„Essbare Stadt“ Bristol                                                                                                                                                                                         Bild: Incredible Edible Network

 

 

Auf dem Weg zur Arbeit schon mal neben der Bushaltestelle eine Zwiebel für das Abendessen ausgraben oder in der Mittagspause schnell noch neben der Parkbank eine Tomate pflücken ist in manchen Städten Realität.

Dort führt der Weg nicht in den Einzelhandel oder auf den Markt, sondern zu kleinen grünen Oasen, in denen der urbane Raum zum Miniatur-Schlaraffenland wird.

Unter der Devise „Pflücken erlaubt“ können die Bürger in Fußgängerzonen, Parks und auf Spielplätzen, zwischen Altglas -Containern und inmitten der Asphaltwüste Obst und Gemüse für den Eigenbedarf ernten. Da die Anbauflächen meist begrenzt sind, wird oft „quer“ gedacht und auch Balkone, Wänden oder Dachflächen mit einbezogen.

 

 

Die Idee

 

Die Idee entstand 2008 im britischen Todmorden.

Pam Warhurst und Mary Clear entwickelten das Konzept „Edible City (Essbare Stadt)“.

Mit Freunden machten sie sich auf, ungeliebte Plätze ihrer Stadt zu bepflanzen und kamen dabei mit zahlreichen Passanten ins Gespräch, die sich der Bewegung anschlossen.

 

Verbreitung

 

Öffenliche Anpflanzung in England                      Foto: Incredible Edible Network

Alleine im Incredible Edible Network UK sind inzwischen mehr als 100 Gruppen vernetzt.

Die Idee verbreitete sich weltweit, in Toronto wurde die „Essbare Stadt“ sogar zum städtisch geförderten Programm. 2007 bildeten sich auch in Deutschland erste Gruppierungen, inzwischen gibt es bundesweit 140 Initiativen.

Einige Gruppen setzen dabei in Zusammenarbeit mit den Städten und Kommunen auf Permakultur und reichern ihre Stadt mit Fruchtgehölzen an, andere schaffen Gemeinschaftsgärten für die Selbstversorgung.

 

 

 

Konzept

 

Die „Essbare Stadt“ hebt dir Trennung von Produktion und Distribution auf, teilweise auch die von Produzenten und Konsumenten.

Meist pflanzen und betreuen Freiwillige, Vereine, extra geründete Initiativen oder auch Langzeitarbeitslose die Anbauflächen, die nicht nur zur Selbstversorgung dienen, sondern auch als soziale Anlaufstelle fungieren sollen.

 

 

Konkurrenz zum Handel?

 

Während in armen Ländern die Bewohner dadurch die Möglichkeit zur Subsistenzwirtschaft erhalten, könnte z.B. in Deutschland der urbane Gartenbau mit seinen kostenlosen Lebensmitteln in Konkurrenz zum Handel treten.

Warum sollte der Endverbraucher noch an einem Erdbeerstand einkaufen, wenn er an der Friedhofsmauer die Früchte umsonst ernten kann oder Geld für Kräuter ausgeben, die einfach so im Park gepflückt werden können?

Zum einen, weil nicht zu jeder Zeit jedes Produkt verfügbar ist und zum anderen, weil durch die begrenzte Fläche nicht genügend angebaut werden kann, um die Nachfrage zu bedienen.

Denn im Gegensatz zum „Guerilla Gardening“, bei dem die Bebauung wilder Flächen als Mittel des politischen Protests gegen die Alleinherrschaft des städtischen Gartenbaubetriebs eingesetzt wird, findet keine heimliche Aussaat von Pflanzen statt.

Für die „Essbaren Städte“, ebenso für die „Urban Gardening“ genannte kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsgebieten, werden offizielle Genehmigungen benötigt.

Denn ohne Zustimmung des Grundstückseigentümers oder Pächters wäre die Bepflanzung eine Straftat und könnte als Sachbeschädigung verfolgt werden.

 

 

https://www.incredibleedible.org.uk/

http://www.urban-gardening.eu/

https://www.kreavert.eu/index.php/de/

http://www.speiseraeume.de/

 

 

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