Die Samauraiwespe ist der natürliche Feind der Baumwanze. Ihr Auftauchen in Deutschland gibt Obst- und Gemüseanbauern Hoffnung. Bild: Klaus Schrameyer, LTZ

 

 

Die Marmorierte Baumwanze gehört zu den größten Schädlingen im Obst- und Gemüseanbau.

Bisher ging man davon aus, das das aus Asien eingeschleppte Insekt in Deutschland keine natürlichen Feinde hat.

Forscher haben nun erstmals die Samuraiwespe, den natürlichen Gegenspieler der Baumwanze in ihrer Heimat, auch hierzulande entdeckt.

Für den Erwerbsanbau besteht mit dem Auftreten der Samuraiwespe nun die Hoffnung, dass sich der natürliche Gegenspieler der Marmorierten Baumwanze  in Deutschland etabliert und als Nützling im Obst- und Gemüseanbau wirkt.

 

 

Baumwanze verursacht Millionenschäden

 

Die Marmorierte Baumwanze Halyomorpha halys gilt weltweit als einer der wichtigsten Schädlinge und stellt für den Obst- und Gemüsebau eine massive Bedrohung dar.

Vermutlich im Jahre 2004 wurde die aus China stammende Marmorierte Baumwanze, die an Blättern und Früchten von über 300 Pflanzenarten aus allen Kulturbereichen saugt, in Europa eingeschleppt.

Allein in Südtirol hat die Wanze 2019 im Obst- und Gemüsebau Ernteverluste von über 500 Mio. € verursacht.

In Deutschland richtete sie in den letzten Jahren vor allem in Südbaden und der Bodenseeregion Schaden im Obst- und Gemüsebau an.

 

 

Natürlicher Gegenspieler in Deutschland nachgewiesen

 

Verschiedene natürliche Gegenspieler halten in Asien die Marmorierte Baumwanze in Schach.

Nun haben Mitarbeiter des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg (LTZ) im Raum Heidelberg einen dieser Gegenspieler, die Samuraiwespe Trissolcus japonicus, gefunden.

Damit wurde die nur 2 mm kleine Schlupfwespe erstmals in Deutschland nachgewiesen.

Die Experten des LTZ Augustenberg gehen bei den Funden von einer gemeinsamen Verschleppung der Wanze und ihres Gegenspielers nach Deutschland aus.

 

 

Invasive Schadinsekten kartiert und untersucht

 

Im Rahmen des bundesweiten Projekts ProgRAMM, das von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als Projektträger betreut wird, untersucht und kartiert das LTZ Augustenberg bereits seit 2019 invasive Schadinsekten.

Für invasive Wanzen wurden bisher über 8.000 Nachweise erfasst. Strategien, wie die Samuraiwespe in der biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden kann, will das LTZ Augustenberg nun in einem Forschungsprojekt erarbeiten.

 

 

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