Beeinflusst das „Bauern-Bashing“ die Stimmung der Landwirte?
Im Rahmen des Zuversichtsbarometers der europäischen Landwirte wurde zur Überprüfung dieser Hypothese eine erste Umfrage durchgeführt.

Erste Ergebnisse zeigen, dass sich französische und deutsche Landwirte am meisten kritisiert fühlten, während Italien und Ungarn von diesem Trend weniger betroffen scheinen.

Sowohl in Frankreich als auch in Deutschland erklärten über 30 % der Landwirte, dass diese Kritik sich deutlich auf ihre Motivation, weiter in der Landwirtschaft tätig zu bleiben, auswirke.

 

 

 

Bauern-Bashing tritt vermehrt auf

 

Das Phänomen des „Bauern-Bashing“ tritt in den Medien in mehreren EU-Mitgliedstaaten immer häufiger auf, doch die genaue Definition dieses Konzepts bleibt schwer fassbar.
Die Definition von „Bauern-Bashing“ fällt je nach Land unterschiedlich aus.

Die vom Europäischen Bauern- und Genossenschaftsverband (COPA-COGECA) im Rahmen ihres Zuversichtsbarometers durchgeführte Befragung zielte darauf ab, in Erfahrung zu bringen, woher nach Meinung der Landwirte der Großteil der unfairen Kritik stammte (sei es von traditionellen Quellen oder den sozialen Medien) und wie diese sich auf ihre Motivation, weiter in der Landwirtschaft tätig zu bleiben, ausgewirkt hat.

Im Rahmen des halbjährlichen Zuversichtsbarometers der Landwirte hat Copa-Cogeca 2.500 Landwirte aus vier unterschiedlichen EU-Ländern befragt, um in Erfahrung zu bringen, ob diese während des ersten Quartals 2020 den Eindruck hatten, wegen ihrer landwirtschaftlichen Praktiken kritisiert zu werden.
Die vier Länder sind Italien, Ungarn, Frankreich und Deutschland.

 

 

Deutschland und Frankreich besonders betroffen

 

Die Ergebnisse fielen je nach Land unterschiedlich aus.
Frankreich war am stärksten betroffen, die Landwirte dort berichteten von einer Zunahme an kritischen Kommentaren über landwirtschaftliche Aktivitäten im öffentlichen Diskurs.

75 % der französischen Landwirte gaben an, dass ihre landwirtschaftlichen Praktiken kritisiert worden seien, und 48 % erklärten, dass die Anzahl kritischer Kommentare im Vergleich zu den vorherigen Quartalen dramatisch angestiegen sei.

An zweiter Stelle liegt Deutschland, wo 59 % der Landwirte der Ansicht waren, dass ihre Praktiken kritisiert worden sind, während Kritik im öffentlichen Diskurs in Ungarn (38 %) und Italien (12 %) weniger Auswirkungen gehabt zu haben schien.

Bei der Frage, ob Landwirte bezüglich ihrer landwirtschaftlichen Praktiken direkter Kritik ausgesetzt waren (hauptsächlich durch die sozialen Medien), lag Frankreich erneut vorne.
Hier stimmten 26 % dieser Aussage zu, gefolgt von Deutschland mit 14 % und Ungarn mit 6 %.

 

 

 

Kritik beeinflusst Motivation

 

Auf die Frage, ob die ggf. erhaltene Kritik (direkt oder durch den öffentlichen Diskurs) ihre Motivation, weiter in der Landwirtschaft tätig zu bleiben, beeinträchtigt habe, stimmten überraschende 12 % der italienischen Landwirte dieser Aussage zu, obwohl der Prozentsatz der erhaltenen Kritik dort niedrig lag.

Der hohe Prozentsatz der erhaltenen Kritik in Frankreich führte dazu, dass 31 % der französischen Landwirte angaben, dass die Kritik ihre Motivation beeinträchtigt habe.
In Deutschland war dieser Anteil sogar noch höher: 33 % der Landwirte stimmten zu, dass öffentliche und direkte Kritik ihre Motivation beeinträchtigt habe.

 

 

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