Spargel im Damm. Foto: Tanja Dolic

Spargel im Damm. Foto: Tanja Dolic

 

Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK Nds) rechnet mit guten Erträgen.

In diesen Tagen erst beginnt die Spargelernte in ganz Niedersachsen. Den Anfang machten die weißen Stangen bereits Anfang März von einzelnen beheizten Feldern direktvermarktender Betriebe.

Den aktuellen Wetterprognosen zufolge werden die Erntemengen aber relativ schnell zunehmen, berichtete die LWK Nds am 12. April 2018.
Zum Saisonstart stand in diesem Jahr weniger Spargel zur Verfügung als 2017. Dennoch rechnet die Kammer landesweit mit guten Erträgen.

 

Wie kam es zu der geringen Ernte zum Saisonstart?

Der nasse Winter hatte vielerorts zunächst dazu geführt, dass Flächen nicht befahrbar waren. Erst nach der Frostperiode und des trockenen Wetters ab März wurde das wieder gut möglich.

 

Gründe für die gute Saisonprognose

Die Fachleute der LWK Nds sind sich einig: Bald werde es überall reichlich Spargel geben.
Denn:

  1. Voraussichtlich werden weitere Anlagen gegen Ende April in die Ernte kommen.
  2. Der Winter war ausreichend kalt für einen gleichmäßigen Austrieb. Bis Ende März waren die Temperaturen in der Tiefe der Spargelkronen vielerorts noch im einstelligen Bereich. Erst wenn dort, in etwa 20 Zentimeter Tiefe, Temperaturen von zwölf Grad und mehr herrschen, treibt der Spargel aus. Dafür werden die kommenden warmen Tage sorgen.
  3. Moderne Erntemethoden. Viele Betriebe investieren seit Jahren in zusätzliche Folientechnologie. So lässt sich das Wachstum des Edel-Gemüses beschleunigen und besser steuern.

 

Anbauverfahren der Betriebe

Normalerweise werden die Spargeldämme und Felder mit Folie abgedeckt und die Dämme zusätzlich mit einem sog. Mini-Tunnel.

Auch setzen Betriebe vermehrt auf eine Dreifachabdeckung: Die Dämme werden dabei mit schwarzer Folie abgedeckt. Darüber wird zusätzlich ein Mini-Tunnel gezogen und über diesen noch eine weitere Folie aufgelegt. So erwärmen sich zusätzlich die Laufwege zwischen den Tunneln und speichern ebenso Wärme.  

 

Vorteile beim Einsatz von Folie

  • Der Boden erwärmt sich besser:

Die Ernte beginnt früher und die Stangen sind zarter, da der Spargel schneller wächst. Auch der Geschmack wird durch das schnellere Wachstum positiv beeinflusst.

  • Höhere Qualität des Spargels:

Die Berostung der Stangen, die durch schlechte Witterungsbedingungen hervorgerufen wird, kann deutlich gesenkt werden.
Der Anteil an Stangen, die aufgrund von Hitzeperioden rosa verfärbt sind, ist viel kleiner geworden. Selbst die blauen Köpfe, die durch zu spätes Ernten entstehen und die der Handel nicht akzeptiert, spielen beim Anbau unter Folie kaum noch eine Rolle.

  • Umweltaspekte:

Durch gezieltes Folienmanagement kann auf den Einsatz von Herbiziden zur Unkrautbekämpfung vor der Ernte komplett verzichtet werden, da sich unter der Folie kein Unkraut entwickeln kann.

  • Schädlingsbekämpfung:

In der Vergangenheit hat die Bohnenfliege zu erheblichen Ernteverlusten geführt. Durch den Einsatz von Folien kann sie ihre Eier nicht mehr in der Nähe der Spargelstangen abgelegen. Ein Befall des Erntegutes ist somit nicht mehr möglich. Eine Bekämpfung ist aus diesem Grund während der Vegetationszeit nach der Ernte nicht mehr notwendig.

Durch die Folienauflage verliert der Boden kaum noch Wasser, sodass auf Beregnung während der Ernte zur Verbesserung von Qualität und Ertrag fast gänzlich verzichtet werden kann.

  • Bodenerosion:

Auf nicht bedeckten Sandflächen wirbelt der Boden mehrere Meter hoch und geht somit für den Anbau verloren. Weltweit werden auf diese Weise große Schäden auf Ackerflächen verursacht.

Bei all diesen Vorteilen soll nicht verschwiegen werden, dass am Ende der Nutzung die Entsorgung der Folie ansteht. Aber auch hier hat sich in der Vergangenheit ein positiver Trend durchgesetzt.

Heute werden Folien verwendet, die genau solange halten wie eine Spargelanlage.
Durch die verbesserte Haltbarkeit ist das heute technisch kein Problem mehr.
Wenn sie am Ende ihrer Lebenszeit nicht mehr brauchbar sind, werden sie in der Regel wiederaufgearbeitet und als Rohstoff für neue Produkte verwendet.

 

Nutzen der Folie für die Ernte

Am besten wird die Ernteperiode mit drei Folien-Abdeckungs-Methoden genutzt.

Häufig verfrühen Anbauer zirka 50 Prozent ihrer Anbaufläche – beschleunigen also mit technischer Hilfe die Entwicklung des Gemüses.

Ein Teil der Flächen wird mit Lochfolie oder Vlies, Minitunnel und Schwarzfolie dreifach bedeckt, um möglichst früh mit der Ernte beginnen zu können.

Danach starten die zweifach bedeckten Flächen, die mit Minitunnel und schwarzer Folie ausgerüstet sind.

Diese werden schließlich von den einfach mit schwarzer Folie bedeckten Flächen abgelöst.

Gegen Ende der Saison, die traditionell am Johannistag (24. Juni) endet, schließen dann die einfach weiß bedeckten Flächen ab.

 

Fakten zum Schluss

Rund 400 Betriebe setzen in Niedersachsen auf den Anbau von Spargel. Nach Angaben des Statistischen Landesamts in Hannover wurden 2017 auf rund 5.200 Hektar (2016: 4.929 Hektar, + 5,2 Prozent) genau 29.962 Tonnen (2016: 26.465 Tonnen, + 13,2 Prozent) des Saisongemüses geerntet.

Außerdem kamen vergangenes Jahr noch knapp 1.000 Hektar Spargel-Neuanpflanzungen hinzu.
Zu den Zentren des niedersächsischen Spargelanbaus zählen die Regionen rund um Nienburg, Lüneburg, Uelzen sowie das Osnabrücker Land.

 


 

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