Mathilde Friedrichsen und Carmen Feller. Foto: Tanja Dolic

Mathilde Friedrichsen und Carmen Feller. Foto: Tanja Dolic

 

Nachhaltigkeit, Bodenmüdigkeit und die Bedeutung der neuen Düngeverordnung für Spargelanbaubetriebe waren auf den 25. Freckenhorster Spargeltagen Thema. Für Betriebsleiter eine gute und wichtige Gelegenheit, sich untereinander und mit den Experten auszutauschen.

 

Nachhaltigkeit im Betrieb – Beispiel Klimaschutz

Ansgar Lasar, Klimabeauftagter LWK Niedersachsen. Foto: Tanja Dolic

Ansgar Lasar, Klimabeauftagter LWK Niedersachsen. Foto: Tanja Dolic

„Wenn wir uns nicht mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen, tun es andere für uns.

Und zwar genau diejenigen, die noch nie ein Stück Gemüse angepflanzt haben, aber meinen, es am Ende doch besser zu wissen,“ mahnte Ansgar Lasar, Klimabeauftragter der LWK Niedersachsen zu Beginn seines Vortrags.

Proaktiv solle man an das Thema rangehen, sonst würden andere das übernehmen.
Nur wenn man sachlich argumentieren könne, sei man gewappnet für eine Diskussion.

Warum ist Nachhaltigkeit ein so wichtiges Thema?

Seit gut 100 Jahren steigt die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre rapide an.

Grund dafür: die industrielle Revolution und damit verbundene Verbrennung fossiler Brennstoffe. Laut Umweltbundesamt ist der Energiesektor für circa 84,5 % der Treibhausgas-Emissionen (THG-Emissionen) in Deutschland verantwortlich.

Aber: Dort seien heute schon mehr als 90 % THG-Minderung technologisch möglich:

1kWh Kohlestrom = 1.000 g CO₂

1kWh Windstrom =       25 g CO₂

Die THG-Emissionen aus der Landwirtschaft hingegen liegen bei 7,3 %. Dennoch ist die Reduktion von Emissionen aus diesem Sektor ein viel diskutiertes Thema.

Für die Landwirtschaft genannte Maßnahmen mit gesicherter Klimaschutzwirkung:
– Verringerung der Ammoniakemissionen aus Ställen, Wirtschaftsdüngerlagerstätten und Düngerausbringung.
– Verringerung der Stickstoffüberschüsse bei der Düngung.
– Stärkung der Wirtschaftsdüngervergärung.
– Verringerung des Kraftstoffverbrauchs.

In der heutigen Landwirtschaft werde klimaneutral bzw. klimaschonend gearbeitet – und zwar schon lange, betonte Lasar.
Doch man müsse dies auch kommunizieren.

Für einen guten Ruf und respektvolles Miteinander mit den Verbrauchern.
Deshalb schlug Lasar eine Klimaschutzberatung vor – ein Angebot der LWK Niedersachsen für anbauende Betriebe.

So sieht diese aus:

Wichtige Stellschrauben für einen klimaschonenden Spargelanbau könnten der Bezug von klimaschonendem Stickstoff und der effiziente Einsatz davon (Menge, Zeit, Verteilung) sein.
Oder auch der Einsatz von Ökostrom und -wärme.

Der Nutzen einer Klimabilanz für den Landwirt:

Mit Zahlen, Daten, Fakten – also einer sachlichen Argumentationsgrundlage – könnten Landwirte konkret ihre Klimaschutzleistungen in der Öffentlichkeit aufzeigen und ökonomisch einordnen.  

Lasars Apell: Die Landwirtschaft sollte sich beim Thema Klimaschutz nicht verstecken und Transparenz schaffen – mit Einzelbetrieblichen Klimabilanzen.

