Im Versuch wurden die Netze an der Stirnseite mit Metallstangen beschwert. Diese waren mit Kabelbindern am Saum des Netzes befestigt. Dadurch konnte das Netz auch bei leichten Windstößen nicht mehr so leicht aufgeweht werden. Bild: Dr. Silke Benz / LWK NRW

 

Das Demonstrationsvorhaben „Einnetzen von Obstkulturen zum Schutz gegen die Kirschessigfliege“ ist ein Vorhaben, das vom Julius Kühn-Institut geleitet und mit mehreren Bundesländern umgesetzt wird.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen betreut dabei sieben Demonstrationsbetriebe.

Mit dem Projekt werden verschiedene Ziele verfolgt: Auf der einen Seite soll die Schutzwirkung der Netze gegen Befall mit der Kirschessigfliege bestätigt werden, auf der anderen Seite soll aber auch die Handhabung der Netze in den verschiedenen Obstanlagen optimiert werden.

In diesem Beitrag liegt der Fokus auf der sicheren Anbringung von Insektenschutznetzen zum Schutz gegen die Kirschessigfliege im Bereich der Zugänge von Obstanlagen.

 

 

Bodenbefestigung entscheidend

 

In den zurückliegenden Jahren hat sich gezeigt, dass bei unsachgemäßer Bodenbefestigung der Insektenschutznetze eine Eintrittspforte für den Zuflug durch die Kirschessigfliege entstehen kann.

 

Süßkirschenanlage mit Insektenschutznetz, das nicht am Boden fixiert ist. Die Stirnseite wird bei windigem Wetter heraufgeweht. Bild: Dr. Silke Benz / LWK NRW

 

Dort wurden durch windiges Wetter die Stirnseite nach oben geöffnet. Hierdurch konnte die Kirschessigfliege in die Süßkirschenanlage einwandern und während der Erntephase Schäden an der Sorte Kordia verursachen.

Da sowohl 2019 als auch 2020 nur in der Reifezeit der Frühsorten Anfang Juni eine chemische Behandlung erfolgte, waren die Kordia Früchte zur Fruchtreife ohne Insektiziden Schutz.

Im Jahr 2020 wurden in dem Betrieb die Netze an der Stirnseite, in einer ersten Maßnahme, mit Metallstangen beschwert. Diese waren mit Kabelbindern am Saum des Netzes befestigt. Dadurch konnte das Netz auch bei leichten Windstößen nicht mehr so leicht aufgeweht werden.

 

Süßkirschenanlage mit gesichertem Bodenabschluss und Beschwerung der Stirnseite durch eine Metallstange am Saum des Netzes bei windigem Wetter. Bild: Dr. Silke Benz / LWK NRW

 

Der Bodenabschluss war zwar noch nicht optimal, aber bis zum Ende der Ernte- und Einnetzungsperiode am 16.07.2020 wurde keinen Fruchtbefall beobachtet.

Im Gegensatz zu 2019 war 2020 erst eine Woche nach dem Abbau der Netze ein leichter Befall zu verzeichnen und in 30 (Rest)früchten wurden insgesamt 23 Larven gefunden.

 

Sorte Kordia mit Fruchtbefall durch die Kirschessigfliege (KEF). Dargestellt sind die Larven in 30 Früchten. Die Anlage war zwischen dem 27.05. und 18.07.2019 eingenetzt (Netz), allerdings gab es durch zeitweiliges Öffnen der Netze einen Zuflug durch die Kirschessigfliege. Eine Applikation gegen die KEF wurde am 29.05.2020 durchgeführt. Grafik: Dr. Silke Benz / LWK NRW

Fruchtbefall mit Kirschessigfliege (KEF). Dargestellt ist die Anzahl der KEF Larven in 30 Früchten. Die Anlage war vom 05.05-16.07.2020 eingenetzt (Netz), der Termin am 22.07.2020 lag somit außerhalb des Einnetzungszeitraumes. Die Beprobung zu diesem Zeitpunkt zeigt, dass ohne Netz ein starker Befallsdruck vorhanden war. Es wurden Anfang Juni KEF Applikationen durchgeführt. Grafik: Dr. Silke Benz / LWK NRW

 

 

 

Einfach und effektiv

 

Die dargestellte Maßnahme war sicherlich eine einfache aber effektive Methode gewesen, um ein Heraufwehen und Öffnen der Insektenschutznetze zu erschweren.

Im Idealfall sollten aber auch die Vorgewende mit Netzen und separater Einfahrt ausgestattet werden.

Um den Bodenschluss zu gewährleisten, müssen die Netze einen Überstand von mindestens 50 cm aufweisen. Dabei werden sie mit Netzplaketten und Gummiseilen gegen den Boden gespannt, so dass auch bei starkem Wind die Netze nicht auffliegen können.

Der eigentliche Bodenabschluss kann dann mit Sandsäcken oder alten, wassergefüllten Feuerwehrschläuchen erfolgen.

Fazit: Bei der Einnetzung muss auf einen sicheren Bodenabschluss geachtet werden. Dieser kann mit einfachen Mitteln realisiert werden. Auf diese Weise können große Ernteverluste vermieden und die befallsfreie Erntephase verlängert werden.

 

 

 

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