Nach Angaben des Klimawandeldienstes Copernicus war der Juli der weltweit heißeste Monat seit Messbeginn.

Seine Durchschnittstemperatur lag zwar nur knapp 0,04 Grad über der des bisherigen Rekordhalters, dem Juli 2016, lieferte dafür aber an einzelnen Tagen absolute Spitzenwerte.

Gleich mehrfach wurde in Deutschland der Allzeitwetterrekord gebrochen mit Höchstwerten von bis zu 42,6 Grad.

Doch nicht die Hitze ist dabei das größte Problem, sondern die Trockenheit.

 

 

Dürre hat katastrophale Ausmaße

 

An verschiedenen Orten regnet es inzwischen wieder in Deutschland, doch in weiten Teilen des Landes ist es immer noch zu trocken.

In Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat die Dürre des Jahres 2018 genau genommen durch Winter und Frühjahr nie aufgehört.

Ende Januar waren nördlich von Berlin die Niederschläge bis zu 40 Zentimeter in den Waldboden gesickert. Darunter war die Erde so staubig wie am Ende des Sommers 2018.

Die Dürre hat nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in weiten Teilen des Landes im Juli “katastrophale Ausmaße” angenommen. In den meisten Gebieten sei es deutlich zu trocken geblieben, berichtete der DWD in Offenbach in einer vorläufigen Bilanz.

An vielen Orten im gesamten Bundesgebiet seien nur ein Viertel oder ein Fünftel der üblichen Niederschläge gefallen.

Die Entwicklung war demnach die Folge eines anhaltenden, großen Niederschlagsdefizits aus dem sehr trockenen Vorjahr sowie der Hitzewelle historischen Ausmaßes, die Ende Juli tagelang für Rekordtemperaturen sorgte.

Insgesamt fiel bundesweit im Juli mit 55 Litern pro Quadratmeter rund ein Drittel weniger Niederschlag als üblich. Normalerweise sind es dem DWD zufolge 78 Liter.

Nachdem das Jahr 2018 mit einem Niederschlagsdefizit von rund 200 mm im Deutschlandmittel zu Ende gegangen ist, brachten überdurchschnittliche Niederschläge im Januar und März 2019 eine leichte Entspannung.

Diese konnten aber den für die Forst- und Landwirtschaft sowie Flusspegeln relevanten Wasserspeicher in tieferen Schichten nicht bedeutend auffüllen.

Durch die seit Frühjahr 2018 unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen entstand in einigen Regionen Deutschlands eine Trockensituation, die durch eine Hitzeperiode Ende Juni 2019 noch verschärft wurde.

 

 

Natur leidet unter Niederschlagsmangel

 

Während Eigenheimbesitzer trotz Gebots zum Wassersparen den eigenen Rasen sprengen, um ihn wenigstens noch rudimentär zu erhalten, werden städtische Bäume inzwischen durch Feuerwehren versorgt und gegossen.

Die Panik vor dem großen Waldsterben geht um und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft kündigt bereits erste Maßnahmen an.

Stürme, die extreme Dürre, überdurchschnittlich viele Waldbrände und Borkenkäferbefall haben bereits 2018 gravierende Schäden in den Wäldern verursacht und setzen auch 2019 dem Wald weiter zu.

Und natürlich leidet auch die Landwirtschaft unter dem Wasserdefizit.

Die vergangenen vier Jahre waren weltweit die heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Ohne die globale Erwärmung hätte es laut führender Klimaforscher solche steigenden Temperaturen nicht gegeben.

Da weiter viel klimaschädliche Treibhausgase ausgestoßen würden, seien weitere Hitzerekorde in der Zukunft zu erwarten, teilt der von der EU betriebene Copernicus-Dienst zur Überwachung des Klimawandels mit.

 

 

Dürrehilfen aus Brüssel

 

Fast alle landwirtschaftlichen Kulturen leiden unter der enormen Trockenheit, viele Anbauer werden auch in diesem Jahr auf Dürrehilfen der EU angewiesen sein.

Der für Landwirtschaft zuständige Kommissar Phil Hogan erklärte nun: „Diese andauernden klimatischen Bedingungen sind für unsere Landwirte Anlass zu Sorge.

Die Kommission steht in engem Kontakt mit den Mitgliedstaaten und bewertet die Lage vor Ort.

Wie immer stehen wir bereit, den von der Dürre betroffenen Landwirten zu helfen. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, höhere Vorschusszahlungen und Ausnahmen von bestimmten Ökologisierungsvorschriften einzuführen, um die Erzeugung von Futtermitteln zu erleichtern.“

Bis zu 70 Prozent der Agrar-Direktzahlungen und 85 Prozent der Zahlungen für die ländliche Entwicklung werden ab Mitte Oktober zur Verfügung stehen, um die finanzielle Lage der Landwirte zu verbessern.

Zudem geben Ausnahmen von bestimmten Ökologisierungsvorgaben, zum Beispiel in Bezug auf stillgelegte Flächen, den Landwirten mehr Flexibilität bei der Futtermittelproduktion.

Wie zuvor streben in Deutschland die Bundesländer nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums eine vollständige Auszahlung der Direktzahlungen gegen Ende des laufenden Jahres an.

 

 

 

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