 

Bodenmüdigkeit bei Spargel – Ursachen und Nachweis

Prof. Dr. Christian Neubauer, Phytomedizin im Gartenbau, Hochschule Osnabrück. Foto: Tanja Dolic

Prof. Dr. Christian Neubauer, Phytomedizin im Gartenbau, Hochschule Osnabrück. Foto: Tanja Dolic

Was ist Bodenmüdigkeit und wie geht man am besten gegen sie vor? Prof. Dr. Christian Neubauer, Hochschule Osnabrück, gab einen anschaulichen Überblick über Ursachen und Bekämpfungsmaßnahmen.

Vermutlich seien die Ursachen je nach Kultur und Standort verschieden.

Toxine und pilzliche Schaderreger wie Fusarium-Arten, Rhizoctonia, Phytophtera und Pythium führen zu Wurzelschäden, Wachstumsdepressionen, Welke- und Absterbeerscheinungen.

Neubauers Rückschlüsse aus zahlreichen Forschungsansätzen:

Bodenmüdigkeit reichert sich in einem bestehenden Spargelbestand kontinuierlich an.

Nach dem Umbruch einer Spargelanlage klingen Bodenmüdigkeit/Nachbauprobleme nur langsam ab.

Bei Spargel ist Bodenmüdigkeit primär auf biotische Ursachen, insbesondere Fusarium-Arten, zurückzuführen.

Generell: Über eine thermische Entseuchung können Bodenmüdigkeit/Nachbauprobleme weitgehend beseitigt werden.

 

Mangelsymptome – worauf ist zu achten?

Dr. Carmen Feller, Leibniz-Institut. Foto: Tanja Dolic

Dr. Carmen Feller, Leibniz-Institut. Foto: Tanja Dolic

Carmen Feller, Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau, blickte in ihrem Vortrag auf 15 Jahre Berufserfahrung zurück. Unter anderem stellte sie auch Versuche zur Nährstoffversorgung vor.

Als Basis der Nährstoffversorgung gelten dabei immer der Nährstoffbedarf und die Bodenanalysen.

Wichtigster Hinweis:

Nie die visuelle Kontrolle unterschätzen. Dabei sollte insbesondere auf Verfärbungen an den Phyllokladien, Nekrosen, Verkrümmungen oder auch verringerten Wuchs geachtet werden.

Außerdem sollten vor dem Rückschluss auf einen Nährstoffmangel andere Ursachen (umweltbedingte, phytopathogene oder anthropathogene Ursachen) ausgeschlossen werden.

Mit Einzelnährstoffdüngern könne man dem Bedarf der Pflanzen am besten entsprechen. Eine Blattdüngung sei immer dann zu empfehlen, wenn akuter Mangel an einem Nährstoff festgestellt wurde.

 

Bedeutung der neuen Düngeverordnung für Spargelanbaubetriebe

Ralf Grosse-Dankbar, LWK NRW. Foto: Tanja Dolic

Ralf Grosse-Dankbar, LWK NRW. Foto: Tanja Dolic

Das Gesetz formuliert leider nicht genau, wie die Bedarfsermittlung erfolgen solle, leitete Ralf Große-Dankbar von der LWK NRW seine Erklärung zu den Bestimmungen der neuen Düngeverordnung für Spargelanbaubetriebe ein. Es ändere sich häufig etwas an den Bestimmungen. Aktualisierte Empfehlungen würden auch im Laufe des Jahres sehr wahrscheinlich noch folgen.

Aktuell gelte aber:
Düngebedarfsermittlungen müssen schriftlich für N und P erstellt werden. Außerdem gelte eine Aufbewahrungspflicht der Bedarfsermittlung und für Bodenproben von mindestens sieben Jahren.

Fazit: Was ändert sich – Was ist zu tun?

Der administrative Aufwand werde sich grundlegend erhöhen und eine Dokumentation für N und P erforderlich.

Die Überhänge in der Bilanz verringern sich ab 2018:

  • von 60 kg N/ha und Jahr auf 50 kg/ha Jahr
  • 20 kg P₂O₅/ha und Jahr auf 10 kg/ha und Jahr

Gegebenenfalls sei also eine neue Düngestrategie erforderlich.


 

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