Frische Beeren haben beim Kunden immer Saison.

Denn auch außerhalb der normalen Erntezeiten ist die Nachfrage nach Früchten hoch.

Viele Händler setzen deshalb auf Importe, selbst wenn gerade heimische Saison ist, und schädigen damit die lokale Produktion.

Um konkurrenzfähig zu bleiben und eine hohe Fruchtqualität zu halten muss der lokale Anbau sich deshalb stets weiterentwickeln und auch an verändernde klimatische Bedingungen anpassen.

Das von der Universität Málaga koordiniert EU-Projekt GoodBerry beschäftigt sich mit Erdbeeren, Himbeeren und Schwarzen Johannisbeeren als Modellpflanzen.

Es soll neue Erkenntnisse hinsichtlich der Anpassung von Sorten an unterschiedliche klimatische Bedingungen sowie deren Einfluss auf die Fruchtqualität der Beeren liefern.

Damit sollen Strategien zu einer kontrollierbaren, robusten Produktion aufgezeigt werden, die auch unter nicht optimalen klimatischen Bedingungen gute Ergebnisse liefern.

 

 

Klimatische Auswirkungen auf Beeren

 

Erste Beeinträchtigungen durch die Klimaerwärmung sind im letzten Jahrzehnt auch unter deutschen Anbaubedingungen bei Erdbeeren oder Johannisbeeren zu beobachten gewesen.

Die Klimaerwärmung hat u.a. einen Einfluss auf die Blütenanlage und die Kontrolle der Dormanz (Winterruhe) der Pflanzen.

Mangelnde Winterkälte führt z.B. bei Erdbeeren zu kurzen Blüten/Frucht- und Blattstielen und zu einer verringerten Blattfläche.

Während kurze Fruchtstiele die Ernte erschweren, beeinträchtigen verringerte Blattflächen Ertrag, Fruchtgröße und –qualität.

Warmes Herbstwetter einhergehend mit spätem Eintritt in die Winterruhe führt bei Erdbeeren außerdem zu einem übermäßigen Blütenansatz, was kleine Früchte von minderwertiger Qualität zur Folge hat.

 

 

Versuchsanbau und Analyse

 

Durch den Anbau gleicher Sorten bzw. Sämlinge an verschiedenen Standorten vom Norden zum Süden Europas soll der Einfluss unterschiedlicher Klimazonen auf die Pflanzen untersucht werden, um so den Klimawandel zu simulieren.

Neben den Standardkriterien Pflanzenwachstum, Ertrag und Fruchtgröße sollen dabei mittels molekulargenetischer Analysen Blütenbildung, Kontrolle der Dormanz und Ausprägung der Fruchtqualität untersucht werden.

„Der innovative Aspekt von GoodBerry besteht darin, dass in beispielloser Weise alle Entwicklungsprozesse berücksichtigt werden, die sich auf den Ertrag auswirken, um neue technische Lösungen für eine wirtschaftliche, nachhaltige und effektive Beerenproduktion in Europa zu liefern “, sagt Dr. Sonia Osorio von der Universität von Málaga und Koordinatorin von GoodBerry.

Das Projekt basiert auf der Entwicklung einer integrativen Strategie auf mehreren Ebenen zur Schaffung und Sicherung einer hohen Ertragsleistung und einer hohen Fruchtqualität.

Hierzu werden auch moderne Techniken wie Genidentifizierung und Metabolomstudien angewandt.

Gesucht werden Metaboliten und Gene, die den Pflanzen die Fähigkeit verleihen, auch unter extremen Umweltbedingungen eine hohe Ertragsleistung und eine hohe Fruchtqualität aufrechtzuerhalten.

Ganzheitliche Lösungen für die Steigerung der Produktivität, Widerstandsfähigkeit der Pflanzen und Lebensmittelqualität sollen so gefunden werden.

Insgesamt ist das Projekt in sechs verschiedene „Workpackages“ aufgeteilt.

