Mehr als eine Milliarde Euro werden jedes Jahr schätzungsweise in der EU mit illegalen Pflanzenschutzmitteln (PSM) umgesetzt.

Die oftmals aus China stammenden Mittel sind meistens nicht zugelassen oder entsprechen in ihrer Zusammensetzung nicht den genehmigten Mitteln.

Sie können Kulturschäden hervorrufen und als Rückstände in Folgeprodukten und Lebensmitteln zum Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier werden.

Wer illegale Pflanzschutzmittel vertreibt oder verwendet, muss mit hohen Geldbußen und einem immensen Imageschaden rechnen.

Erst im Mai diesen Jahres war Europäischen Behörden ein Schlag gegen den Handel mit nachgemachten und illegalen Pflanzenschutzmitteln gelungen.

Laut des Europäischen Amts für Betrugsbekämpfung (OLAF) wurden bei der Operation „Silver Axe III“ gut 360t in ganz Europa beschlagnahmt.

 

 

 

 

Konsequenzen bei Nutzung illegaler Pflanzschutzmittel und Fälschungen

 

PSM aus unklarer Herkunft sind zwar beim Kauf günstiger, aber sie können höhere Kosten verursachen, wenn ihre Nutzung bekannt wird.

Verbotene PSM und solche mit widerrufener oder seit mehr als 18 Monaten abgelaufener Zulassung müssen ordnungsgemäß beseitigt werden.

Sollten sie bereits Verwendung gefunden haben, muss die gesamte Ernte kostenpflichtig entsorgt werden, und zudem muss der Landwirt die Kosten für eine eventuelle Rückrufaktion tragen.

Ware, die mit illegalen PSM behandelt wurde, ist nicht verkehrsfähig.

Anwender können zudem ihre Berechtigung, QS-Ware (QS Prüfzeichen) oder GLOBALG. A.P. Ware (Qualitätssicherungs- und Zertifizierungssystem) zu erzeugen, verlieren.

Direktzahlen können gekürzt werden, illegalen Händlern drohen Geldbußen und Gefängnisstrafen.

 

 

 

 

Kontrolle von Pflanzenschutzmitteln

 

Pflanzenschutzmittel sind streng regulierte Chemikalien. Genau wie Arzneimittel benötigen sie eine Zulassung.

Alle PSM ohne Zulassung sind illegal.

Für die Überwachung sind in Deutschland die Bundesländer zuständig.

Die Kontrolle der Anwendungen erfolgt durch die Pflanzenschutzdienste der Länder, die die im Markt befindlichen PSM sowohl bei Händlern wie auch Anwendern überprüfen.

Die Bundesländer kontrollieren auch die auf dem Markt befindlichen Pflanzenschutzmittel.

Überwachungsämter der Bundesländer prüfen regelmäßig, ob die gesetzlichen Rückstandshöchstgehalte von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen in Lebens- und Futtermitteln eingehalten werden und ziehen zu hoch belastete Lebens- und Futtermittel aus dem Verkehr.

Lebensmittelüberwachung, Erzeugerorganisationen, Agrarhandel und Lebensmitteleinzelhandel kontrollieren zudem regelmäßig landwirtschaftliche Erzeugnisse auf Rückstände und nicht zulässige Substanzen.

 

 

 

Verbreitung und Verwendung von Pflanzenschutzmitteln

 

Unter die chemischen oder biologischen Wirkstoffe, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, um unerwünschte Organismen abzutöten, fallen Herbizide (Mittel gegen Unkräuter), Insektizide (Mittel gegen Insekten), Fungizide (Mittel gegen Pilzerkrankungen), Molluskizide (Mittel gegen Schnecken), Akarizide (Mittel gegen Milben), Rodentizide (Mittel gegen schädliche Nagetiere) und Wachstumsregler (Mittel zur Steuerung biologischer Prozesse).

In Deutschland waren 2016 circa 270 Wirkstoffe in insgesamt 753 verschiedenen Pflanzenschutzmitteln zugelassen.

Die Menge der in Deutschland abgesetzten legalen Pflanzenschutzmittel lag seit 2006 bei jährlich circa 30.000 bis 43.000 Tonnen.

Der Weltmarkt für Pflanzenschutzmittel beträgt im Jahr durchschnittlich mehr als 40 Mrd. Euro und verteilt sich zu 28,5 % auf Lateinamerika, 25,9 % auf Asien inkl. Japan und Ozeanien, 24,5 % auf die Europäische Union und 17,3 % auf die USA, Kanada und Mexiko.

 

 

 

 

Rechtliche Grundlage für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

 

Die Genehmigung von Wirkstoffen und Zulassung von Pflanzenschutzmitteln ist seit 2011 in der EU-Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln geregelt.

Sie gibt auch die aktualisierten Datenanforderungen und Entscheidungskriterien für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in den Mitgliedsstaaten vor.

Die Zulassung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist in Deutschland zudem durch das Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) und die zugehörigen Verordnungen geregelt.

Das europäische und das deutsche Pflanzenschutzrecht gewährleisten, dass nur auf ihre Umweltauswirkungen geprüfte Pflanzenschutzmittel in den Verkehr gebracht werden.

Die Umweltprüfung jedes Pflanzenschutzmittels ist Teil des Zulassungsverfahrens des Umweltbundesamts.

Sie stellt sicher, dass direkte Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die Umwelt einschließlich der Biodiversität weitgehend verhindert werden.

 

 

 

 

Weitere Informationen zu allen zugelassenen PSM finden sich beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

www.bvl.bund.de

 

 

 

 

 

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