14 Prozent der weltweit hergestellten Lebensmittel gehen verloren, bevor sie den Einzelhandel erreichen. Das geht aus einem aktuellen Bericht der UNO-Ernährungs- und -Agrarorganisation (FAO) hervor.

Was sind die Ursachen dieses Verlusts und an welchen Stellen der Lieferkette zwischen Ernte und dem Erreichen des Einzelhandels gehen sie verloren?

 

 

Ursachen für den Verlust

 

Als Ursachen stellt der Bericht falsche Erntezeit, klimatische Bedingungen, falsche Erntetechniken, schlechte Lagerung und unsachgemäßen Transport in den Mittelpunkt.

Erhebliche Verluste sind demnach auf unzureichende Lagerbedingungen sowie Entscheidungen in früheren Phasen der Lieferkette zurückzuführen.

Hier kann insbesondere eine ausreichende Kühllagerung entscheidend sein, um quantitative und qualitative Lebensmittelverluste zu vermeiden.

 

Während des Transports sind außerdem eine gute physische Infrastruktur und eine effiziente Handelslogistik von entscheidender Bedeutung, um Lebensmittelverluste zu vermeiden.  

Verarbeitung und Verpackung können zudem eine wichtige Rolle bei der Konservierung von Lebensmitteln spielen, Verluste können jedoch durch unzureichende Einrichtungen sowie technische Störungen oder menschliches Versagen verursacht werden.  

Die Ursachen für Lebensmittelverschwendung im Einzelhandel hängen mit einer begrenzten Haltbarkeit, der Notwendigkeit, dass Lebensmittel den ästhetischen Standards in Bezug auf Farbe, Form und Größe entsprechen, und der unterschiedlichen Nachfrage zusammen.

 

 

Mehr als 20 Prozent bei Obst und Gemüse

 

 

 

 

Besonders hoch sind die Verluste bei Wurzeln, Knollen und ölhaltigen Früchten (25,3 Prozent).

Obst und Gemüse weisen eine Verlustrate von 21,6 Prozent auf, Fleisch und tierische Produkte nur 11,9 Prozent.

Dagegen geht bei Getreide und Hülsenfrüchten am wenigsten (8,6 Prozent) der Ernte verloren.

Besonders betroffen von Lebensmittelverlusten sind Länder in Zentral- und Südasien (20,7 Prozent).

Aber auch in Nordamerika und Europa (15,7 Prozent) liegt die Verlustrate oberhalb des Weltdurchschnitts, wie Statista berichtet.

 

 

Lücken im Bericht

 

Untersuchungen zu Ausmaß, Ort und Ursachen von Lebensmittelverlust und -verschwendung sind komplex und kostenintensiv.

Infolgedessen haben nur 39 Länder der FAO jährlich zwischen 1990 und 2017 offiziell Daten gemeldet.

Es werden zwar Anstrengungen unternommen, um die Daten zu Verlusten und Verschwendung in einem feineren Maßstab zu verbessern, allerdings sind die vorliegenden Daten als lückenhaft zu betrachten und nicht unbedingt repräsentativ.  

Ab 2015 hat die FAO-Initiative für Lebensmittelverluste und -abfälle (Save Food) deshalb zudem Fallstudien durchgeführt, um kritische Verlustpunkte in der Lebensmittelversorgungskette zu identifizieren, an denen Lebensmittelverluste das höchste Ausmaß, die größten Auswirkungen auf die Lebensmittelsicherheit und die größten wirtschaftlichen Auswirkungen haben.  

Sie weisen darauf hin, dass die Ernte der am häufigsten festgestellte kritische Verlustpunkt für alle Arten von Lebensmitteln ist.

Als Hauptursache für Lagerverluste im Betrieb wurden auch hier unzureichende Lagereinrichtungen und schlechte Handhabungspraktiken ermittelt.

Verpackung und Transport erschienen ebenfalls kritisch.   

 

 

Maßnahmen zur Reduzierung von Verlusten im Eigeninteresse

 

Die Ergebnisse sind trotz aller Lückenhaftigkeit wertvolle Hinweise für die Ermittlung potenzieller Maßnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten.  

Der Bericht zielt darauf ab, Leitlinien für Strategien und Maßnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelverlust und -verschwendung bereitzustellen, selbst angesichts der begrenzten verfügbaren Informationen und Daten.  

Schon allein aus wirtschaftlicher Sicht dürften Produzenten aber ein Interesse daran haben, Lebensmittelverluste und -verschwendung zu reduzieren.

„Da wir jedoch bestrebt sind, Fortschritte bei der Reduzierung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung zu erzielen, können wir nur dann wirklich effektiv sein, wenn unsere Bemühungen durch ein solides Verständnis des Problems untermauert werden.“, schreibt FAO-Generaldirektor Qu Dongyu im Vorwort des Berichts.

„Drei Dimensionen müssen berücksichtigt werden: Erstens müssen wir so genau wie möglich wissen, wie viel Lebensmittel verloren gehen und wo und warum. Zweitens müssen wir uns darüber im Klaren sein, welche Gründe oder Ziele der Reduzierung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung zugrunde liegen – sei es im Zusammenhang mit der Ernährungssicherheit oder der Umwelt. Drittens müssen wir verstehen, wie sich der Verlust und die Verschwendung von Lebensmitteln sowie die Maßnahmen zu ihrer Verringerung auf die verfolgten Ziele auswirken. Dieser Bericht beleuchtet diese drei Dimensionen, um fundiertere und bessere Strategien für den Verlust von Lebensmitteln und die Reduzierung von Abfällen zu entwickeln.“ 

 

Den kompletten Bericht gibt es zum Download unter http://www.fao.org/3/ca6030en/ca6030en.pdf

 

 

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