Gewächshaus (Beispielbild)                                                                                                                                                                                          Foto: Heike Sommerkamp

 

 

 

In einem High-Tech-Gewächshaus in Sachsen-Anhalt sollten jährlich 180 Tonnen Erdbeeren reifen und auch außerhalb der Saison geerntet werden.

Helmut Rehhahn und Jorg van der Wilt hatten gemeinsam das zur Joris-Gruppe gehörende Projekt auf einer 6,5 Hektar großen Anlage in Osterweddingen bei Magdeburg an den Start gebracht, auf der neben Erdbeeren auch Gurken und Tomaten gezüchtet werden.

Eine Verdopplung der Produktionsfläche durch den Bau eines zweiten Gewächshauses für Obst und Gemüse war geplant, die Gesamtinvestitionssumme sollte sich auf 13 Millionen Euro belaufen.

 

Insolvenz beantragt

 

Nun haben drei Gesellschaften der niederländischen Joris-Gruppe, die Joris Gemüsevertrieb BV & Co. KG, Joris Gewächshäuser GmbH & Co. KG und die Charlottes Garden UG & Co. KG., die jeweils getrennt für den Anbau sowie den Vertrieb zuständig waren, Insolvenz angemeldet.

Die Insolvenzverwaltung macht hohe Bau- und Energiekosten für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten verantwortlich, die zu Liquiditätsproblemen geführt hätten.

Der Geschäftsbetrieb ruht derzeit, der Erweiterungsbau liegt auf Eis. An Interessenten für eine Übernahme mangelt es nicht, erklären die vorläufigen Insolvenzverwalter der Kanzlei Schultze & Braun.

 

Das Projekt

 

Entstanden war das Erdbeerprojekt aus der Idee heraus, auch außerhalb der Saison regionale Früchte anbieten zu können, um auf Importware und lange Transportwege zu verzichten.

Projektentwickler Helmut Rehhahn, der von 1994 bis 1996 Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt war und der Holländer Jorg van der Wilt, der zuvor 20 Jahre lang Paprika in den Niederlanden anbaute, begannen gemeinsam mit einer Investorengruppe vor zwei Jahren mit dem Bau des High-Tech-Gewächshauses.

 

Die Idee

 

Die drei Komponenten Wärme, Kohlendioxid und Licht sollten den Ernteertrag des größten Erdbeerfeldes unter Glas garantieren.

Die benachbarte Glasfabrik F-Glass leitete dafür ihre Abwärme, die bei der Glaswannenkühlung entsteht, in die Fußbodenheizung des Gewächshauses weiter, sparte damit selbst Stromkosten und lieferte den Anbauern günstig eine ständige Wärmequelle.

Mit gereinigten Abgasen eines Blockheizkraftwerkes wurde das Kohlendioxid-Problem gelöst, durch ein Röhrensystem wurden die Pflanzen mit Wasser und CO2 versorgt.

 

Zweimal im Jahr können theoretisch in Osterweddingen Erdbeeren geerntet werden. Ab Mitte Oktober bis Ende November und von Februar bis März. Mit einem Ertrag von 12 bis 14 Kilogramm pro Quadratmeter erreichten die Betreiber in den ersten Ernten das Doppelte des Freilandertrags.

 

Ob es mit der High-Tech-Produktion der Erdbeeren weiter geht, hängt nun vom Ausgang des Insolvenzverfahrens ab.

 

 

https://www.mdr.de/nachrichten/wirtschaft/regional/erdbeeren-im-herbst-aus-sachsen-anhalt-100.html

https://www.presseportal.de/pm/120028/4053536

 

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