Wer ein  elektronisches Aufzeichnungs- oder Kassensystem nutzt, muss ab dem 1. Januar 2020 die Art und Anzahl der im jeweiligen Unternehmen eingesetzten elektronischen Aufzeichnungssysteme und der zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtungen (tSE) dem zuständigen Finanzamt mitteilen.

Diese Meldung ist nach der gesetzlichen Regelung ausschließlich nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck möglich.

Dieser existiert bisher allerdings nicht.

Betroffene Unternehmen sollten daher abwarten, bis der Vordruck veröffentlicht wird.

Zudem wurde aufgrund der Intervention vieler Organisationen und Verbände erreicht, dass die technische Einrichtung erst bis zum 30. September 2020 erfolgen muss.

 

Wir stellen unterdessen das Wichtigste zur Meldepflicht vor.

 

 

Wer ist betroffen?

 

Alle Unternehmen mit elektronischen Registrierkassen oder Kassensystemen.

Registrierkassen, die nach dem 25. November 2010 und bis Ende 2019 angeschafft wurden und die den Vorgaben der Kassenrichtlinie 2010 entsprechen und bauartbedingt nicht aufrüstbarsind, dürfen noch bis zum 31. Dezember 2022 weiterverwendet werden.

Unternehmer, die bisher keine Registrierkasse benutzen oder kein elektronisches System verwenden, sind nicht zur Anschaffung gezwungen.

Eine allgemeine Pflicht zur Nutzung einer Registrierkasse besteht weiterhin nicht.

 

 

Technische Sicherheitseinrichtung

 

Alle Kassen müssen durch eine sogenannte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) geschützt werden.

Diese soll bestimmte Vorgänge in der Kasse manipulationssicher protokollieren.

Im Falle der Nutzung von elektronischen Aufzeichnungssystemen dürfen nur noch Geräte verwendet werden, die die digitalen Grundaufzeichnungen einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht, geordnet und unveränderbar aufzeichnen.

Die Daten müssen auf einem Speichermedium gesichert und verfügbar gehalten werden.

Das konkret eingesetzte TSE-Modell muss durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert sein.

Hierdurch soll wirksamer gegen Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen, wie Kassenaufzeichnungen, und dadurch ausgelösten Steuerbetrug vorgegangen werden.

Technische Anforderungen sind in der sog. Kassensicherungsverordnung vom 26. September 2017 (hier geht’s zur Kassensicherungsverordnung)  geregelt.

 

 

Mitteilungspflicht

 

Das Unternehmen muss den zuständigen Finanzämtern, wie dem Wohnsitz- oder dem Betriebsfinanzamt, folgende Angaben mitteilen:

 

  • Name und Steuernummer,
  • Art der zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung,
  • Art des verwendeten elektronischen Aufzeichnungssystems,
  • Anzahl, Seriennummern und Anschaffungsdaten der verwendeten elektronischen Aufzeichnungssysteme
  • Datum der Außerbetriebnahme des verwendeten elektronischen Aufzeichnungssystems.

 

Diese Angaben sind auf einem amtlich vorgeschriebenen Vordruck innerhalb eines Monats nach der Anschaffung oder Außerbetriebnahme des elektronischen Aufzeichnungssystems zu erteilen – noch ist der Vordruck allerdings nicht erhältlich.

 

 

Verpflichtende Belegausgabe

 

Wer ein elektronisches Kassensystem nutzt, muss seinen Kunden ab dem 01.01.2020 ungefragt einen Beleg zur Verfügung stellen.

Seitens des Kunden besteht allerdings keine Pflicht zur Annahme sowie zur Aufbewahrung des Bons. Der Beleg kann elektronisch in einem standardisierten Datenformat oder in Papierform erstellt werden.

Ausnahme:

Unternehmen, die Waren an eine Vielzahl von nicht bekannten Personen verkaufen, können die Finanzbehörden aber aus Zumutbarkeitsgründen von der Belegausgabepflicht befreien.

Die Befreiung entbindet den Unternehmer allerdings nicht von dem Anspruch des Kunden auf die Ausstellung einer Quittung.

Wer diese Ausnahme nutzen möchte, sollte einen entsprechenden Antrag bei der Finanzbehörde stellen.

Gerade für den klassischen Endverkauf kann ein solcher Antrag sinnvoll sein.

 

 

Was müssen die Belege enthalten?

 

 Die Belege müssen enthalten:

  • den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers
  • das Datum der Belegausstellung und den Zeitpunkt des Vorgangsbeginns sowie den Zeitpunkt der Vorgangsbeendigung
  • die Menge und die Art der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung
  • die Transaktionsnummer
  • für jeden Steuersatz sind die Summen der Entgelte sowie die darin enthaltene Steuerbetrag aufzulisten. Im Fall einer Steuerbefreiung muss ein entsprechender Hinweis aufgebracht sein.
  • die Seriennummer des elektronischen Aufzeichnungssystems oder die Seriennummer des Sicherheitsmoduls.

 

 

Bußgelder auch für Vertreiber von Kassen

 

Bußgelder können ab 2020 nicht nur gegen den Unternehmer erhoben werden, der ein nicht ordnungsgemäßes Kassensystem führt, sondern auch gegen Vertreiber derartiger Systeme bzw. Manipulationssoftware.

Die Höhe der Bußgelder wurde auf bis zu 25.000 Euro angehoben.

Unabhängig davon, ob ein steuerlicher Schaden entstanden ist oder nicht, kann ein Bußgeld bei Verstoß verhängt werden.

 

 

Nicht zu lange warten

 

Eine zeitnahe Umstellung ist trotz des Aufschubs bis zum 30. September 2020 sinnvoll.

Betroffene Unternehmer sollten bald ihre Kassenhersteller kontaktieren, um die notwendigen Sicherheitslösungen zu installieren.

Auch eine Rücksprache mit dem eigenen Steuerberater ist sinnvoll.

 

 

Verwandte Beiträge


Generic filters

Search
Generic filters
Search
Generic filters

Immer frische News -
mit unserem Newsletter

Hier in unseren Newsletter eintragen und immer aktuelle News vom ErdbeerSpargel Portal erhalten.

Sie haben sich erfolgreich eingetragen - ein Bestätigungsmail geht Ihnen zu.