Andreas Heidinger präsentiert eine runde Wabe.  Foto: Heike Sommerkamp

Andreas Heidinger präsentiert eine runde Wabe. Foto: Heike Sommerkamp

Andreas Heidinger ist gelernter Modellschreiner, Techniker und hält seit 2005 Bienen.
Auf der Fruchtwelt Bodensee referierte er zum Themenfeld Imkerei und Bestäubung.

Irgendwann ist ihm beim Imkern aufgefallen: „Bienen bauen total ungern in die Ecken“.
Dort sammelten sich nämlich Bakterien und Feuchtigkeit, die zu Schimmelbefall führen können.

Ein weiterer Grund: Bienen müssen für ihre Brut konstant eine Temperatur von 35°C halten, sonst drohen Entwicklungsverzögerungen und im schlimmsten Fall sogar Brutausfall.
Sie „heizen“ durch Muskelkraft, d.h. durch ständige Flugmuskelbewegung.
An heißen Tagen fächeln sie kühle Luft ins Nest.

In den eckige Bienenkästen nutzen Bienenvölker nur einen kugelförmigen Bereich zum Nestbau, hat Heidinger herausgefunden: So ist die Oberfläche des Nestbereichs im Verhältnis zu seinem Volumen am kleinsten und damit die Temperaturregelung mit dem geringsten Aufwand möglich.

Andreas Heidingers Bienenkugel.  Foto: Heike Sommerkamp

Andreas Heidingers Bienenkugel.   Foto: Heike Sommerkamp

Heidinger hat den Bienen dann einen kugelförmiges Gehäuse gebaut, angelehnt an die Baumhöhlen, die die wilden Bienenvölker besiedeln.
„Ich will das Beste für die Bienen, mal unabhängig davon, was es kostet“.

Der Praxistest ergab interessante Ergebnisse:

  • In der Kugel brauchte er nur sechs bis zehn Kilo Futter je Volk zuzugeben; im herkömmlichen Bienenkasten sind es 20 Kilogramm je Volk.
  • Der von in Bienenkugeln lebenden Völkern gewonnene Honig hatte ein bis zwei Prozent weniger Wasseranteil, war also von höherer Qualität.
  • Und: Statt der üblichen 2.000 bis 3.000 Drohnen je Volk lebten in „Kugelvölkern“ nur 300 bis 500 Drohnen. Heidinger vermutet, dass durch die ideale Bauform weniger Arbeit beim Heizen und Kühlen notwendig ist, so dass das Volk mit weniger Drohnen auskommt.

Heidinger ist vom Ergebnis überzeugt: Inzwischen bietet er seine Bienenkugeln auch zum Kauf an.

 

Bienen für die Landwirtschaft

Andreas Heidinger.   Foto: Heike Sommerkamp

Andreas Heidinger zeigt einen Bernstein mit eingeschlossener, urzeitlicher Biene. Foto: Heike Sommerkamp

Heidinger warb bei seinem Fachvortrag für mehr Bienen in der landwirtschaftlichen Bestäubung.
„Wir brauchen heute wieder die Bienen in der Landwirtschaft, das ist besser für beide Seiten“ – also für Landwirte und Imker, betonte er.

So könnten Blühstreifen sogar einen Mehrertrag je Hektar generieren – über den darauf gewonnen, wertvollen Honig.
Zumindest, wenn die Streifen den Bienen in geplanter Vielfalt immer neue Blüten bieten.

 

Blütenschutz per Biene

Schnelle Bestäubung diene auch dem Blütenschutz der Nutzpflanzen: Sie senke die Gefahr von Blütenfrost und Käferbefall.
Denn bestäubte Blüten schließen sich und sind dann weniger anfällig.

Seine Vision: Heute wird in der Landwirtschaft vieles an Lohnunternehmer ausgelagert.
Warum als Landwirt nicht ein paar Bienenvölker halten und einen benachbarten Imker bitten, sich zu kümmern, z.B. gegen Honigbehalt?

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