verfrorene Erdbeerblüten

verfrorene Erdbeerblüten                                                                                         Fotos: Heike Sommerkamp

 

Ein Thema war der Frost deutschlandweit – je nach Minusgraden und Stand der Vegetationsentwicklung sind die Auswirkungen aber unterschiedlich. Wir haben übers Wochenende weiter telefoniert:

 

Erzgebirgsvorland   -2°C

Nach minus 2 Grad Frost bezeichnet sich der Erdbeeranbauer, den wir anriefen, mit 20 bis 30 Prozent Blütenverlusten unter Vlies noch als „glimpflich davongekommen“. Der Selbstpflückbetrieb betreibt weder Strohverspätung noch Tunnelanbau. Nun hofft der Landwirt, dass genügend Erdbeeren für seine Selbstpflücker übrig sind: „Kann sein, dass der Rest noch reicht“.

 

Raum Frankfurt   -6 bis -7°C

„Wenn irgendwo Stroh drinnen lag, hattest Du verloren“, erklärt unser Gesprächspartner aus dem Frankfurter Raum. Sein Betrieb baut nur Erdbeeren in Normalkultur oder unter Vlies- / Folienverfrühung an. Trotz Frostschutzabdeckung mit Vlies kam es bei ihm in einem verfrühten Bestand, in dem schon Stroh eingestreut war, zu 50 bis 60 Prozent Verlust, erzählt er. Die übrigen Bestände seien praktisch unversehrt geblieben.

 

Niederbayern   -4 bis -5°C

„Da hat´s alles abrasiert, was oben raus geguckt hat!“ erfahren wir aus Niederbayern. In der Normalkultur und den mit Stroh verspäteten Kulturen sind dem von uns kontaktierten Landwirt alle Blütenstände von über zwei, drei Zentimeter Höhe zerfroren.

In der Verfrühung unter Doppelabdeckung sind ihm etwa 40 Prozent der Blüten erfroren, erklärt er.

Einige Schläge hatte er als Frostschutzmaßnahme aufs Vlies beregnet. Dies habe den Schaden zunächst auf 20 bis 30 Prozent reduziert, aber die Bestände seien nun viel zu nass. Folgeschäden bleiben abzuwarten.

 

Schleswig-Holstein   ca. -4°C

„Nicht nur auf hoher See und vor Gericht, sondern auch als Erdbeerbauer, der verfrüht, ist man in Gottes Hand,“ hören wir aus Schleswig-Holstein. Der Erdbeeranbauer verfrüht Flair und Honeoye unter Doppelabdeckung. In der Flair sind ihm je nach Lage 30 bis 60 Prozent der Blüten kaputtgefroren, in der weniger weit entwickelten Honeoye etwas weniger.

Seine Normalkultur hat den Frost dagegen unbeschadet überstanden: Bei ihm gab es im Freiland noch gar keine Knospen oder Blüten.

 

verfrorene ErdbeerblütenRuhrgebiet   -2 bis -3°C

„In der Summe hat´s schon was geräumt!“ Am schlimmsten hat es die Erdbeeren des von uns befragten Obstanbauers unter Doppelabdeckung erwischt. Dort sind außer den offenen Blüten auch die bereits vorhandenen Fruchtansätze und die hohen Knospen verfroren: Er berichtet von 30 bis 50 Prozent Verlust.

In Tunneln ohne Stroheinlage hat er keine Schäden beobachtet. Aber in einem Tunnel für Selbstpflücker, in dem noch Stroh aus dem Vorjahr lag, hat er trotz Frostschutzabdeckung leichte Verluste verzeichnet.

Da die Temperaturen „nur“ auf minus 2 bis minus 3 Grad fielen, ist er optimistisch, dass die Erdbeerpflanzen unter der Strohverspätung unversehrt sind.

Größere Sorgen als der Frost bereitet dem Anbauer der Umstand, dass in seiner Region bis jetzt nur 30 Prozent der üblichen Niederschläge gefallen sind. „Hoffentlich kommt das nicht wieder alles in der Ernte runter!“

 

Rheinland-Pfalz   -7°C

„Da müssen wir erst einmal abwarten“, hören wir aus Rheinland-Pfalz. Die Normalkultur des Erdbeeranbaubetriebes war ungeschützt geblieben und „hat sicherlich etwas abbekommen“. Wie viel, wusste unser Gesprächspartner noch nicht zu sagen.

Im Tunnel hat er alle Blüten heil durchbekommen, aber unter Doppelabdeckung etwa 50 Prozent Ausfall, schätzt er.

 

Langförden   -5 bis -6°C

Der von uns kontaktierte Betrieb baut sowohl im Freiland als auch im Tunnel an. In den Tunneln gab es keinerlei Ausfälle, da sie beheizt wurden. Auch seine in diesem März gepflanzten Frigos unter Doppelabdeckung sind ohne Frostschäden davongekommen.

Nur in unabgedeckten einjährigen Beständen sind ihm die ersten 3 bis 5 Blüten des ersten Blütenstandes verfroren.

 

Sachsen   -3°C

„Wir haben Glück gehabt“, heißt es auch aus Sachsen. Mit Vliesabdeckung konnten alle seine verfrühten Bestände ausreichend gegen den Frost geschützt werden, berichtet ein Erdbeeranbauer am Telefon. Seine Normalkultur war noch nicht so weit entwickelt, als dass sie blütenfrostgefährdet wäre.

 

 

verfrorene Erdbeerblüten

Einschätzung

Je nach Region und Kulturform ergeben sich bundesweit sehr verschiedene Schadbilder. Auch der weitere Vegetationsverlauf wird natürlich ganz entscheidenden Einfluss darauf haben, welche Erdbeermengen wann und wo tatsächlich zur Ernte anstehen werden.

Daher wäre es zum jetzigen Zeitpunkt unseriös, bereits Ertragseinbußen beziffern zu wollen.

Diese Einschätzung teilt Herwig Schwartau von der AMI, den wir um eine Stellungnahme baten. Auch er hielt es für verfrüht, jetzt Aussagen über die Höhe tatsächlich eintretender Ernteverluste zu machen.

 


 

Hier geht´s zu Teil I: Aus aktuelm Anlass: Neues vom Frost

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