 

 

Workpackages

 

Workpackage 1: Anpassung von Pflanzen und Nachhaltiger Anbau

Erforscht wird hier die Anpassung der Sorten von Nord-nach Südeuropa.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Blütenanlage und der Dormanz.

Beide Prozesse werden phänologisch in Abhängigkeit von der jeweiligen Temperatur und Tageslänge erfasst und deren steuernden Gene untersucht.

Gleichzeitig wird der Einfluss des Klimas von Nord- nach Südeuropa auf die Fruchtqualität untersucht.

 

Workpackage 2: Managementpraktiken

In diesem Workpackage sollen kulturtechnische und pflanzenschutzrelevante Fragen bearbeitet werden.

Im Fokus steht dabei die Suche und Anwendung eines optimalen Managements, das eine Steigerung der Produktionseffizienz, eine Verlängerung der Saison ermöglicht ohne negative Auswirkungen auf die Umwelt zu haben.

Erste Ergebnisse dieses Workpackages sind bereits auf der Seite https://goodberry-eu.eu/publications/applied-publications/ einsehbar, die Ergebnisse der anderen Workpackages werden zu einem späteren Zeitpunkt nach Vorlage mehrjähriger Daten veröffentlicht.

 

Workpackage 3: Moderne Technologien

Eine ähnliche Fragestellung wie im Workpackage 1 wird in Workpackage 3 bearbeitet.

Für diesen Zweck wurde extra für das Projekt eine Kreuzung der mitteleuropäischen Sorte ‚Senga Sengana‘ mit der südländischen Sorte ‚Candonga‘ durchgeführt.

An ihren Nachkommen soll nun der Einfluss des Klimas (Nord- nach Südeuropa) auf die pflanzenbaulichen Eigenschaften und die Fruchtqualität untersucht und Erkenntnisse über deren Vererbungsweg gewonnen werden.

 

Workpackage 4: Umwelteinflüsse und Fruchtqualität

Workpackage 4 befasst sich mit der chemischen Analyse der Fruchtqualität anhand des in Workpackage 1 und 3 gesammelten Materials.

Hier wird versucht den Einfluss der Umweltbedingungen auf den Fruchtstoffwechsel (Metabolumstudien) zu erfassen.

 

Workpackage 5: Datenmanagement und Analyse

In Workpackage 5 werden alle Ergebnisse der anderen Workpackages in der statistischen Auswertung zusammengeführt.

Anhand der Daten soll eine umfassende Bewertung der verschiedenen Anbautechniken vorgenommen werden.

 

Workpackage 6: Verbreitung und Schulung

Geplant ist die Erstellung einer öffentlichen Datenbank, die detaillierte Informationen zu durchgeführten Analysen und Kultivierungsverfahren enthält.

Auch die Umweltinformationen der verschiedenen geografischen Standorte sollen hier veröffentlicht werden.

Schulungen von Personal von öffentlichen und privaten Stellen sowie die Verbreitung der Ergebnisse an Benutzergemeinschaften und der Öffentlichkeit bilden den Abschluss des Projektes.

 

Erste Zwischenergebnisse sowie Details zu den einzelnen Unterprojekten gibt es bereits jetzt auf

https://goodberry-eu.eu/

 

 

Das Projekt

 

Am Gesamtprojekt sind auf EU-Ebene, ergänzt durch Partner in Chile und China, 13 Forschungseinrichtungen und 6 private Firmen beteiligt.

 

Die GoodBerry Projektteilnehmer beim 2. Progress Meeting Bild: Eurice GmbH, 2018

In Deutschland sind dies die Hochschule Geisenheim University, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, die European Research and Project Office GmbH, die Hansabred GmbH & Co. KG und die Technische Universität München.

Außerdem sind unter anderem auch das Proefcentrum Hoogstraten in Belgien, das französische Institut National de la Recherche Agronomique und das Norwegian Institute of Bioeconomy Research beteiligt.

 

 

 

 

 

GoodBerry hat ein Budget von 4,87 Million Euro.

 

Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt.

 

 

 

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