Die Pflanzenbuggys fahren autonom und solarbetrieben über die Felder und sammeln Daten. Bild: Mineral

 

 

Fahrerlose Autos, Drohnen, die einem Amazon-Pakete bis zur Haustür liefern oder die Nachbildung eines Menschlichen Gehirns aus Computern gehören zu den Projekten der Denkfabrik X.

Dass deren Tüftler inzwischen auch auf landwirtschaftliche Felder schielen und einzelne Pflanzen beobachten überrascht zunächst.

Doch die Digitalisierung in der Landwirtschaft schreitet voran – und das nicht unbemerkt von den großen Unternehmen.

Denn die Handhabung von GPS-Daten, Sensoren und Tabellenkalkulationen ist vielen Anbauern zu mühsam und zu komplex und lässt sich nur umständlich in den Arbeitsalltag integrieren.

Das Projekt Mineral der Moonshot-Fabrik X aus dem Google-Umfeld hat deshalb einen Pflanzenbuggy entwickelt, der die verschiedenen Informationsquellen mit einem Roboter und zugehöriger Software kombiniert.

Der bisher nur als Prototyp vorliegende Roboter untersucht und klassifiziert autonom einzelne Pflanzen und den Zustand des Feldes und soll den Anbauern exakte Daten liefern.

 

 

 

Die Idee

 

Ziel von Mineral ist es, ein vollständiges Bild eines Feldes zu erzeugen.

Denn wenn Erzeuger verstehen könnten, wie jede einzelne Pflanze auf ihrer Farm wächst und mit ihrer Umwelt interagiert, können sie den Einsatz von Düngemitteln, Chemikalien und wertvollen Ressourcen wie Wasser reduzieren.

So könnten an den Standort angepasste Anbautechniken entwickelt, der exakte Zeitpunkt für Zwischenkulturen ermittelt, die Bodenfruchtbarkeit wiederhergestellt und die Produktivität gesteigert werden.

Auch können sich mit Hilfe der Technik Sorten finden lassen, die widerstandsfähiger und produktiver sind.

„In den letzten Jahren hat mein Team Tools entwickelt, die den Erzeugern Einblicke in die Entwicklungen auf ihren Feldern bis hin zur Ebene der einzelnen Pflanzen bieten. Wir haben die Kamera- und Sensortechnologie für unsere Prototypen von Pflanzenbuggys weiterentwickelt, damit wir jetzt Aufgaben erledigen können, die für den Menschen nahezu unmöglich wären – wie das Zählen der einzelnen Knospen an jedem Himbeerstock oder das genaue Schätzen der Anzahl der Sojabohnen in einem Feld“, sagt Projektleiter Elliott Grant.

 

 

So funktioniert es

 

Die ersten Prototypen wurden auch auf Erdbeerfeldern getestet. Bild: Mineral

 

Der emissionsarme, elektrisch betriebene Buggy ist mit Sonnenkollektoren ausgestattet.

Der Buggy ist in verschiedenen Formen und Größen erhältlich, sodass er sich an Felder mit verschiedenen Kulturen anpassen kann.

Die eingebaute GPS-Software identifiziert den genauen Standort von Pflanzen auf dem Feld.

Kameras und Werkzeuge zur Wahrnehmung im Buggy können Probleme vor Ort identifizieren und Pflanzenmerkmale analysieren.

 

 

 

Durch die Kombination von Felddaten wie Pflanzenhöhe, Blattfläche und Fruchtgröße mit Umweltfaktoren wie Bodengesundheit und Wetter können die Softwaretools von Mineral den Anbauern helfen, zu verstehen und vorherzusagen, wie verschiedene Pflanzensorten auf ihre Umgebung reagieren.

Durch die Kartierung und Abbildung von Pflanzen auf dem Feld können die Anbauer einzelne Pflanzen anstelle ganzer Felder bei Problemen behandeln, wodurch sowohl Kosten als auch die Umweltbelastung gesenkt werden.

Durch die genaue Beobachtung der Pflanzen im Wachstum können die Anbauer zudem die Größe und den Ertrag ihrer Ernte vorhersagen und bessere Ertragsprognosen erstellen.

Der Buggy befindet sich momentan noch im Prototyp-Stadium. Er ist derzeit noch kein Produkt, sondern eine Lernplattform und wird gemeinsam mit Anbauern weiterentwickelt.

Wann es zu einer Markteinführung kommen kann, ist deshalb noch unklar.

 

 

 

Wer steckt dahinter?

 

X ist die Moonshot-Fabrik von Alphabet.

Der Begriff „Moonshot“ ist an die Vision von John F. Kennedy angelehnt, der 1961 verkündete innerhalb von zehn Jahren einen Menschen zum Mond schicken zu wollen. Mit Neil Armstrong gelang dies 1969.

„Moonshots“ sind vergleichbar große, neue Projekte, die das Leben revolutionieren sollen.

Die Google-Dachgesellschaft Alphabet will in ihrer Fabrik Technologien erfinden, die die Welt radikal verbessern und auf diesem Weg erfolgreiche Unternehmen schaffen sollen.

Zu den bekanntesten „Moonshots“ von X gehören unter anderem fahrerlose Waymo-Autos, Wing Delivery-Drohnen und Google Brain.

Zu den aktuellen Projekten von X gehören das Meeresgesundheitsprojekt Tidal, das Everyday Robot Project, und Taara, ein Projekt für drahtlose optische Kommunikation.

 

 

https://x.company/projects/mineral/

 

 

 

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