Auf der Seite des Natural Capital Projects zeigen die Szenarien für 2050 einen alarmierenden Rückgang in der Bestäubung. Quelle: NaturalCapitalProject

 

 

Wie wichtig ist die Natur für den Menschen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich eine internationale Plattform der Vereinten Nationen für Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen (IPBES).

Die beteiligten Wissenschaftler des Natural Capital Projects haben ein globales Modell für Ökosystemleistungen entwickelt, das sich auf die Regulierung der Wasserqualität, den Küstenschutz und die Bestäubung von Nutzpflanzen konzentriert.

Sie haben dafür eine neue Präsentationsform gewählt: interaktive Weltkarten. Mit ihnen zeigen sie, wie sich das Zusammenleben von Mensch und Natur bis ins Jahr 2050 verändern wird.

Anhand des Modells wird sichtbar, das dann bis zu 5 Milliarden Menschen vom Rückgang der Ökosystemleistungen bedroht sein könnten.

 

 

Die Idee

 

Das Ausmaß und die Geschwindigkeit des globalen Wandels erfordern eine rasche Bewertung der Natur und ihrer Bedeutung für den Menschen, so die Entwickler.

Becky Chaplin-Kramer, leitende Wissenschaftlerin für das Natural Capital Project, hat als Erstautorin mit einer Studie zur „Globalen Modellierung der Beiträge der Natur zum Menschen“ den Grundstein zur Plattform gelegt.

Anhand der Studie haben die Forscher ein globales Modell für Ökosystemleistungen entwickelt, das sich auf die Regulierung der Wasserqualität, den Küstenschutz und die Bestäubung von Nutzpflanzen konzentriert.

Sie präsentieren auf ihrer Internetseite ein detailliertes globales Modell des aktuellen Status und zukünftiger Szenarien.

Dafür wurde das Angebot (durch die Natur) und die Nachfrage (durch die Menschen) nach spezifischen Ökosystemdienstleistungen für jede Region auf dieser Welt analysiert.

 

 

 

Die Erkenntnisse

 

Anhand des Modells ist sichtbar, das bis zum Jahr 2050 bis zu 5 Milliarden Menschen vom Rückgang der Ökosystemleistungen bedroht sein könnten.

Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass gerade dort, wo die Bedürfnisse der Menschen nach Natur am größten sind, die Fähigkeit der Natur, diese Bedürfnisse zu befriedigen, abnimmt.

Bis zu 5 Milliarden Menschen sind unter zukünftigen Szenarien der Landnutzung und des Klimawandels, insbesondere in Afrika und Südasien, von einer unzureichenden Bestäubung von Pflanzen und somit dem Rückgang von Nahrungsmitteln betroffen.

4,5 Milliarden Menschen werden Schwierigkeiten beim Zugang zu sauberem Wasser haben und mehr als eine halbe Milliarde Menschen in Küstenregionen werden Stürmen und Unwettern stärker ausgeliefert sein als heute.

Der fortgesetzte Verlust der Natur stellt eine ernsthafte Bedrohung dar, die sich im Rahmen eines Szenarios für eine nachhaltige Entwicklung jedoch um das 3- bis 10-fache verringern lässt.

 

 

Die Plattform

 

Die Forscher zeigen auf verschiedenen Weltkarten, wie sich das Zusammenleben von Mensch und Natur bis ins Jahr 2050 verändern wird.

Es gibt unterschiedliche Weltkarten, auf denen Bestäubung, Wasserqualitätsverlust und Küstengefahren einzeln aufgeführt sind.

Zudem kann für jede Region die Anzahl betroffener Menschen angezeigt werden.

Dabei ist die Darstellung sehr detailgenau – die Karten lassen sich teilweise bis auf eine Fläche von 300 mal 300 Metern vergrößern.

 

 

Mögliche Szenarien

 

Die beteiligten Wissenschaftler wollen mit ihrer Plattform wachrütteln.

Deshalb haben sie auf ihren verschiedenen Szenarien durchgespielt.

Damit hoffen sie vor allem die Politik zum Umdenken zu bewegen und damit ihr Worst Case Scenario für 2050 zu vermeiden.

 

Dafür zeigen sie drei kontrastierende Szenarien, die Landnutzung, Klima und Bevölkerungswandel berücksichtigen:

 

  • Das Nachhaltigkeitsszenario zeigt eine “grünere” Welt, die sich schrittweise in Richtung eines nachhaltigeren Wegs verlagert und dabei auf eine integrativere Entwicklung (Verringerung von Ungleichheiten) und Respekt vor der Umwelt Wert legt.

 

  • Das Szenario der regionalen Rivalität geht von einem wiederauflebenden Nationalismus aus, bei dem die Sorge der Länder um Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit zu internationalen Konflikten führt. Die wirtschaftliche Entwicklung verläuft schleppend, die Investitionen in Bildung und Technik nehmen ab, die Ungleichheiten nehmen zu. Der Klimawandel ist intensiv und in einigen Regionen ist eine starke Umweltzerstörung zu verzeichnen.

 

  • Das Szenario der Fossilen-Brennstoff-Entwicklung zeigt eine Welt, in der die Menschheit den kapitalistischen Weg einschlägt, mit hohem Vertrauen in wettbewerbsorientierte Märkte, Innovation und partizipative Gesellschaften. Diese Welt wird zunehmend globalisiert, mit großen Investitionen in Gesundheit, Bildung und sozioökonomische Entwicklung im Allgemeinen. Dies geschieht jedoch unter weitgehender Ausbeutung vorhandener fossiler Brennstoffressourcen und einer sehr konsumentenorientierten Lebensweise, in der Geo-Engineering als Lösung angesehen wird.

 

Hier geht es zur Plattform
http://viz.naturalcapitalproject.org/ipbes/index.html

 

 

 

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