21 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten ohne Berufsabschluss oder nicht in dem Beruf, den sie erlernt haben.

Gerade im Gartenbau und der Landwirtschaft gibt es viele Quereinsteiger, die über viel Erfahrung verfügen, dieses Know-How aber nicht mit Dokumenten belegen können.

Das Projekt ValiKom bietet Fachkräften ohne Berufsabschluss nun die Chance, ihre Erfahrung anerkennen zu lassen.

 

 

 

Was ist ValiKom?

 

ValiKom ist ein bundesweites Projekt der Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern sowie der Landwirtschaftskammern.

An ValiKom beteiligen sind derzeit bundesweit 32 Wirtschaftskammern.

Weitere Projektpartner sind der Westdeutsche Handwerkskammertag und das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk.

Der Deutsche Handwerkskammertag und Deutsche Industrie- und Handelskammertag begleiten das Projekt und sind für die politische Steuerung und Kommunikation verantwortlich.

Weitere Unterstützung erhalten die Partner durch einen mit bildungspolitischen Akteuren besetzten Projektbeirat. Der Projektbeirat begleitet das Projekt, gibt Impulse für die Arbeit des Projektteams und diskutiert wesentliche Arbeitsergebnisse.

Es bietet ein Verfahren, beruflichen Kompetenzen sichtbar zu machen und sie anerkennen zu lassen.

Im Rahmen des Projekts »ValiKom« wurde ein Verfahren entwickelt und erprobt, mit dem berufsrelevante Kompetenzen, die außerhalb des formalen Bildungssystems erworben wurden, bewertet und zertifiziert (validiert) werden können.

Ziel ist es, für insgesamt 32 Berufe aus Industrie, Handel, Handwerk und Landwirtschaft Validierungsverfahren vorzubereiten und anzubieten.

Das Validierungsverfahren wird derzeit unter anderem von den Landwirtschaftskammern für die Ausbildungsberufe Gärtner/in (Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau) sowie von den Industrie- und Handelskammern für Kauffrau/mann im Einzelhandel, was für Betreiber von Hofläden und Direktvermarkter interessant sein könnte, angeboten.

 

 

 

Wie funktioniert die Zertifizierung?

 

Um berufliche Kompetenzen bescheinigen zu können, werden die Tätigkeiten mit denen eines passenden Ausbildungsberufes verglichen.

In einer praktischen Arbeitssituation zeigen die Teilnehmer den Kammer-Beratern und einem Berufsexperten ihr Können.

Hat sich ein Teilnehmer auf bestimmte Bereiche spezialisiert, ist eine „teilweise Gleichwertigkeit“ anzustreben. Die Auswahl der Tätigkeitsbereiche wählt der Teilnehmer selbst aus.

Kann der Berufsexperte in allen Bereichen feststellen, dass der Teilnehmer berufspraktisch auf dem Niveau eines Facharbeiters ist, kann er eine „volle Gleichwertigkeit“ anstreben.

Am Ende des Verfahrens wird durch eine Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer bzw. einer Landwirtschaftskammer ein Zertifikat ausgestellt, das bescheinigt, welche Tätigkeiten eines Berufes man kann.

Die Dauer eines Validierungsverfahrens ist sehr unterschiedlich: Es kann wenige Wochen bis mehrere Monate dauern.

 

 

 

Wer kann teilnehmen?

 

Sowohl Personen ohne Berufsabschluss als auch Personen mit Berufsabschluss, die aber in einem anderen Beruf tätig sind, können an einem Validierungsverfahren teilnehmen.

Um am Verfahren teilnehmen zu können, müssen die Personen mindestens 25 Jahre alt sein und einschlägige Berufserfahrung vorweisen.

Um eine volle Gleichwertigkeit zu erreichen, sollte die einschlägige Berufserfahrung für die Zulassung zur Validierung mindestens das 1,5-Fache der Regelausbildungszeit betragen.

Unter die Zielgruppe fallen auch Personen mit im Ausland erworbenen Berufserfahrungen, die keinen Anspruch auf eine Anerkennung ihres im Ausland erworbenen Berufsabschlusses gemäß Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz haben.

Das Verfahren wird in deutscher Sprache durchgeführt.

Um das Validierungsverfahren erfolgreich zu durchlaufen, benötigen die Teilnehmenden daher grundlegende Deutschkenntnisse und sollten mit den deutschen Fachbegriffen ihres Berufsfeldes vertraut sein.

Das Validierungsverfahren richtet sich an Personen,die unabhängig von ihrem derzeitigen Beschäftigungsstatus im In- und/oder Auslandberuflich relevante Kompetenzen erworben haben, diese aber nicht durch einen Berufsabschluss nachweisen können.

 

Voraussetzung für die Teilnahme:

  • Mindestalter: 25 Jahre
  • Einschlägige Berufserfahrung

 

 

 

Was kostet es?

 

Die Teilnahme am Validierungsverfahren ist bis zum Projektende im Oktober 2021 kostenfrei.

Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Kosten für Anreise, Übernachtung, Dienstausfall o.ä. müssen die Teilnehmenden allerdings selbst tragen.

 

Weiter Infos gibt es unter:

https://www.valikom.de
www.validierungsverfahren.de

 

 

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