Hunderte Landwirte nehmen an den Protestfahrten durchs ganze Bundesgebiet teil.                                                            Bild: Polizei Stade

 

 

Grüne Kreuze säumen deutsche Äcker, beinahe jede Woche findet eine Protestfahrt statt.

Die Bewegung der Bauern gegen die verschärften Umweltauflagen und Düngeregeln ist in aller Munde und wird natürlich auch von der Presse begleitet.

 

Wir haben uns einmal die aktuelle Berichterstattung angesehen.

 

 

Fehlende Dialogbereitschaft

 

„Die Bauern stellen die falschen Forderungen” titelt die Süddeutsche Zeitung.

Der Protest sei zwar längst überfällig, aber die Forderungen der Bauern seien falsch.

Anstatt zu fordern, dass alles beim Alten bleibe, sollten sie lieber mehr Geld für umwelt- und klimafreundliches Wirtschaften fordern.

„Nicht sie selbst sehen sich in der Pflicht zu handeln und sich anzupassen, sondern vor allem Politik, Verbraucher und Handel. Nach echter Dialogbereitschaft sieht das nicht aus“, schreibt Silvia Liebrich in einem Kommentar.

Zudem sei die Organisation der Veranstaltung in Berlin durch die Gruppierung „Land schafft Verbindung“ inakzeptabel, Fakten würden ignoriert oder verharmlost.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bauern-demo-berlin-kommentar-1.4698331

 

 

 

Negative Kommentare

 

Auf Zeit online kommen die Bauern selbst zu Wort und können in Interviews schildern, weshalb sie protestieren.

Die Protestaktion wird mit Bildergalerien wertungsfrei dargestellt, dafür sind die Leserkommentare überwiegend negativ.

„Die Bauern fordern also lascheren Umweltschutz und weniger Auflagen. Monokultur und Düngen bringen weder Insekten um, noch steigt im Grundwasser dadurch der Nitratgehalt. Und die Erde ist eine Scheibe oder wie?“ schreibt Bernd Höcke und Leserin Kassandra 1 meint „Eigeninteresse vor Gemeinwohl; Profit vor Naturschutz; die weiteren Dinge, die mir dazu einfielen erspare ich mir, denn sie würden gelöscht werden!“

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-11/protest-agrarpolitik-bauernprotest-berlin

 

 

Politische Auswirkungen

 

Als „Anti-Fridays-for-Future-Bewegung“ bezeichnet die Frankfurter Allgemeine die Proteste.

Sie sieht in der Bewegung der Bauern auch eine veränderte politische Einstellung.

Viele Landwirte würden sich nicht mehr der CDU/CSU verbunden fühlen, sondern inzwischen AfD wählen.

„Zu viel Umweltschutz, zu wenig Verständnis für die Bauern: Deutschlands Landwirte protestieren gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Vor allem die CDU steht unter Druck“ heißt es im Artikel

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-energie-und-umwelt/berlin-bauernprotest-gegen-die-agrarpolitik-der-bundesregierung-16504834.html

 

 

Sympathie der Verbraucher

 

Auf Spiegel online wird der Rückhalt aus der Bevölkerung für die Proteste der Bauern angezweifelt.

„Die Bauern behaupten, sie würden von einer Welle der Sympathie in der Bevölkerung getragen. Aber das scheint fragwürdig“ heißt es im Artikel.

Die Verbraucher seien zwar für die Forderung, die Einfuhr von nicht den Menschenrechts- oder Naturschutzstandards entsprechenden Agrarprodukten zu reglementieren, aber stünden nicht hinter der Forderung gegen mehr Naturschutz.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bauern-demos-landwirte-protestieren-gegen-agrarprolitik-a-1296437.html

 

 

Bauern als Kapitalisten

 

In einem Kommentar der taz gibt es Respekt vor der Mobilisierungsenergie der Bauern.

Ihre Verzweiflung dürfe man ihnen glauben, allerdings seien Landwirte heute nicht mehr arme Bauern, sondern hochtechnisierte Unternehmer.

„Bauern sind auch nur Kapitalisten“, schreibt Wirtschaftsredakteurin Ulrike Herrmann. Für sie dürfe es keine Ausnahmen geben.

„Für jeden Chemiekonzern ist klar, dass man Abfälle nicht in den nächsten Fluss leiten darf. Für Landwirte kann es kein Sonderrecht geben, das Grundwasser zu verseuchen.“

https://taz.de/Proteste-von-Landwirten/!5640551/

 

 

Wertschätzung erweisen

 

Mehr Wertschätzung fordert die Westdeutsche Zeitung.

Hagen Strauß sieht den Unmut der Bauern als berechtigt an, da sie in der Zwickmühle zwischen Verbraucher- und Naturschutz und der Preispolitik des LEH festsitzen.

„Dass hinter dem umfassenden Einkaufsglück jede Menge Arbeit und meist ein geringes Familieneinkommen stecken, sehen offenkundig nur noch die Wenigsten“ schreibt Strauß.

https://www.wz.de/meinung/die-bauern-brauchen-mehr-wertschaetzung_aid-47450157

 

 

Respekt für Bauern

 

Mehr Respekt für Bauern fordert auch ein Kommentar in der Welt. Er sieht den Aufmarsch als Hilferuf.

„Die Kritik an den Bauern ist inzwischen maßlos – und schadet der sachlichen Lösung von Problemen“, schreibt Korrespondent Michael Gassmann.

Die Existenzängste, neue Regeln, mehr Demokratie und Respektlosigkeit sorgten für einen „explosiven Stimmungsmix“, den man nun sachlich angehen müsse.

Mehr Wertschätzung für Bauern bedeute nämlich keinesfalls eine Verweigerung gegenüber mehr Umweltschutz.

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article203837748/Protest-in-Berlin-Mehr-Respekt-fuer-die-Bauern-bitte-Sie-haben-ihn-verdient.html

 

 

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