Seit gestern dürfen Saisonarbeiter aus Rumänien nicht mehr nach Deutschland einreisen.

Ohne Vorwarnung hat das Bundesministerium des Inneren (BMI) die letzte Einreisemöglichkeit, die Anreise der Arbeiter per Flugzeug, eingestellt.

Nach Polen zurückkehrende Berufspendler müssen wahrscheinlich ab dem 27. März 2020 in eine 14tägige Quarantäne. Dies dürfte dann auch viele Erntehelfer aus Polen davon abhalten, nach Deutschland zu kommen.

Bauern und Produzenten wollen dies nicht kampflos hinnehmen.

Sie wenden sich nun mit einer Petition direkt an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Innenminister Horst Seehofer. Unter dem Titel „Saisonarbeiter einreisen lassen für eine gesicherte Lebensmittelversorgung in Deutschland“ sammeln sie Unterschriften in Form einer Bürgerpetition.

Bisher haben mehr als 17.000 Menschen (Stand 07.04.2020, 11:00Uhr) unterschrieben.

 

Versorgung garantieren

 

Die Verfasser schildern in der Petition zunächst ihr Anliegen und die Entscheidung der Regierung, bis auf weiteres keine Saisonarbeitskräfte mehr aus Osteuropa nach Deutschland einreisen zu lassen.

„Wir Bauern sind auf diese Arbeitskräfte angewiesen, um eine Lebensmittelgrundversorgung gewährleisten zu können. Wenn diese ausfällt, können wir dieses und auch die nächsten Jahre keine Versorgung von Salaten, Kartoffeln, Spargel, Tomaten, Erdbeeren u.v.m. garantieren.“, heißt es in der Unterschriftenaktion.

Regionales Obst und Gemüse seien gerade in Krisenzeiten wichtig, um unabhängig von anderen Ländern zu sein, die eventuell auch ihre Grenzen für den Warentransport schließen könnten.

 

 

Unterbesetzung befürchtet

 

Auch die Situation der Saisonarbeitnehmer wird thematisiert.

Diese wurden teilweise über Jahre angelernt und eingearbeitet und sind auf den Lohn angewiesen.

Jetzt neue Helfer aus dem Inland anzuwerben und auszubilden braucht Zeit, die nicht da ist.

Auch wenn sich bereits mehr als 16.000 in Deutschland lebende Menschen zur Verfügung gestellt haben, ist die Differenz bis zu der benötigten Zahl von ca. 300.000 Erntehelfern noch gewaltig.

„Wir würden mindestens die doppelte Anzahl (also 600.000-800.000) an freiwilligen Helfern benötigen, damit dieselbe Leistung, wie von unseren angelernten Saisonarbeitnehmern, erbracht werden kann. In den vergangenen Jahren hat der Versuch mit deutschen Kräften meist zu Unterbesetzung geführt, weshalb fast jeder Bauer komplett auf Arbeiter/Helfer aus Osteuropa umgestiegen ist“, heißt es in der Erklärung.

Und der Spargel wartet schon auf den Feldern und auch die Erdbeeren sind bald bereit.

 

 

Ernte ist systemrelevant

 

„Die Ernte kann nicht ohne erhebliche Auswirkungen auf unser Land ausgesetzt werden oder verschoben werden, sie ist systemrelevant. Ein “Stopp” würde für viele Betriebe jetzt schon bedeuten, nächstes Jahr nicht mehr existieren zu können. BITTE helft uns Bauern und auch unseren treuen Saisonarbeitern, Unterschriften zu sammeln. Wir brauchen eure Unterstützung, damit wir uns dieses und auch noch viele weitere Jahre unabhängig von anderen Ländern ernähren können“, lautet der Aufruf der Unterschriftenaktion.

 

 

Importe in Gefahr

 

Vor allem angesichts der Situation in Italien und Spanien sei ein schnelles Handeln notwendig.

Denn gerade in den beiden Ländern, aus denen am meisten importiert wird, legt das Corona-Virus derzeit alles lahm und fordert viele Todesopfer.

Dort fehlen ebenfalls die Erntehelfer oder fallen krankheitsbedingt aus, so dass auf Dauer die Importe zurückgehen würden und Deutschland auf regionale Produkte angewiesen ist.

Wer unterschreiben möchte findet die Bürgerpetition unter
https://secure.avaaz.org/de/community_petitions/julia_kloeckner_saisonarbeiter_einreisen_lassen_fuer_eine_gesicherte_lebensmittelversorgung_in_deutschland_/?lMJFtpb

 

 

Verwandte Beiträge


Generic filters

Search
Generic filters
Search
Generic filters

Immer frische News -
mit unserem Newsletter

Hier in unseren Newsletter eintragen und immer aktuelle News vom ErdbeerSpargel Portal erhalten.

Sie haben sich erfolgreich eingetragen - ein Bestätigungsmail geht Ihnen zu.