Der Nutri-Score ist eine erweiterte Nährwertkennzeichnung, der Verbrauchern helfen soll die Nährwertqualität von Produkten innerhalb einer Produktkategorie auf einen Blick zu vergleichen. © BMEL

 

 

 

Welche Marmelade ist gesünder? Und zu welchem Brot sollte ich greifen, wenn ich auf meine Ernährung achten will?

Diese Frage soll der neue Nutri-Score Verbrauchern beantworten.

Die erweiterte Nährwertkennzeichnung kommt auf die Vorderseite von Verpackungen. Sie soll dabei helfen, die Nährwertqualität von Produkten innerhalb einer Produktkategorie auf einen Blick zu vergleichen.

Damit will das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft etwas gegen schlechte Ernährung und zunehmendes Übergewicht bei den Deutschen unternehmen.

Der Nutri-Score ist für Produzenten freiwillig – doch lohnt sich der Aufwand für Hersteller?

 

 

 

Was ist der Nutri-Score?

 

Fast alle Lebensmittel, die eine Nährwerttabelle auf der Verpackung tragen, dürfen mit dem Nutri-Score gekennzeichnet werden.

Unter den Anwendungsbereich des Nutri-Scores fallen Lebensmittel mit einer verpflichtenden Nährwertdeklaration gemäß der EU-Verordnung Nr. 1169/2011, Lebensmittelinformations-Verordnung, kurz “LMIV”.

Es ist möglich, den Nutri-Score auf Lebensmitteln anzuzeigen, für die die Nährwertdeklaration nicht verpflichtend ist, aber nur, wenn für sie eine Nährwertdeklaration gemäß LMIV vorliegt.

Die nationale Einführung von erweiterten Nährwertkennzeichen ist nach geltendem EU-Recht aber nicht verpflichtend möglich. Die Kennzeichnung ist deshalb freiwillig.

Beim Nutri-Score zeigt eine fünfstufige, farbige Skala von A bis E auf der Vorderseite eines Lebensmittels, welche Nährwertqualität ein Produkt hat.

Dazu werden der Energiegehalt sowie die Gehalte ernährungsphysiologisch günstiger und ungünstiger Nährstoffe miteinander verrechnet und der Skala zugeordnet.

Die Farben Grün bis Rot helfen bei der Orientierung: Ein dunkelgrünes A trägt eher zu einer gesunden Ernährung bei als ein rotes E.

Als günstig eingestuft werden zum Beispiel die Gehalte an Ballaststoffen und Eiweiß sowie der Gehalt an Gemüse, Obst, Nüssen und Hülsenfrüchten. Als ungünstig gehen die Energie und der Gehalt an gesättigten Fettsäuren, Salz und Zucker in die Bewertung ein.

Mit dem Nutri-Score lassen sich nur Produkte der gleichen Kategorie vergleichen – also nicht Joghurt mit Suppe, sondern nur Joghurt mit Joghurt.

 

 

 

Wie berechnet man den Nutri-Score?

 

Der Nutri-Score bezieht sich jeweils auf 100 Gramm oder 100 Milliliter eines Lebensmittels.

Die benötigten Angaben können aus der verpflichtenden Nährwerttabelle und dem Zutatenverzeichnis abgeleitet werden.

Für die Berechnung des Nutri-Scores werden der Energiegehalt und die Gehalte verschiedener Nähr- und Inhaltsstoffe miteinander nach einem wissenschaftlich erstellten Algorithmus verrechnet.

Zunächst wird das Produkt dafür einer Lebensmittelgruppe zugeordnet.

 

Die Auswahlliste enthält unter anderem folgende Produktkategorien:

  • Müsliriegel
  • Kuchen und Kekse
  • Suppen und Brühen
  • Frühstückscerealien
  • Fruchtpürees, Kompotte und Süßspeisen
  • Marmeladen
  • Obstkonserven
  • Fruchtsäfte und Fruchtnektar
  • Brotwaren
  • Frische Fertiggerichte
  • Milchfrischprodukte und Ähnliches
  • Frische Feinkostartikel
  • Soßen
  • Sirups

 

Anschließend werden Punkte für Nähr- und Inhaltsstoffe des Lebensmittels vergeben, deren Verzehr

  • sich negativ auf die Gesundheit ausüben könnte (z. B. Energie, Zucker, Fett und Salz),
  • einen eher positiven gesundheitlichen Einfluss haben (Ballaststoff- und Eiweißgehalt, Anteil an Obst, Gemüse, Nüssen und ausgewählten Ölen)

 

Die Gesamtpunktzahl ergibt sich aus der Summe der Punkte der weniger erwünschten Nähr- und Inhaltsstoffe abzüglich der Punkte der erwünschten Nähr- und Inhaltsstoffe.
Je geringer die Gesamtpunktzahl, umso höher ist also die Nährwertqualität des Lebensmittels.

