Platz gespart: Bis auf die schmalen Schienen an den Außenkanten der Plattform sind keine Durchgänge oder -fahrten notwendig.

Der niederländische Vermehrungsspezialist van Alphen Erdbeerpflanzen setzt auf neuartige Technik

Mit 7 km/h gleitet die zwölf Meter breite, überdachte Plattform leise über die Elsanta-Erdbeerpflanzen dahin.

Die an ihrer Breitseite angebrachten Schneidwerkzeuge, Spritzdüsen und Rollgestänge haben allerdings Pause:

Heute ist Schautag bei Frank van Alphen im niederländischen Galder, und jeder der zahlreichen Gäste möchte zumindest einmal auf der neu entwickelten Maschine mitfahren.

Mehr als dreihundert Meter weit geht die Fahrt allerdings nicht: Dann endet das Feld, und damit enden auch die Schienen, auf denen die Plattform rollt.

Das ungewöhnliche Fahrzeug, das von Ferne betrachtet eher einem Partyzelt ähnelt, bremst und macht sich auf den Rückweg.

Drei Hektar seiner Felder hatte Frank van Alphen im März auf über 300 Metern Länge planiert und für die neuartige Technik vorbereitet. Die Erdbeerpflanzen, die seit Juli dicht an dicht darauf wachsen, wurzeln in Trays. Diese ruhen auf Aluprofilen, die einen halben Meter über dem Erdboden fixiert  sind.

Lecker: Alle Besucher werden mit frischen Erdbeeren empfangen.

Von weit her: Sogar eine Besuchergruppe aus Asien nimmt die neue Plattform interessiert unter die Lupe.

 

 

 

 

 

 

 

Pflanzenpflege leicht gemacht

Unterbau: Hier ist die Schiene (links) und die Aluprofile, auf denen die Traypflanzen stecken, gut zu erkennen. Im Hintergrund die Plattform.

Betreten kann man die neu gestalteten Felder nicht mehr: Alle anfallenden Arbeiten werden mit Hilfe der Spezialplattform ausgeführt.
Triebe kappen?

Erledigen die eingebauten Messer automatisch, Absaugen des Verschnitts inklusive.

Vlies ausbreiten oder einholen?

Mit der großen Vlieshaspel ein Kinderspiel.

Statt vieler fleißiger Hände, wie früher, ist dabei nur ein Maschinenführer vonnöten. Das Pflanzen ist dagegen Handarbeit geblieben: Es wurde im Juli bäuchlings von der Plattform aus verrichtet.

Für solche Gelegenheiten kann deren Tempo auf bis zu 30 Meter pro Stunde gedrosselt werden. Wenn die Pflanzen Mitte November ins Kühlhaus wandern, können die Arbeiter die Trays aber bequem wegtragen: Der Wagen schiebt sie dann zum Feldrand.

Weniger Platzbedarf, weniger Dünge- und Nährmittelverbrauch je Pflanze

Bisher konnte der Vermehrungsbetrieb 400.000 Traypflanzen pro Hektar ziehen. Da mit der neuen Technik alle Fahr- und Fußwege zwischen den Pflanzen entfallen, passen nun 700.000 Pflanzen auf den Hektar.

Der Dünge- und Nährmittelverbrauch je Pflanze ist damit fast halbiert: Er wird nach Fläche berechnet und ausgebracht.

 Frostproblem gelöst

Zum Schieben: Mit dieser „Harke“ lassen sich auf 12 Metern Arbeitsbreite Trays verschieben, zum Beispiel zum Feldrand vor der Winterruhe.

Wenn nasskalter Wind unter die kniehoch aufgehängten Aluminiumprofile greift, hemmt dies das Wurzelwachstum der kälteempfindlichen Erdbeerpflanzen und kann sogar frühzeitige Winterruhe auslösen.

Frank van Alphen hat für dieses Problem eine pragmatische Lösung gefunden: Rings um die Felder können nun stabile, an der Unterkante beschwerte Kunststoffplanen herauf- und herabgelassen werden.

Je nach Witterung, auf Knopfdruck. Die Seitenplanen halten nicht nur die kalten Winde, die oft über das niederländischen Flachland fegen, von der Trayunterseite ab:

Einmal heruntergelassen, bewirken sie sogar leichte Gewächshauseffekte, die das Wurzelwachstum positiv stimulieren.

 

 

 

 

 

Ausblick

Nach den durchweg guten Erfahrungen in der ersten Saison denken die van Alphens über eine Ausweitung dieser innovativen Anbaumethode nach.

15 weitere Hektar sind bereits seit März eingeebnet. Als nächster Schritt ist die  Umrüstung von zwei weiteren Hektar geplant. Bis fünf Hektar sind nämlich mit einer Maschine zu schaffen.

Auch die Umrüstung weiterer Flächen, die die Anschaffung weiterer Maschinen nach sich ziehen würde, schließt das Unternehmen längerfristig nicht aus. „Mit dieser Methode kann van Alphen der steigenden Nachfrage nach Traypflanzen besser begegnen“, erklärt Sjoerd van Gestel. „Unser Ziel sind gute, gesunde, starke Pflanzen – und dieses System ist gut dafür.“

Trotz der erheblichen Aufwendungen für Maschine und Zubehör – bisher hat das Unternehmen beispielsweise 13,3 Kilometer Aluprofile verbaut – lohnt sich die Investition bereits mittelfristig, ist man sich bei van Alphen sicher: „In sechs, sieben Jahren können wir damit Geld verdienen,“ erklärt van Gestel und lässt seinen Blick zufrieden über die Plattform schweifen.

Praktisch: Die Messer (unten halblinks) kappen die Triebe, die dank der darüber angebrachten Absauganlage (blau) in einem Behälter auf der Arbeitsplattform landen. Rechts oben im Bild die leere Vlieshaspel.

Geräumig: Die Arbeitsplattform von innen. Die blauen Polster rechts unten dienen den Arbeitern beim Pflanzen als Unterlage. Für die meisten anderen Arbeiten ist keine Handarbeit mehr notwendig.

 

Verwandte Beiträge


Generic filters
Filter by Custom Post Type

Search
Generic filters
Filter by Custom Post Type
Search
Filter nach Inhaltsart
Generic filters

Immer frische News -
mit unserem Newsletter

Hier in unseren Newsletter eintragen und immer aktuelle News vom ErdbeerSpargel Portal erhalten.

Sie haben sich erfolgreich eingetragen - ein Bestätigungsmail geht Ihnen zu.