Bewässerungsanlage eines Erdbeerfeldes in der Nähe des Doñana Nationalparks in Andalusien, Spanien Foto: Michel Gunther / WWF

 

 

 

Fast die gesamte Erdbeerernte aus der spanischen Provinz Huelva wird exportiert, auch nach Deutschland. Doch der Anbau dort läuft nicht immer mit legalen Mitteln.

Der Europäische Gerichtshof fordert nun den Schutz für den Naturpark vor illegalem Erdbeeranbau.

Spanische Umweltschützer sprechen bereits von einem »historischen Urteil«. Mit der Feststellung, dass »Spanien die europäischen Gesetze zum Schutz des Nationalparks von Doñana nicht einhält«, folgt der Europäische Gerichtshof einer Klage der EU-Kommission, nach der Spanien mit der »übermäßigen Entnahme von Grundwasser« die europäischen Wasserrichtlinien nicht einhält.

 

 

 

Illegale Plantagen und nicht genehmigte Brunnen

 

 

Das Problem ist in der Provinz Huelva, auch bekannt als der »Obstgarten Europas« bereits seit längerem bekannt. Schon 2010 hatte die Umweltschutzorganisation WWF eine erste Klage gegen Wasserraub in dem einzigartigen Feuchtgebiet im Süden der iberischen Halbinsel an der Atlantikküste eingereicht.

In den letzten Jahrzehnten haben sich laut Felipe Fuentelsaz (WWF) die Anbauflächen vor allem für Erdbeeren unkontrolliert in das Gebiet des 1969 gegründeten und inzwischen als Weltnaturerbe anerkannten Nationalparks hineingefressen. Er spricht von zahlreichen illegalen Plantagen und rund 1.000 ohne Genehmigung errichteten Brunnen, mit denen das Grundwasser abgepumpt wird.

In dem 125.000 Hektar großen Feuchtgebiet entlang des Flusses Guadalquivir, dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel im August 2018 einen Besuch abgestattet hat, gibt es eine einzigartige Vielfalt an Ökosystemen und eine reichhaltige Fauna und Flora. Hunderttausende Zugvögel rasten dort auf ihrem Weg aus ihren Winterquartieren in Afrika in ihre Brutgebiete im Norden Europas. Rund 360 Vogelarten wurden gezählt. Dazu kommen seltene Säugetiere, wie der bis vor kurzem vom Aussterben bedrohte Iberische Luchs, der dort wieder heimisch geworden ist.

 

 

 

Raubbau am Grundwasser und Niederschlagsmangel verschärfen die Situation

 

 

Die jahrzehntelange übermäßige Wasserentnahme aus den Grundwasser führenden Schichten des Doñana-Gebietes hat bereits drei der fünf unterirdischen Vorkommen erheblich geschädigt.

Mit dem illegal geförderten Grundwasser werden Erdbeeren, Blaubeeren und Himbeeren bewässert, die unter anderem nach Deutschland exportiert werden. Der Mangel an Niederschlägen in Folge des Klimawandels verschlimmert das Problem. Laut WWF wird der seit fünf Jahren bestehende Plan der andalusischen Regionalregierung, den Raubbau am Grundwasser zu stoppen, nur zögerlich und unzureichend umgesetzt.

»Spanien unternimmt keine geeigneten Schritte, um die Verschlechterung von geschützten Lebensräumen in den Feuchtgebieten zu verhindern« heißt es in der 2019 einreichten Klage der EU-Kommission, die jetzt vom EuGH zumindest teilweise bestätigt wurde.

Nach dem Urteil hat der WWF die spanische Zentralregierung aufgefordert, alle illegalen Bohrlöcher zu schließen und die intensive landwirtschaftliche Nutzung im Bereich des Nationalparks an der Costa de la Luz in Andalusien einzustellen. Falls das umgesetzt wird, würden spanische Erdbeeren aus diesem Gebiet wohl teurer werden.

Erdbeerfelder unter Plastikabdeckung verursachen Grundwassermangel im Gebiet des Doñana Nationalparks. Foto: Michel Gunther / WWF

 

 

Supermarktketten gegen illegalen Anbau

 

 

Bereits 2016 hatten sich große Supermarktketten wie Coop, Migros, Unilever oder Albert Heijn den Initiativen gegen den umfassenden illegalen Erdbeeranbau angeschlossen.

Erzeuger in Deutschland könnten entsprechende Argumente in ihre Marketingstrategien einbauen um die Verbraucher von regionalen Produkten zu überzeugen. Durch den Hinweis auf umwelt- und klimaschonende Anbaumethoden werden neue Kunden gewonnen, die mit veränderten Konsumgewohnheiten zum Schutz des spanischen Naturparadieses beitragen.

 

 

Quellen: WWF, tagesschau.de, taz.de, faz.net, eu-info.de, Wikipedia

 

 

 

 

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