Der Air Berry Harvester Kokan der serbischen Firma BSK wurde auf der Interaspa praxis vorgestellt.                                                Bild: Kerstin Panhorst

 

 

 

Geeignete Erntehelfer zu finden und sie auch über die ganze Saison zu halten wird immer schwieriger.

Zur fehlenden Qualifikation der Saisonkräfte kommt der stets weiter ansteigende Mindestlohn, der die Produktion zunehmend teurer macht.

Zahlreiche Firmen beschäftigen sich deshalb schon lange mit der maschinellen Ernte als Alternative.

Auf der Interaspa praxis stellte die serbische Firma BSK ihren neuen Air Berry Harvester Kokan vor, der luftbetrieben Blaubeeren, Himbeeren und Brombeeren pflückt.

Auf derselben Messe sprach auch Alfred-Peter Entrop vom Obstbauversuchsring des Alten Landes e.V. über den Sinn solcher Maschinen.

Wir haben mit beiden gesprochen.

 

 

 

Air Berry Harvester

 

Entwickelt hat die luftbetriebene Pflückmaschine die serbische Familie Kokanovic.

Besitzer Marko Kokanovic kümmert sich um die Vermarktung, während sein Vater und sein Bruder – beide Ingenieure – die Weiterentwicklung der Maschine betreuen.

Die mit Diesel angetriebene Pflückmaschine hat 100 PS und kann von einem kleinen Traktor gezogen werden. Sie verbraucht ca. 11 bis 15 Liter Diesel pro Stunde.

Mit Luftimpulsen werden die reifen Früchte heruntergeschüttelt. Frequenz und Geschwindigkeit der Luftimpulse sind einstellbar für verschiedene Früchte. Im Gerät dämpfen Airbags den Fall der Früchte, um Druckstellen zu vermeiden.

„Wir haben keine harte Oberfläche, sondern mit Luft gefülltes Gummi. Dadurch erreichen wir das Level der Handpflücke“, beschreibt Marko Kovanovic die Airbags.

Ungefähr 3 ha pro Tag kann die Maschine bearbeiten. Ihr interner Speicher fasst ca. 10 Tonnen Blaubeeren. Dank eingebauter Lichtstrahler kann sie auch nachts eingesetzt werden.

Auch am frühen Morgen ist eine Ernte möglich, da der Tau durch den pulsierenden Luftstrom weggeblasen wird und die Beeren trocken in den Kisten landen.

Die Firma hat bereits über 20 Air Berry Harvester, die je nach Ausstattung um die 100.000 Euro kosten, verkauft. Derzeit ist eine Maschine mit größerer Kapazität in Planung.

 

 

Im Video der Firma kann man die Maschine im Einsatz sehen:

 

 

Weitere informationen gibt es auf www.bsk.rs

 

 

 

Maschinelle Ernte von Heidelbeeren – Technik und Notwendigkeit

 

„Es ist möglich, mit einer Maschine Tafelware zu ernten, aber im Gegensatz zur Handernte werden die Früchte weicher“, sagt Alfred-Peter Entrop vom Obstbauversuchsring des Alten Landes e.V..

Den Air Berry Harvester von BSK konnte der Experte zwar noch nicht testen, aber aufgrund seiner bisherigen Versuche mit den Maschinen von OXBO (Rotary) und BEI (Sway) hat er eine klare Meinung zur Automation.

„Pflückkräfte werden immer weniger, teurer und schlechter – das ist aber kein Plädoyer für die Maschine“, sagt Entrop.

Zwar könne man durch die Maschine die Personalkosten senken, dafür erhöhe man aber zeitgleich die Ernteverluste.

Während bei einer Handernte durchschnittlich 10 Prozent Verlust entstehen, produzieren die Maschinen in der Regel bis zu 30 Prozent.

„Außerdem verringert jede Maschine die Fruchtfestigkeit“, sagt der Experte.

Die durch die Technik verursachten Verluste müssen in Zukunft reduziert werden,d.h. technische Veränderungen erfolgen, um eine maschinelle Ernte als Alternative in Erwägung zu ziehen.

Zurzeit seien die Maschinen, die nur bei trockener Witterung eingesetzt werden können, nur als Ergänzung zur Handernte eine halbwegs sinnvolle Anschaffung, allerdings nicht als Ersatz.

 

 

 

Video

 

Im Video stellt Marko Kokanovic den Air Berry Harvester vor (ab 0:19 min), und Alfred-Peter Entrop berichtet über seine Erfahrungen mit der maschinellen Ernte (ab 3:59 min).

 

 

 

 

 

 

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