Die errechnete Gesamtpunktzahl wird anhand einer vorgegebenen Zuordnung in die einzelnen Stufen von A (grün) über C (gelb) bis E (rot) eingeordnet.

In einer Excel Tabelle zur Nutri-Score Berechnung können Hersteller vorab testen, welche Zuordnung ihre Produkte erzielen würden:
https://www.santepubliquefrance.fr/media/files/02-determinants-de-sante/nutrition-et-activite-physique/nutri-score/tableur-calcul-nutri-score-en

 

 

 

Wie kann ich den Nutri-Score verwenden?

 

Die Nutzung des Nutri-Scores ist für die Lebensmittelunternehmen kostenfrei.

Es ist eine Anmeldung und die Zustimmung zu den Nutzungsvereinbarungen bei der französischen Markeninhaberin, der Santé publique France”, erforderlich.

 

Die Registrierung erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Erstellen eines passwortgeschützten Kontos
  2. Eintrag von Daten (Unternehmensname, Steueridentifikationsnummer/VAT, Markenname, Markentyp/Produktsegment, rechtlicher Vertreter/Kontaktperson)
  3. Verpflichtung zur Einhaltung der Markensatzung und zur Verwendung des Logos
  4. Erhalt einer elektronischen Empfangsbestätigung der Registrierung sowie sämtlicher Dokumente, die benötigt werden, um den Nutri-Score zu verwenden. Dazu zählen Bilddateien zum Druck sowie ein Lastenheft zur Ermittlung des Nutri-Scores.

Registrieren kann man sich unter https://www.demarches-simplifiees.fr/commencer/registration-for-brands-distributed-abroad-only

 

 

Lohnt sich der Nutri-Score?

 

Auch wenn die Verwendung des Nutri-Score-Logos kostenfrei ist, gehen Hersteller mit der Registrierung eine Verbindlichkeit ein.

Denn wer eine Marke anmeldet, verpflichtet sich zugleich, das Logo für alle Produkte zu verwenden, die er unter dieser Marke auf den Markt bringt.

Man sollte also genau überlegen, ob alle Produkte, die man unter einer Marke herstellt, die Angabe auf der Vorderseite erhalten sollen.

Dafür empfiehlt es sich vorab vor allem für die Lebensmittel mit vielen „negativen“ Inhaltsstoffen wie Zucker, Fett oder Salz, mit der Excel Tabelle auszuprobieren, welche Kennzeichnung sie bekämen. Produkte mit Kennzeichnungen im roten Bereich könnten ungewollt zu Ladenhütern werden, wenn sie neben Produkten mit positiveren Kennzeichnungen stehen.

Auch der Aufwand, den Wert für alle Produkte zu berechnen und die Verpackungen entsprechend zu kennzeichnen bzw. das Design der Verpackung zu ändern, sollte gerade von kleinen Herstellern nicht unterschätzt werden.

Denn für die Umsetzung hat der Hersteller nicht unbegrenzt Zeit.

Für die Kennzeichnung aller Produkte einer registrierten Marke hat der Hersteller in der Regel 24 Monate ab dem Datum seiner Registrierung.

Ab einer Anzahl von 2.000 oder mehr Produkten, die mit dem Logo ausgewiesen werden sollen, wird diese Frist auf 36 Monate verlängert. Hier gilt dann: Der Hersteller muss das Logo innerhalb von 24 Monaten auf 80 Prozent seiner Produkte anbringen.

Aber: Ein Unternehmen ist nicht verpflichtet, jede seiner Marken anzumelden.

Stellt man einen Antrag also für eine Marke, bei der man überwiegend positive, also grüne Kennzeichnungen erhalten wird, kann sich der Aufwand lohnen. Allerdings auch nur, wenn „ungesunde“ Produkte neben ihnen im Handel aufgestellt werden.

Wer die Produkte nur im eigenen Hofladen oder auf Märkten vertreibt, dürfte wahrscheinlich nicht vom Nutri-Score profitieren. Wer sie im Einzelhandel platziert, sollte noch abwarten, was die Konkurrenz macht bzw. nur die Marken eintragen, die positive Kennzeichnungen erreichen können.

 

www.nutri-score.de

 

 

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