Ohne Erntehelfer könnten die Körbe auf den Spargelfeldern leer bleiben.

 

Der Landwirtschaft werden durch die Corona-Krise geschätzt 300.000 Arbeitskräfte in diesem Jahr fehlen.

Viele Saisonarbeiter können aufgrund der Grenzschließungen nicht nach Deutschland reisen oder bleiben aus Angst vor einer Ansteckung oder vor der bei ihrer Rückkehr in die Heimat fälligen Quarantäne lieber zu Hause.

Doch der Spargel wartet schon auf den Feldern und auch die Erdbeerernte steht vor der Tür.

Zahlreiche Verbände und Vereinigungen gehen deshalb neue Wege bei der Erntehelfersuche.

Wir stellen die Interessantesten davon vor.

 

 

@ernteretter

 

Auf Facebook bietet der VSSE eine Plattform an. Bild: VSSE

 

Unter dem Schlagwort @ernteretter mobilisiert der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) auf Facebook Arbeitswillige.

 

Bereits mehr als 500 Abonnenten haben sich schon auf der Seite gefunden, die dort Hilfsangebote und Hilfsgesuche posten können.

 

 

 

 

https://www.facebook.com/ernteretter/

 

 

 

Das Land hilft /Bodensee Bauern

 

Über Facebook suchten die Bodensee Bauern am 17. März Erntehelfer – ein Hilferuf angesichts der ausbleibenden Saisonarbeiter aus Osteuropa.

Schon nach einem Tag wurden sie förmlich von Hilfsangeboten überrannt, der Beitrag wurde 18.000mal geteilt. Mehr als 100 Bewerbungen erreichten die Gruppe in den ersten 24 Stunden.

https://www.facebook.com/bodenseebauern/

 

Aus dem anfänglichen Facebook-Beitrag entsteht nun eine richtige Plattform.

Heute um 12 Uhr geht die neue Plattform an den Start. Bild: Das Land hilt

Heute Mittag um 12 Uhr soll die vom Maschinenring in Kooperation mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft betriebene Seite online gehen.

Die Plattform soll den Kontakt zwischen Landwirten und Bürgern herstellen, deren bisheriger Erwerb aufgrund der Corona-Krise weggefallen ist, um sie für Pflanz- und Erntearbeiten in der Landwirtschaft zu vermitteln.

Über eine regionale Suche finden Landwirte und Helfer zusammen.
Es werden keine Registrierungs- oder Vermittlungsgebühren erhoben.

Ziel ist eine schnelle, kostenlose sowie vor allem zuverlässige Hilfe und Vermittlung von Menschen, die Hilfe brauchen und die Hilfe bieten.

„Durch die umfangreichen Schließungen von Gastronomie- und Einzelhandelsbetrieben können viele Menschen gerade nicht arbeiten. Auch wenn alle Betriebe und die Politik bemüht sind, ist heute schon klar, dass viele Menschen in verschiedenen Beschäftigungsverhältnissen Probleme bekommen werden. Gleichzeitig fehlen in der Landwirtschaft tausende Arbeitskräfte, weil wichtige Saisonarbeiter aus der EU wahrscheinlich ausfallen werden. Wir müssen hier alle Kräfte bündeln und die Menschen zusammenbringen“, so der Präsident der Maschinenringe Leonhard Ost.

 

https://www.daslandhilft.de/

 

 

 

AgrarJobBörse

 

Das Portal www.agrarjobboerse.de der Landwirtschaftskammern hilft bei der Suche und der Vermittlung von Erntehelfern. Screenshot: Ehrecke/Landwirtschaftskammer Niedersachsen

 

Die AgrarJobBörse (AJB) ist eine Plattform, auf der Interessen von Arbeitnehmern, Auszubildenden, Praktikanten und potenziellen Arbeitgebern produktiv aufeinandertreffen.

Das Portal ist ein gemeinsames Projekt aller Landwirtschaftskammern in Deutschland und enthält Angebote und Gesuche aus ganz Deutschland.

Inzwischen gibt es dort auch eine neue Suche für Erntehelfer.

