Zum Spargelstechen trafen sich (von links) Markus Hochhaus, Simon Schumacher, Carina Konrad und Lothar Schmitt.                                Bild: VSSE

 

 

 

Mit dem Format „Info frisch vom Acker“ hat der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. (VSSE) als Teil des Netzwerks der Spargel- und Beerenverbände eine neue Plattform geschaffen, bei der sich Politiker und Politikerinnen, Spargel- und Beerenerzeuger sowie Vertreterinnen und Vertreter der Medien über aktuelle Themen der Branche austauschen und über die jeweiligen Herausforderungen informieren.

 

 

Politiker stechen Spargel

 

Zum Auftakttermin des Formats kam Carina Konrad (MdB), stellvertretende Vorsitzende und Obfrau des Bundestags-Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft, zum Obstbaubetrieb Hochhaus in Mainz-Finthen.

Ihren ersten Spargel stach Corina Konrad unter Anleitung von Lothar Schmitt vom Finther Obstlädchen anlässlich des Termins.

Sie wies bei dieser Gelegenheit darauf hin, dass der heimische Spargel mit 1 kg CO2-Ausstoß produziert werde, wohingegen mit eingeflogenem Importspargel 12 kg CO2-Ausstoß verbunden seien.

 

 

Produktion den Praktikern überlassen

 

Der Kritik an der Spargelproduktion mit Folie setzte sie entgegen, dass diese Entscheidungen den Praktikern überlassen sein sollten.

Lebensmittel seien überall in Deutschland verfügbar und müssten aus Konsumentensicht günstig sein.

Deutsche Kunden und Kundinnen erwarten frühen Spargel, der nur im Folienanbau möglich ist. Zudem sorgt der Folieneinsatz für bessere Qualitäten, erfordert weniger Saisonarbeitskräfte und weniger Pflanzenschutzmittel.

Auch kann man die Erträge besser regulieren. Im Erdbeeranbau sind Folien zusätzlich Schutz vor Hagel, Starkregen und Frost.

„Ohne die Doppelbedeckung in den letzten drei kalten Nächten wären beispielsweise unsere Erdbeerpflanzen erfroren, und wir hätten diese Saison keine Erdbeeren. Wir leben in der Natur und mit der Natur und wollen sie erhalten“, betont Markus Hochhaus, Betriebsleiter vom Obsthof Hochhaus in Mainz-Finthen.

Die Produktionsweise ist aber maßgeblich durch den Mindestlohn festgesetzt, der erwirtschaftet werden muss.

„Uns sollte es etwas wert sein, dass in Deutschland Lebensmittel produziert werden. Wir werden vonseiten der FDP die Landwirte und Landwirtinnen darin unterstützen, dass sie über bilaterale Abkommen auch in Zukunft Saisonarbeitskräfte aus Drittstaaten zur Verfügung haben, die mit ihnen die Ernte einholen“, betonte Konrad.

 

 

Situation der Saisonarbeitskräfte

 

Auch befürwortete sie aufgrund der Wetterabhängigkeit der Ernte eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten und stellte klar, dass der deutsche Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte aus Rumänien durch das dortige geringere Lebensniveau einen höheren Wert habe.

Seit 2014 gab es eine Lohnsteigerung um 43,6 %, der Preis für ein Kilo Spargel stieg jedoch nicht. Ohne Folieneinsatz ist eine wirtschaftliche Produktion von Spargel mit den aktuellen Erfordernissen des Marktes nicht möglich.

Zur Situation der Saisonarbeitskräfte äußerte sich Lothar Schmitt, Betriebsleiter des Finther Obstlädchens: „Ich weiß, wie viele Leute mir zugesagt haben, aber nicht, wer kommt und wer bleibt. Was ich nicht ernten kann, kann ich nicht verkaufen. Der Mindestlohn steigt immer weiter. Die Klimaveränderung sorgt mit Wetterextremen wie Hagel und Frost für zusätzliche Herausforderungen. Die Produktionskosten sind in Deutschland höher als im Ausland. Wir möchten faire Preise für unsere Produkte.“

Im Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände kooperieren die Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer e. V. in Niedersachsen, die Vereinigung der Spargelanbauer Westfalen-Lippe e. V., der Verband der Ostdeutschen Spargel- und Beerenobstanbauer e. V. (VOSBA) sowie der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. (VSSE).

Zur Zielsetzung der Veranstaltung äußerte sich Simon Schumacher, Geschäftsführer des Verbandes Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. (VSSE), wie folgt: „Wir brauchen Politikerinnen und Politiker, die sich vor Ort ein Bild machen und damit die Produktionsbedingungen und Herausforderungen der Landwirtschaft kennen. Das Hintergrundwissen ist notwendig, um praktikable Lösungen zwischen Verbraucheransprüchen, Umwelt- und Naturschutzforderungen und den Notwendigkeiten des Anbaus zu finden. Dafür haben wir den Termin ‚Info frisch vom Acker‘ initiiert.“

 

 

 

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