Arbeitskräfte zu finden und sie langfristig zu binden wird zunehmend schwieriger.

Die Verringerung der Lohnsteuer durch eine Pauschalisierung kann für Arbeitnehmer einen zusätzlichen Anreiz schaffen.

Im Rahmen des Bürokratieentlastungsgesetzes III verabschiedete der Bundestag nun eine Anhebung des Grenzbetrags zur Anwendung der fünf Prozent Lohnsteuerpauschalierung in der Landwirtschaft.

 

 

Erhöhung des Grenzbetrags

 

Gemäß § 40a EstG wird ab dem 01.01.2020 der Grenzbetrag von bislang 12 € pro Stunde auf 15 € pro Stunde angehoben.

Die Erhöhung des Grenzbetrags wurde durch die Einführung und Erhöhung des Mindestlohns nötig.

Denn durch Anhebung des Stundenlohns kamen nicht selten Arbeitskräfte, die nach Leistungslohn abgerechnet wurden, schnell über die 12 € pro Stunde.

Das führte dazu, dass in diesen Fällen die Lohnsteuerpauschale von 5 % auf 25 % angehoben werden musste.

Vorsorglich haben daher zahlreiche Betriebe die Einzelveranlagung anhand persönlicher Steuermerkmale durch Nutzung der Einkommenssteuerersatzbescheinigung vorgezogen.

Dies wird jedoch von vielen Betriebsleitern als bürokratisch und langwierig beschreiben.

Die Dauer der Bestätigung der Freibeträge durch die Finanzämter ist häufig mit mehr als drei Wochen zu lange.

Bis dahin sind in der Regel die Saisonarbeitskräfte bereits abgereist und mögliche Lohnkorrekturen gehen zu Lasten des Arbeitgebers.

 

 

Lohnsteuerpauschalierung

 

Grundsätzlich ist jeder an kurzfristig beschäftigte Arbeitnehmer (Aushilfskräfte, Gelegenheitsarbeiter) gezahlte Arbeitslohn lohnsteuerpflichtig.

Normalerweise wird die Lohnsteuer auf Grundlage der persönlichen Merkmale des Arbeitnehmers ermittelt, die auf der Lohnsteuerkarte vermerkt sind. In einer Reihe von Fällen ist es auch möglich, die Lohnsteuer pauschal zu erheben.

Die Lohnsteuerpauschalierung ist ein Vereinfachungsverfahren im deutschen Lohnsteuerrecht, geregelt in § 40 bis § 40b EStG.

Dabei wird die Lohnsteuer nicht in Abhängigkeit von der Höhe des Arbeitslohns und anderen persönlichen Merkmalen eines Arbeitnehmers unter Anwendung der Tarifformel ermittelt, sondern mit den bestimmten Pauschsteuersätzen, deren Höhe sich nach der einschlägigen Pauschalierungsvorschrift richtet.

Die Vorlage einer Lohnsteuerkarte ist dann nicht erforderlich.

Eine Pauschalbesteuerung mit 25 % ist möglich bei kurzfristigen Beschäftigungen.

Diese liegt vor, wenn der Arbeitnehmer nicht regelmäßig wiederkehrend beschäftigt wird und

  • die Dauer der Beschäftigung über 18 zusammenhängende Arbeitstage nicht hinausgeht,
  • die Höhe des Arbeitslohns während der Beschäftigungsdauer durchschnittlich je Arbeitstag 72 EUR nicht übersteigt und
  • der auf einen Stundenlohn umgerechnete Arbeitslohn durchschnittlich 12 EUR bzw. nun 15 € nicht übersteigt.

 

Der Arbeitgeber kann in diesen Fällen den Arbeitslohn für eine kurzfristige Beschäftigung mit 25 % pauschal besteuern und auf den Abruf der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale verzichten. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag mit 5,5 % und ggf. die Kirchensteuer.

Eine Lohnsteuerpauschalierung von 5% ist dann möglich, wenn der Arbeitgeber bei Aushilfskräften, die er in seinem Betrieb der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt hat, auf die Vorlage der Lohnsteuerkarte verzichtet und ausschließlich typisch land- oder forstwirtschaftliche Arbeiten verrichtet werden.

Aushilfskräfte sind nicht Arbeitnehmer, die zu den land- und forstwirtschaftlichen Fachkräften gehören oder die der Arbeitgeber mehr als 180 Tage im Kalenderjahr beschäftigt.

Die Möglichkeit des pauschalen Lohnsteuerabzugs entfällt, wenn von Anfang an ein wiederholter Einsatz geplant ist.

Ob sozialversicherungsrechtlich eine kurzfristige Beschäftigung vorliegt oder nicht, ist für die Pauschalbesteuerung mit 25 % ohne Bedeutung.

 

Wichtig: Von der Lohnsteuerpauschalierung profitieren vor allem die Arbeitnehmer, die ihren Bruttolohn beinahe vollständig als Netto ausgezahlt bekommen. Für die Arbeitgeber hingegen birgt sie einige Risiken – bei einer Überschreitung der Arbeitszeit oder der Lohngrenzen können hohe Nachzahlungen fällig werden.

 

 

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