Experten für Pflanzenanalytik: Dr. Maria João Pimenta Lange und Professor Theo Lange vom Institut für Pflanzenbiologie der TU Braunschweig. Foto: Stephan Nachtigall

Experten für Pflanzenanalytik: Dr. Maria João Pimenta Lange und Professor Theo Lange vom Institut für Pflanzenbiologie der TU Braunschweig. Foto: Stephan Nachtigall

 

Ertragreiche Sorten könnten demnächst einfacher vermehrbar sein.

Ein mutiertes Gen entscheidet darüber, ob Erdbeerpflanzen Triebe ausbilden oder mehr Blüten und damit Früchte tragen.
Bei der Entdeckung, die die Erdbeerzucht künftig vereinfachen könnte, verhalfen die Pflanzenhormonspezialisten Dr. Maria João Pimenta Lange und Professor Theo Lange vom Institut für Pflanzenbiologie der TU Braunschweig einem Forschungsteam der Universität Bordeaux zum Durchbruch.

Die Braunschweiger Forschungsgruppe identifizierte die Funktion des Gens „FaGA20ox4“, das für die Ausbildung von Ausläufern verantwortlich ist.
Mutiert es, reduziert es in Pflanzen die Produktion von Gibberellin, einem pflanzlichen Wachstumshormon.
„Dass lediglich ein einziges Gen das Wechselspiel zwischen Ausläufern und Fruchtbildung der Erdbeerpflanzen reguliert, hat uns sehr überrascht“, sagt Prof. Theo Lange.

Auf französischer Seite hatte die Gruppe um Dr. Béatrice Denoyes zuvor fünfundzwanzig verschiedene Erdbeersorten im Hinblick auf ihr Wachstumsverhalten untersucht, um das Phänomen der Ausläufer bzw. Fruchtbildung besser zu verstehen.

„Unsere französischen Kollegen konnten das Phänomen mit Hilfe klassischer Genkartierung und Kartierung durch Sequenzierung auf eine hormonelle Ursache eingrenzen und baten uns um Unterstützung“, beschreibt Dr. Pimenta Lange die Zusammenarbeit.

Die Braunschweiger Forschungsgruppe ist spezialisiert auf die Analyse von pflanzlichen Wachstumshormonen und identifizierte die Funktion des entscheidenden Gens aus über 23.000 Genen.

Der Nachweis des entscheidenden Gens stellt nicht nur einen bedeutenden Forschungserfolg dar, sondern ermöglicht vor allem auch Veränderungen in der Zucht von Erdbeerpflanzen:

Künftig könnten gut tragende Sorten ohne Ausläufer mit dem pflanzeneigenen Hormon Gibberellin, das bereits in der Landwirtschaft und im Obstbau eingesetzt wird, behandelt werden. Nach der Behandlung bilden sie Ausläufer aus. Eine einfachere Vermehrung der ertragreichen Sorten ist somit möglich.

Quelle: TU Braunschweig

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