Auch das Beerensymposium und das Direktvermarkterforum fanden wieder im Kongresszentrum der Messe statt. Bild: Kerstin Panhorst

 

 

Im Rahmen des Messeduos expoSE und expo Direkt fand auch das im zweijährigen Turnus durchgeführte Beerensymposium statt.

Im Kongresszentrum der Messe Karlsruhe referierte Markus Staden zum Thema „Erdbeeranbau – Kernthemen der Zukunft kritisch hinterfragt“ und der spontan für den erkrankten Felix Koschnick eingesprungene Tobias Linnemanstöns zu „Strauchbeerensaison 2021 – Herausforderungen der Zukunft“.

Auch das Direktvermarkterforum fand statt, dort referierte Ute Heimann zu „Jeder Hofladen ein Unikat – Praxisbeispiele zu Ladeneinrichtung und -gestaltung“.

Wir waren dabei und fassen das Wichtigste zusammen.

 

 

 

„Erdbeeranbau – Kernthemen der Zukunft kritisch hinterfragt“

 

Markus Staden. Bild: Kerstin Panhorst

Markus Staden startete zunächst mit einem Überblick über verschiedene Produktionsmethoden, von Freiland über Tunnel, Gewächshaus bis zu Roboterpflanzung und Vertikalpflanzung.

Während mit fortschrittlicheren Anbaumethoden zwar sowohl der langfristige Kapitalbedarf als auch die Fixkosten bis zur Pflücke steigen, sinken im Gegenzug die Lohnkosten, zusätzlich steigen kontrollierbare Qualität, Pflückleistung und Ertrag.

 

Bei den unzähligen Methoden der Produktion gibt der Geschäftsführer von Krage zu bedenken, dass der Erfolg eines Betriebskonzeptes nur unter Berücksichtigung aller Faktoren und einer stimmigen Kalkulation gelingen kann.

Bei der Vermarktung sieht er in der Zukunft eine Entwicklung weg von saisonal hin zu Ganzjahresware, einen höheren Anspruch an Qualität und Verpackung. Auch die Sorten bzw. das Brand werden eine größere Rolle spielen, Anbaumethoden ebenfalls (Gläserne Produktion). Größere Liefermengen werden erwartet, weswegen es auch zu mehr Rückständen kommen wird.

In der Direktvermarktung prophezeit er eine Tendenz hin zum Erlebniseinkauf (Bsp. Karl’s Erdbeerhof), zur Entstehung von Marken mit Wiedererkennungswert und eigener sichtbarer Geschichte.
Bei seinem Blick in die Kristallkugel sieht Markus Staden eine Entwicklung hin zum englischen Modell (Driscolls, Pink Lady etc.), bei dem Globalplayer von der Sorte über Anbau und Vermarktung alles in einer Kette übernehmen. Der Produzent wird zum Dienstleister, wodurch er zwar den Einfluss auf Entwicklungsmöglichkeiten verliert, aber eine planbare Vermarktung bekommt und ihm Kapital und Know How zur Verfügung gestellt werden.

Politisch wünscht er sich Kooperationen mit dem WWF, Imkerverbänden und Wohlfahrtsverbänden, zentrale Ansprechpartner und eine Einheit unter den Anbauern, die mit einer Stimme sprechen und damit ihren Anliegen mehr Gewicht verleihen.

 

 

 

„Strauchbeerensaison 2021 – Herausforderungen der Zukunft“.

 

 

Tobias Linnemanstöns. Bild: Kerstin Panhorst

Tobias Linnemanstöns von Frutania warf zunächst einen Blick zurück auf die Strauchbeerensaison 2021, die geprägt war von einem späteren Saisonstart, starken Frösten im Februar, einem kühlen Mai, hohen Niederschlägen im Juni/Juli und Trockenheit im August/September.

