Eden-ISS-Gewächshaus. Bild: DLR, CC-BY 3.0

EDEN-ISS-Gewächshaus. Bild: DLR, CC-BY 3.0

Ein Ingenieur für Raumfahrstationen als Anbauer für Gemüse und Früchte – der Allrounder Paul Zabel, eigentlich Ingenieur beim DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt), ist aktuell am Südpol, um frisches Gemüse unter den denkbar ungünstigsten Gegebenheiten zu kultiviere. Bei bis zu -30°Celsius und ohne Sonnenstrahlen in der ein paar Monate andauernden polaren Nacht.

Für das EDEN ISS Projekt ist der 30jährige seit Dezember 2017 in der Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) am Südpol. Demnächst kultiviert er dort Salat, Gurken, Kräuter und sogar Erdbeeren. Natürlich im eigens dafür konstruierten Gewächshaus.

Mit Aeroponik, einem System aus künstlichem Licht (LED), mit effektiven Nährstofflösungen – und ohne Erde.

Die nackten Wurzeln der Pflanzen werden alle zehn Minuten mit der Nährstofflösung besprüht. Wasser verlässt das eigens konstruierte Gewächshaussystem lediglich in der geernteten Frucht.

Alles andere werde recycelt und der Pflanze erneut zugeführt, beschreibt Zabel. Den von den Pflanzen benötigten Kohlenstoffdioxid-Gehalt führt man über CO2-Flaschen der Gewächshausluft bei.

EDEN-ISS-Gewächshaus. Bild: DLR, CC-BY 3.0

EDEN-ISS-Gewächshaus. Bild: DLR, CC-BY 3.0

Im Testlauf ernteten die Wissenschaftler bereits 40 kg Frischgemüse aus dem zirka 12 Meter langen Gewächshaus.

Subjektiv betrachtet bringt das Experiment der zehnköpfigen Mannschaft während ihrer Überwinterung in der Antarktisstation also nebenbei noch Abwechslung auf den Speiseplan.

Zabel selbst sei schon sehr gespannt auf die Erdbeeren, schreibt er. Ob diese auch geschmacklich und in Form und Farbe an die herkömmlich kultivierten Erdbeeren herankommen, wurde noch nicht verraten.

Ziel des Experiments ist aber: Möglichst genau die Bedingungen in einer isolierten Weltraumstation nachgestalten.

Paul Zabel beim Lehrgang Gemüseanbau. Bild: DLR, CC-BY 3.0

Paul Zabel beim Lehrgang Gemüseanbau. Bild: DLR, CC-BY 3.0

Die Vorbereitungszeit für Paul Zabel dauerte über ein Jahr.

Neben zahlreichen Weiterbildungskursen in Brandschutz und Überwinterungstechnik standen auch Lehrgänge beispielsweise zu Gemüseanbau und -ernte auf dem Programm.

Wiegen, Messen, Pflanzen, Ernten, Stutzen und Schneiden hieß es dort.

Mit Pflanzenkunde habe er vorher noch nie viel zu tun gehabt, beschreibt der Ingenieur seine landwirtschaftlichen Kenntnisse in seinem Blog zum Projekt.

Umso wichtiger sei, dass der Anbau am Südpol einwandfrei funktioniere. Dafür müsse er insbesondere Pilzkrankheiten rechtzeitig erkennen und behandeln können.

Was das Projekt für die Nahrungsmittelproduktion in klimatisch ungünstigen Regionen bedeutet, wird sich während und nach der einjährigen Testphase zeigen.

 

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Mehr zum Theme auf den Seiten des DLR

Beitrag des DLR: Zum Gemüseanbau in die Antarktis
Beitrag des DLR: EDEN-ISS- Gewächshaus auf dem Weg in die Antarktis

 

 

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