Seit Juni 2017 ist die neue Düngeverordnung für einen wirksameren Grundwasserschutz in Kraft.

Doch nun bemängelt die EU-Kommission diese Vorgaben, besonders wegen des zu hohen zulässigen N-Überhangs von künftig 50 kg N/ha im Nährstoffvergleich. Dieser ist nicht mit der EU-Nitratrichtlinie vereinbar.

Auch die Länderermächtigung nach § 13 DüV wird als unzureichend kritisiert.

Noch in diesem Jahr ist mit einer Überarbeitung zu rechnen. Nach dem aktuellen Zeitplan soll die neue Düngeverordnung im Mai 2020 in Kraft treten.

Die verschärfte Verordnung würde besonders Veredelungsbetriebe in viehstarken Regionen, aber auch Gemüsebauern in Gegenden mit geringen Niederschlagsmengen oder sehr durchlässigen Böden treffen.

 

 

 

Geplante Änderungen

 

 

Zu den Änderungen gehören

 

– eine Verringerung der geltenden N-Sollwerte in Gebieten mit hoher Nitratbelastung (Gebiete mit roten Grundwasserkörpern) für die Düngebedarfsermittlung um 20 %

– eine schlagspezifische Stickstoffobergrenze von 170 kg pro Hektar und Jahr für organische Düngemittel (bislang ist diese Grenze betriebsbezogen)

– die Anrechnung einer um 10 % höheren verfügbaren N-Menge bei Anwendung emissionsarmer Ausbringverfahren

– die Einführung der Stoffstrombilanz bereits ab 2021 für alle Betriebe (bisher für 2023 geplant)

– der Wegfall des Nährstoffvergleichs mit den Kontrollwerten gemäß § 9 DüV bei zeitgleicher Einführung einer kompletten schlagspezifischen Dokumentation der tatsächlichen Düngung mit einer   

   Betriebssummenbildung

– die komplette Streichung des bisher erlaubten Überschusses an Nährstoffen für Veredelungsbetriebe

– ein verpflichtender Zwischenfruchtanbau vor Sommerkulturen mit einem Umbruch frühestens ab dem 16.01.

– ein Verbot der Herbstdüngung bei Wintergerste und Winterraps und zu Zwischenfrüchten ohne Futternutzung. Eine Herbstdüngung mit Gülle/Gärresten wäre dann nur noch zu Grünland/Ackerfutter (bis zum 15. 

  Oktober) sowie Zwischenfrüchten mit Futternutzung (bis Ende September) möglich

 

 

 

Auswirkungen auf den Erdbeeranbau

 

 

Nur wenn dem Betriebsinhaber vor dem Aufbringen ihre Gehalte an Gesamtstickstoff, verfügbarem Stickstoff oder Ammoniumstickstoff und Gesamtphosphat bekannt sind, dürfen Düngemittel sowie Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate oder Pflanzenhilfsmittel eingesetzt werden.

Vor einer Düngung von mehr als 30 kg Phosphat je ha/Jahr ist bei jedem Erdbeerschlag ab 1,0 ha die im Boden verfügbare Phosphatmenge zu ermitteln.

Mindestens alle sechs Jahre muss eine Bodenuntersuchung erfolgen.

Außerdem werden die ermittelten Phosphatgehalte strenger bewertet.

Auf Schlägen, bei denen der ermittelte Gehalt nach der CAL-Methode 20 mg P2O5/100 g Boden überschreitet, dürfen P-haltige Düngemittel nur noch im Umfang der voraussichtlichen Abfuhr ausgebracht werden.

Die voraussichtliche Phosphatabfuhr kann dabei für einen Zeitraum von höchstens drei Jahren zu Grunde gelegt werden.

Als maximaler N-Bedarfswert für Erdbeeren sind 60 kg N/ha zur Herbstpflanzung, 60 kg N/ha im Frühjahr festgeschrieben.

Soll bei Erdbeeren eine „wesentliche Nährstoffmenge“ (mehr als 50 kg Gesamt-N oder 30 kg P2O5 je Hektar und Jahr) aufgebracht werden, ist der Düngebedarf unter Berücksichtigung der im Boden verfügbaren Nährstoffmengen festzustellen und zu dokumentieren.

Der Düngebedarf ist allerdings nicht nur vor dem Aufbringen wesentlicher Nährstoffmengen festzustellen, es müssen auch Verfahren und Ergebnis der Bedarfsermittlung aufgezeichnet werden.

Maßgebend beim Stickstoff ist dabei der im Boden verfügbare Gehalt zum Düngezeitpunkt.

Zur Feststellung der im Boden verfügbaren Gehalte gilt die Bodenschicht 0 bis 30 cm.

Ebenfalls vom Bedarfswert abzuziehen ist die Nachlieferung aus vorangegangener organischer Düngung oder von Zwischenfrüchten.

Die so ermittelte Düngemenge gilt als standortbezogene Obergrenze und darf nicht überschritten werden.

Nur wenn Folien zur Ernteverfrühung aufgelegt werden, ist ein Zuschlag von 20 kg N/ha möglich.

Sind einzelne Erdbeerschläge kleiner als 0,5 ha, können sie zur Bedarfsermittlung bis zu einer Gesamtfläche von 2,0 ha zusammengefasst werden.

Wie im Ackerbau gibt es auch bei der Erdbeerdüngung Sperrfristen. Mit Mineraldünger oder durch Material mit einem wesentlichen Stickstoffgehalt dürfen bis spätestens 1. Dezember maximal 60 kg Gesamt-N oder 30 kg Ammonium-N pro Hektar ausgebracht werden.

Eine erneute Stickstoffgabe kann erst wieder nach dem 31. Januar erfolgen.

Düngemittel außer Wirtschaftsdünger dürfen nur angewendet werden, wenn sie einem durch die Düngemittelverordnung zugelassenen Typ entsprechen oder durch EU-Recht zugelassen sind.

Ebenso wie auf Grünland und im Gemüsebau dürfen auch auf Erdbeeren keine kieselgurhaltigen Produkte ausgebracht werden. Wer diese auf sonstigen landwirtschaftlichen Flächen aufbringt, hat sie sofort einzuarbeiten.

Grundsätzlich müssen Geräte zum Aufbringen von Düngemitteln den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen.

 

 

Ausnahmen von der Nährstoffvergleichspflicht

 

 

Nicht erforderlich ist der Nährstoffvergleich für:

– Betriebe, die auf keinem Schlag mehr als 50 kg Gesamt-N/ha oder 30 kg P205/ha und Jahr aufbringen (einschließlich organischer Düngung)

– Baumschul-, Rebschul-, Strauchbeeren- und Baumobstflächen, nicht im Ertrag stehende Wein- und Obstbauflächen sowie Flächen, auf denen nur Zierpflanzen, Weihnachtsbäume oder Energiegehölze wachsen

– Betriebe, die höchstens bis zu 2,0 ha Weinreben, Erdbeeren, Gemüse oder Hopfen anbauen

– Geschlossene oder bodenunabhängige Kultursysteme sowie Flächen in Gewächshäusern oder unter stationären Folientunneln mit gesteuerter Wasserzufuhr sind keine landwirtschaftlich genutzten Flächen im Sinne der Düngeverordnung. Daher sind sie von den entsprechenden Vorgaben ausgenommen.

 

Für Erdbeeren, die nur zur Verfrühung mit Folie abgedeckt sind oder in Wandertunneln kultiviert werden, gibt es keine Befreiung.

 

 

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