 

 

 

„Unser Portal AgrarJobBörse (AJB) kann Betriebe dabei unterstützen, Erntehelfer zu finden und bietet zugleich Arbeitswilligen die Gelegenheit, ihre Unterstützung in der Ernte anzubieten“, sagt Dr. Matthias Heyder, bei der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen Leiter des Fachbereichs Arbeitnehmerberatung, Weiterbildung.

Und Menschen auf Jobsuche könnten auf www.agrarjobboerse.de sehr einfach über ein Formular ein Stellengesuch eintragen, darunter natürlich nicht nur Erntehelfer, sondern auch Landwirte selbst.

„Auch geflüchtete Menschen suchen häufig eine sinnvolle Beschäftigung“, nennt Heyder ein weiteres Beispiel. „Arbeitgeber können versuchen, Kontakte über ihre Gemeindevertreter herzustellen, um kurze Wege zu haben.“ Hilfestellung geben können hier auch die Willkommenslotsinnen der LWK.

Für potenzielle Erntehelfer sei es wichtig, ihre Zuverdienstmöglichkeiten zu prüfen, ergänzt LWK-Arbeitnehmerexperte Heyder.

„Wenn sie Kurzarbeitergeld beziehen, kann die Agentur für Arbeit diesen Menschen in Kurzarbeit andere zumutbare Beschäftigungsangebote unterbreiten. Der Verdienst aus einem solchen Arbeitsverhältnis verringert die Höhe des Kurzarbeitergeldes entsprechend.“

 

www.agrarjobboerse.de

 

 

 

Grüne Hände

 

Zu mehr Kommunikation ruft die Aktion Grüne Hände auf. Bild: Bauer Willi

 

Bauer Willi hat die Aktion „Grüne Hände“ ins Leben gerufen.

Unter dem Motto „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“ gibt er Tipps für Anbauer und Verbraucher zum Umgang mit der Situation und ruft zu mehr Kommunikation zwischen beiden Gruppen auf.

 

 

 

 Selbsternte

Bei Erdbeeren rät er, die Felder zur Selbsternte zu öffnen.

Da dies bei Spargel nicht ohne vorherige Einarbeitung möglich ist, schlägt Bauer Willi vor, bestimmte Gruppen anzulernen.

„Da derzeit bundesweit alle Schulen und Universitäten geschlossen wurden, wäre das eine Arbeit, die z.B. von Lehrer*innen, Schülern oder Studenten übernommen werden könnte. Abrechnen kann man das auch mit Naturalien!“, schreibt Bauer Willi auf seiner Homepage.

 

 Lebensmittel selbst anbauen

Bauern können den Verbrauchern Flächen zum Anbau zur Verfügung stellen.

Dazu müssten sie den Acker saatfertig vorbereiten und den Kunden einige Kulturen vor pflanzen bzw. Saatgut zur Verfügung stellen.
„Wir Bauern bekommen dafür eine Pacht, zum Beispiel 0,50 € pro Quadratmeter/Jahr. Für 100 qm sind das 50 € und da wächst das Jahr über ganz schön viel Gemüse“, schlägt Willi vor.

 

httpsps://www.bauerwilli.com/lebensmittelversorgung-aktion-gruene-haende/?fbclid=IwAR2BD2iaxImdh7WbizQfnI1BlAflg8xBUX_G5ZIz99rNgahvtu_6GGSyGUY

 

 

Erntehelfer-Vermittlung

 

Per Rundmail bieten derzeit auch Cathi und Emilie aus Wuppertal und Münster ihre Hilfe an.

Die beiden wollen eine Erntehelfer-Vermittlung gründen.

Dort sollen Bauern ihre fehlenden Kapazitäten an Erntehelfern melden.

Die beiden wollen versuchen, so schnell wie möglich willige Arbeitskräfte zu finden, die sich eine „schöne Verdienstmöglichkeit außerhalb der engen Wohnung und mit viel Distanz zwischen den Mitarbeitern wünschen.“

Ob diese Vermittlung allerdings Provision kosten soll, verraten die beiden Damen bisher nicht, nur, dass sie
die Akquise vor allem über das Internet, bzw. den Social Media Bereich und lokale Aushänge laufen lassen wollen.
Derzeit fragen sie den Bedarf an Erntehelfern ab.

Wer mitmachen möchte, kann sich über bauersuchterntehelfer@gmail.com mit ihnen in Verbindung setzen.

 

 

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