter werden – und dabei ertragreich bleiben. Als Politik schaffen wir die Rahmenbedingungen für eine flächendeckend zukunftsorientierte Anbauweise – ob ökologisch oder konventionell. Zum Beispiel mit unserer Ackerbaustrategie, die wir Ende des vergangenen Jahres vorgelegt haben.“

 

 

Regionalität hoch im Kurs

 

Dass die Potentiale vor allem in der Kombination von Regionalität und Bio liegen, zeigt das aktuelle Schwerpunktthema „Regionale Lebensmittel“ des Ökobarometers.

So gaben fast 80 Prozent der Befragten an, dass es ihnen bei Biolebensmitteln besonders wichtig ist, dass diese aus der Region stammen.

Gleichzeitig ist die Zufriedenheit mit der Qualität und Verfügbarkeit groß. Vier von fünf Befragten gaben an, das Angebot an regionalen Lebensmitteln in der erreichbaren Umgebung sei durchaus ausreichend. Die Ansprüche im Hinblick auf Qualität, Aussehen oder Geschmack sind bei den meisten Befragten erfüllt.

 

 

Supermarkt bleibt wichtigste Bezugsquelle

 

Für den Kauf von ökologisch produzierten Lebensmitteln sind auch weiterhin die konventionellen Einkaufsstätten entscheidend: Wie bereits im Vorjahr nutzen neun von zehn Befragten am liebsten den Supermarkt, um Bioprodukte zu erwerben, gefolgt vom Discounter (72 Prozent).

Der Absatz im Internet ist immer noch gering (sechs Prozent), steigt aber seit einigen Jahren kontinuierlich.

 

 

Steigende Akzeptanz von Bio

 

Die steigende Akzeptanz von Bioprodukten in der breiten Bevölkerung zeigt sich auch in der Entwicklung der Angaben zu den unterschiedlichen Lebensmittelgruppen:

Während Bio-Eier (66 Prozent) und Bio-Obst und -Gemüse (66 Prozent) weiterhin am häufigsten genannt werden, verzeichnet das diesjährige Ökobarometer die größten Veränderungen beim Erwerb von Bio-Brotwaren und Bio-Kartoffeln.

Hier steigt der Anteil der Befragten, die diese Produkte nach eigenen Angaben regelmäßig kaufen, um 13 bzw. zehn Prozentpunkte.

 

 

Hintergrund zur Studie

 

Das Ökobarometer wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft seit 2002 regelmäßig in Auftrag gegeben und ist fester Bestandteil des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft.

Es ist eine repräsentative telefonische Umfrage zum Konsum von Biolebensmitteln. Die aktuelle Studie wurde von infas von Ende Juli bis Ende August 2019 durchgeführt. Für die Ergebnisse wurden insgesamt 1.005 Interviews ausgewertet. Das vorhergehende Ökobarometer stammt aus dem Jahr 2018.

Das komplette Ökobarometer gibt es zum Download unter
https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Ernaehrung/oekobarometer2019.pdf?__blob=publicationFile

 

 

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