 

Die Herausforderungen für die Zukunft sieht er in folgenden Bereichen:

  • Steigende Lohnkosten kompensieren
  • Weiter fokussieren
  • Intensivieren
  • Geschlossene Systeme
  • Neue Energien nutzbar machen
  • Nachhaltigkeit der lokalen Produktion betonen

 

Anschließend warf er nicht einen Blick in die Zukunft, sondern wagte das Experiment eines Rückblicks aus dem Jahr 2035 auf die letzten 13 Jahren Strauchbeeren:

  • Mindestlohn 15,15 Euro (Entwicklung 2014 bis 2021 durchschnittlich 3,2% im Jahr)
  • Vereinfachte Sozialversicherung für den landwirtschaftlichen Sektor
  • Der LEH akzeptiert keine Freiland Himbeeren mehr
  • Das Empfinden für heimische Produktion hat insbesondere bei Strauchbeeren zugenommen
  • Rückstandsfreie Produktion
  • Lieferdienste für Lebensmittel haben sich in der Breite etabliert (Amazon Fresh/Gorillaz/HelloFresh)
  • Hochtechnisierte Produktion (Roboter/transport- und Monitoringsysteme)
  • Energieautarke Produktion (Solarfolien bei Tunneln, Wasserstoff)
  • Geschlossene Systeme (Drainwasseraufbereitung)

 

Die Lohnkosten steigen (aber auch in anderen Ländern!) und die CO2 Bepreisung wird kommen, aber, so Tobias Linnemanstöns, der Beerenkonsum steigt. Wachsende Ausbildungszahlen in den Grünen Berufen machen Hoffnung und bessere Sorten werden entwickelt.

Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft liegt für ihn in der Differenzierung, man müsse Alleinstellungsmerkmale herausarbeiten und Potentiale nutzen, in Top Taste Brombeeren und Bioproduktion investieren.

 

 

 

„Jeder Hofladen ein Unikat – Praxisbeispiele zu Ladeneinrichtung und -gestaltung“.

 

 

Ute Heimann. Bild: Kerstin Panhorst

Einmal rund um den Hofladen ging es mit Ute Heimann.

Die Chefredakteurin der Zeitschrift HOFdirekt unternahm eine Bilderreise durch verschiedene Läden und zeigte anhand der Fotos, welche Punkte man bei Einrichtung und Gestaltung vom Parkplatz bis zur Warenpräsentation beachten sollte.

 

 

 

 

Parkplätze

  • Klar beschildern
  • Schrägstellung wird bevorzugt
  • Gerne breite Parkbuchten
  • „Seniorenparkplätze“ kommen nicht gut an
  • Für Fahrräder Anlehnbügel statt Vorderradständer (Felgenkiller)
  • Fahrradabstellplätze gerne in Sichtweite der Gäste

 

Eingang

  • Visitenkarte des Hofladens
  • Barrierefrei
  • Breit genug für Warennachschub, Kunden mit Kinderwagen, breiten Körben
  • Bei Glas auf Beschattung achten

 

Wegführung und Regale

  • Anordnung beeinflusst Kundenführung
  • Wenn möglich auf Reckzone verzichten
  • Bückzone als Lager nutzen (z.B. mit Schubladen)
  • Mobile Elemente für saisonale ProdukteKombination mit alten Baumaterialien für individuelle Note

 

Frischetheken

  • Klare Zuordnung der Produkte
  • Höchste Aufmerksamkeit neben der Waage
  • Vielfältige Formen und Farben der Schalen und Platten für abwechslungsreiche Präsentation, schwarz wirkt edel
  • Theke guter Platz für Kundengespräche

 

Aktionstische

  • Hälfte der Kunden sind Erlebniskäufer
  • Ungewöhnliche Präsentationsmöbel (Fässer, alte Tische et.)
  • Probiertische als Erlebnis
  • Rezept- oder Menütische
  • Genügend Produkte hinstellen, damit sich Kunden trauen zuzugreifen

 

Kasse

  • Freundliches Personal
  • Schnelligkeit
  • Flexibilität bei Zahlungsverfahren
  • Hell und sauber
  • Ausreichend platz

 

Sitzplätze

  • Verweildauer erhöhen
  • Individuelle Einrichtung
  • Enge Anbindung an den Hofladen
  • Außen auf Sonnen- und Wetterschutz achten

 

Automatenverkauf

  • Ergänzung zum Hofladen
  • Rund um die Uhr geöffnet
  • Lage wichtig, z.B. an Schule oder Spielplatz
  • Sauber halten
  • Verschiedene Zahlverfahren
  • Service wie Mülleimer, Ablageflächen etc.

 

SB Verkauf

  • Lange Öffnungszeiten bei wenig Personalaufwand
  • Breiteres Sortiment als im Automaten möglich
  • Verkaufsort als Erlebnis für Kunden
  • Moderne Kassen ermöglichen verschiedene Zahlverfahren
  • Videoüberwachung gegen Diebstahl

 

 

 

 

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