Saalblick Langförden

Saalblick Langförden

Volles Haus auch beim Langfördener Erdbeersprechtag des OVR Jork am 23. Februar in Bühren.

Obwohl zwei Referenten krankheitsbedingt ausgefallen waren, bestritt das Beerenobstteam des Obstbauversuchsringes um Augustinus Moormann, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes des OVR und Felix Koschnick, Leiter der Versuchsstation Beerenobst Langförden, dort ein volles Vortragsprogramm.

Tilman Keller, Leiter der Beratermannschaft des OVR, stellte den Anwesenden ein neues Gesicht vor:

Hendrik Menke wird ab 1. April 2017 das Beerenobstteam verstärken.

Saisonrückblick

Albert Nordmann

Albert Nordmann

Den Saisonrückblick auf 2016 präsentierte Albert Nordmann:

  • Mit nur 657 mm Niederschlag war 2016 in der Region Langförden relativ trocken
  • Trotzdem in Freilanderdbeeren im Februar Überflutungsschäden – und später Ernteausfälle durch den nassen Juni
  • Wenig Witterungsprobleme in Frigo-Terminkulturen
  • Kreuzkraut zunehmend resistent gegen Lontrel
  • Probleme mit Xanthomonas und Colletotrichum in der Sorte Portolas
  • Geschützter Anbau nimmt zu, sowohl von Himbeeren als auch von Erdbeeren

 

Aktuelle Sortenprüfungen

Aktuelle Sortenprüfungen stellte sein Namensvetter Rolf Nordmann vor.

Das Langfördener Beerenobstteam hatte, jeweils in diversen Sorten,

  • Einmaltragende im Tunnel auf Hochstädter-Damm
  • Remontierer im Tunnel auf Hochstädter-Damm
  • Remontierer im Freiland auf Mini-Damm

kultiviert und überprüft hinsichtlich

  • Anteil marktfähiger Ware
  • Pflückbarkeit
  • Fruchtfarbe
  • Fruchtfestigkeit
  • Geschmack

R. Nordmanns Fazit:

  • Faith könnte Nachfolgerin der Florence werden.
  • Die Remontierer sind geschmacklich deutlich besser geworden.

Ein interessantes Ergebnis am Rande: Blindverkostung und Verkostung unter Nennung des Sortennamens führten zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Anonym mundete die Sorte Deluxe den Probanden am besten, bei Bekanntgabe der Sorte hatte Sonata die Nase vorn. In der Blindverkostung remontierender Erdbeeren schnitt Freilandware besser ab als Tunnelerdbeeren.

Aspekte des Erdbeeranbaus

Felix Koschnick

Felix Koschnick

Felix Koschnick beleuchtete zahlreiche Aspekte des Erdbeeranbaus:

In einem Versuch zur Mehltaubekämpfung in Darselect mit hohem Infektionsdruck schnitt zwar das PSM Tallius am besten ab.

Mit Fruchtkalk, also reinem Löschkalk Ca(OH)2, und einem neuen Versuchsmittel aus dem Bereich der Biologica zeigten aber auch zwei wirkstofffreie Substanzen einen Kontrolleffekt.

Auch in der Botrytisbekämpfung, so Koschnick, werden Biologische Mittel verstärkt in den Fokus der Versuche rücken:

Könnten Anwender rückstandsfreie Mittel in die Spritzfolge einbauen, würde damit die Wirksamkeit der vorhandenen Mittel erhalten und unterstützt, ohne der Resistenzbildung Vorschub zu leisten.

Felix Koschnick appellierte an die Anwesenden: „Vorhandene Botrytizide nicht häufiger einsetzen als empfohlen!“

 

Herbizide  – wie kann es weiter gehen?

Unter diesem Aspekt stellte Koschnick Versuchsergebnisse mit einem nicht rückstandsrelevanten Mittel mit dem Wirkstoff  Nonansäure, also Pelargonsäure vor.
Die Aufwandmengen waren erheblich, das Mittel teuer, die Wirkung je nach Einsatzbereich mäßig bis ganz ordentlich.

Koschnicks Fazit: „Das Mittel könnte helfen, aber die Anwendung muss noch weiter untersucht werden.“

Zur Kontrolle von Xanthomonas und pilzlichen Erregern kommt im Zierpflanzenbau das Desinfektionsmittel Florades zum Einsatz.

Auch Erdbeerpflanzen tolerieren das Tauchen mit Florades bis zu einer 0,5%igen Lösung, so das Ergebnis der Langfördener Untersuchungen.

Bei Verwendung einer 1%igen Lösung komme es aber bereits zu Wachstumsdepressionen, so Koschnick.

Er betonte, bislang handele es sich nur eine reine Verträglichkeitsprüfung, keineswegs eine Anwendungsempfehlung nach Wirksamkeitsprüfung.

Gemeinsam mit Albert Nordmann stellte Felix Koschnick Verfahren zur Tauchbehandlung gegen Weichhautmilben vor.

Optimale Ergebnisse lieferte hierbei der Einsatz von 1,25 l Vertimec und 0,4 l Break Thru je 1000 l H2O.

Werden die Frigopflanzen vor dem Einfrieren getaucht, dann erst nach 24 Stunden ins Kühlhaus kommen.

Geschieht das Tauchen erst vor dem Pflanzen, müssen die Frigos unbedingt vollständig aufgetaut sein. Mit einer Fotostrecke erläuterte Albert Nordmann, wie das in der Praxis geschehen kann.

„Für die Entsorgung der restlichen Tauchbrühe gibt es bis jetzt keine Lösung außer der kostenpflichtigen und rechtskonformen Entsorgung durch den Anbauer“, so Koschnick.

Weitere von Koschnick dargestellte Versuche und Versuchsergebnisse gibt es demnächst in Teill II unseres Berichts nachzulesen.

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