Die Belastung von Lebensmitteln mit Pestizidrückständen variiert je nach Herkunftsland stark.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat gerade seine Untersuchungsergebnisse 2017 zu Rückständen in Lebensmitteln vorgestellt.

Lebensmittel sind demnach in Deutschland nur sehr gering mit Pflanzenschutzmittelrückständen belastet.

Dies könnte zu einem Umdenken der Kunden führen, die lieber auf heimische Produkte ohne Belastungen greifen, als zur Importware mit Rückständen.

 

 

 

 

Belastung von Lebensmitteln

 

 

Im Jahr 2017 wurden in der Bundesrepublik Deutschland durch die amtliche Lebensmittelüberwachung der Länder insgesamt 20.202 Lebensmittelproben auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht.

Von diesen 20.202 Proben wurden 5.328 Proben im Rahmen des Monitorings und 14.874 Proben risikoorientiert zur Überprüfung der Einhaltung von Rechtsvorschriften untersucht.

Bei 1,1 % der beprobten Erzeugnisse aus Deutschland (2016: 1,7 %) und bei 1,9 % der beprobten Erzeugnisse aus anderen EU-Mitgliedstaaten (2016: 1,6 %) traten Überschreitungen der geltenden Rückstandshöchstgehalte auf, während dies bei 6,3 % der Proben von Erzeugnissen mit Herkunft aus Drittländern (2016: 6,3 %) der Fall war.

In 37,0 % aller Proben wurde mehr als ein Wirkstoff in quantifizierbarer Menge nachgewiesen.

Der Anteil an Proben mit Mehrfachrückständen war mit 75 % bei Johannisbeeren, Erdbeeren, Brombeeren, Orangen, Pfirsiche und Grapefruit/Pomelo besonders hoch.

Der Anteil an Proben ohne quantifizierbare Pestizidrückstände ist damit nach wie vor bei deutschen Lebensmitteln am höchsten.

Im Berichtsjahr 2017 wurden bei Lebensmitteln aus Deutschland in 50,5 % der Proben keine Rückstände quantifiziert (2016: 46,3 %), während dies für 33,2 % der untersuchten Erzeugnisse aus anderen EU-Mitgliedstaaten (2016: 28,7 %) und 30,4 % der Erzeugnisse aus Drittländern (2016: 27,1 %) zutraf.

 

 

 

Unterschiede in den einzelnen Kulturen

 

 

Die Untersuchungsergebnisse der von den Überwachungsbehörden in den Bundesländern genommenen Lebensmittelproben zeigen deutliche Unterschiede bei der Betrachtung einzelner Kulturen.

Häufig verzehrte Lebensmittel wie Karotten, Kartoffeln oder Äpfel und beliebte saisonale Erzeugnisse wie Erdbeeren oder Kirschen weisen seit Jahren kaum oder gar keine Rückstandshöchstgehaltsüberschreitungen auf.

Andere Kulturen wie Tee, Bohnen, frische Kräuter und Paprika sind dauerhaft in der Liste der Kulturen mit den häufigsten Überschreitungen zu finden.

Auch im Jahr 2017 sind die meisten Überschreitungen bei Tee (14,7 %), getrockneten Bohnen (9,5 %), frischen Kräutern (9,0 %) und Paprika (7,4 %) festzustellen.

 

 

Erdbeeren und Spargel

 

 

Bei Erdbeeren (740 Proben) wurden 0,1 % mit Rückständen über dem Rückstandshöchstgehalt gefunden.

89, 1 % enthielten Rückstände unter Höchstgehalt, ganz ohne Rückstände waren nur 81 der Proben (10,9%).

Bei den Erdbeeren aus Deutschland wurde eine Probe mit Rückständen oberhalb der Höchstgrenze gefunden, 91,8 % wiesen Rückstände unterhalb der Höchstgrenze auf.

Auch in zwei spanischen Proben wurden Rückstände über Höchstgehalt gemessen.

Die gefundenen Rückstände resultieren aus Chlorat und Dinocap.

Beim Spargel (482 Proben) wurden 0,4 % mit Rückständen über dem Rückstandshöchstgehalt gefunden, 89 % waren dafür ganz ohne Rückstände.

Aus Deutschland wurden in 9% der Proben Rückstände gefunden, allerdings lag keine der Proben über der Höchstgrenze.

Rückstände oberhalb der Höchstgrenze wiesen Proben aus Italien und Peru auf, bei ihnen handelt es sich um Reste von Chlorat, Chlorpyrifos, Methomyl, Glyphosat und Deltamethrin.

Bei Heidelbeeren (121 Proben) und Himbeeren (125 Proben) wurden zudem jeweils 0,8 % mit Rückständen über dem Rückstandshöchstgehalt gefunden, die alle aus Deutschland stammen.

 

 

 

Lebensmittel aus Drittstaaten stärker belastet

 

 

Lebensmittel aus Deutschland bzw. aus der Europäischen Union enthalten weniger Pflanzenschutzmittelrückstände als Lebensmittel, die aus Drittstaaten importiert werden.

Die Überschreitungsquote bei deutschen Lebensmitteln ist nach einem leichten Anstieg im Vorjahr im Jahr 2017 wieder gesunken (von 1,7 % auf 1,1 %), während sie bei Lebensmitteln aus den EU-Mitgliedstaaten (von 1,6 % auf 1,9 %) leicht gestiegen ist.

Bei Lebensmitteln aus Drittstaaten ist die Quote bei 6,3 % unverändert geblieben.

Dem entsprach auch die Situation hinsichtlich der Beanstandungen. So wurden im Berichtsjahr 0,5 % der untersuchten deutschen (2016: 0,8 %) und 0,9 % der europäischen Erzeugnisse (2016: 0,8 %) aufgrund von Höchstgehaltsüberschreitungen beanstandet.

Bei Lebensmitteln aus Drittländern erfolgte hingegen bei 4,0 % der Proben eine Beanstandung (2016: 3,7 %).

Somit ist bei Proben aus Deutschland ein leichter Rückgang, bei Proben anderer Herkunft dagegen eine leichte Erhöhung der Beanstandungsquote im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten.

 

 

Weniger quantifizierbare Rückstände bei Bio-Lebensmitteln

 

 

Die Kontrolle von Bio-Lebensmitteln zeigte erneut, dass diese Produkte im Allgemeinen weniger Pflanzenschutzmittelrückstände enthalten als konventionell hergestellte Ware.

So wiesen 77,3 % der Proben aus ökologischem Anbau überhaupt keine quantifizierbaren Rückstände auf (2016: 70,9 %), während bei konventioneller Ware in nur 41,9 % der Proben keine Rückstände quantifiziert wurden.

1,3 % der Bio-Proben wiesen Höchstgehaltsüberschreitungen auf (2016: 1,0 %).

Bei konventioneller Ware lag die Überschreitungsquote bei 2,5 %.

 

Die gesamten Untersuchungsergebnisse gibt es hier zum Download.

 

 

 

 

 

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