Schloss Güstrow

Schloss Güstrow

Volles Haus in der ehemaligen Viehhalle in Güstrow: Gastgeber Dr. Rolf Hornig von der LMS Agrarberatung GmbH begrüßte am 21. Februar zahlreiche Anbauer, aber auch Vertreter aus Wirtschaft, Forschung und Beratung.

In seinem Eingangsreferat wies Dr. Hornig besonders auf die vielfältigen Möglichkeiten hin, die die Digitalisierung dem Obstbau eröffne.

IT-Lösungen

Dieter Arndt - Farm Data

Dieter Arndt – Farm Data

IT-Lösungen für die optimale Ernteorganisation stellte Dieter Arndt von der FarmData GmbH vor.

Durch den Einsatz geeigneter Soft- und Hardware sei es möglich, große Datenmengen in kurzer Zeit zu verwalten und zu bearbeiten.

Arndt stellte eine zentrale Verwaltungseinheit vor, die bereits zahlreiche Funktionalitäten in Personalverwaltung, Lohnberechnung, Ernteorganisation etc. abdeckte.

Diese sei erweiterbar um diverse Module für Spezialanwendungen wie Vermarktung, Erntedatenerfassung oder Informationsservice für die Erntehelfer.

Neuerdings gebe es sogar ein GPS-Modul, das, beispielsweise an einer Spargelspinne angebracht, Daten darüber liefere, wann, wo und wie schnell mit dem Gerät gearbeitet wurde.

„Modularer Aufbau erlaubt die genaue Anpassung einer IT-Lösung an die jeweiligen Erfordernisse des einzelnen Betriebes“, so Arndt.

Auch bei der Apfelernte hat das digitale Zeitalter längst begonnen.

Jens Peter Ralf - Obstbauzentrum Jork

Jens Peter Ralf – Obstbauzentrum Jork

Jens-Peter Ralf vom Obstbauzentrum Jork stellte neben den klassischen Erntemethoden auch Hightech vom Feinsten vor.

Bereits für 3.000,- – 4.000,- € erhältlich: Halbautomatische Schleppersteuerungen, die mittels Ultraschallsensoren das Arbeitsgerät sauber die Reihe entlang fahren und dem Schlepperfahrer die Hände frei machen. Dieser kann in der gewonnenen Zeit andere Tätigkeiten ausführen, wie Äpfel pflücken oder Bäume schneiden.

Auch schon im Einsatz: Pflückhalbautomaten mit schonender Einzelablage der Äpfel in die Großkiste.

Noch Zukunftsmusik, aber innovative Firmen in Südtirol sind bereits am Ball: der GPS-gesteuerte, vollautomatische Großkistentransport durch die Apfelplantage.

Rankenkontrolle an Erdbeeren

Anika Lüders - LMS Agrarberatung

Anika Lüders – LMS Agrarberatung

Anika Lüders, LMS Agrarberatung GmbH, stellte Versuche zur Rankenkontrolle an Erdbeeren mit Regalis Plus vor, die 2016 auf dem Erdbeerhof Glantz in Hohen Wischendorf an der Sorte Malwina durchgeführt worden sind.

Das Mittel mit dem Wirkstoff Prohexadion-Calcium hemmt die Synthese wachstumsstimulierender Hormone in der Pflanze, sogenannter Gibberelline, und damit das vegetative Wachstum.

In der behandelten Malwina-Frigo-Parzelle waren

  • Anzahl und Länge der Ausläufer deutlich reduziert
  • Die Blattfärbung dunkler, der Gesamteindruck der Pflanzen vitaler
  • Der Wuchs kompakter
  • Die Anzahl der Rhizome erhöht

„Die Auswirkungen auf Erntemenge und Fruchtgröße werden 2017 bonitiert“, so Anika Lüders.

Das Mittel hat zurzeit für diese Indikation noch keine Zulassung. Diese wird jedoch noch für dieses Jahr erwartet.

Aber Achtung: Erdbeersorten reagieren verschieden auf Regalis.
So vergreisten Clery-Pflanzen regelrecht nach zweimaliger Applikation, berichtete Lüders. Deshalb sei zum jetzigen Zeitpunkt noch keine allgemeine Anwendungsempfehlung möglich.

Steuerung von Wachstum und Ertrag

Michael Clever - Obstbauzentrum Jork

Michael Clever – Obstbauzentrum Jork

Auch aus dem Apfelanbau gab es einen Vortrag zum Thema „Steuerung von Wachstum und Ertrag“.

Michael Clever vom Obstbauzentrum Jork referierte zur Fruchtausdünnung mit dem neuen Mittel Brevis.

Auch hier stand am Ende des Vortrags fest, dass noch weitere Erfahrungen mit dem Mittel gesammelt werden müssten.

Michael Clever riet den Anwesenden:

„Zum Einschätzen lernen immer eine unbehandelte Kontrolle stehen lassen!“

 Was war, was kommt?

 

Claudia Kröpelin - PSD Rostock

Claudia Kröpelin – PSD Rostock

Von ungewöhnlichen Schadereignissen im Jahr 2016 berichtete Claudia Kröpelin vom Pflanzenschutzdienst Rostock in ihrem Vortrag „Was war, was kommt?

Die Pfennigminiermotte, sonst eher unauffällig, habe sich 2016 aus unbekanntem Grund massenhaft vermehrt und erhebliche Schäden in einigen Bio-Apfelanlagen angerichtet.

Ein Sanddornsterben war an einigen Standorten zu beobachten, sogar bei einigen Wildvorkommen.

Pflanzen, denen zuvor nichts anzusehen war, starben zur Zeit der Fruchtreife mit multiplen Symptomen ab.

Kröpelin empfahl einige Maßnahmen, die den Pflanzen Stress ersparen und den Druck durch Pathogene reduzieren sollen.

Durch die Kirschessigfliege hat es in Mecklenburg-Vorpommern laut Kröpelin noch keine wirtschaftlichen Schäden gegeben.

Allerdings sei die Population 2016, wie auch schon im Jahr davor, deutlich angestiegen.

Sie appellierte daher an die Anwesenden, sowohl geeignete Maßnahmen zur Feldhygiene zu ergreifen. Auch der Einsatz von PSM und Einnetzungen zum Schutz gefährdeter Kulturen sei in Erwägung zu ziehen.

Kornelkirschen und Quitten

Dr. Frank Hippauf - Landesforschungsanstalt MV

Dr. Frank Hippauf – Landesforschungsanstalt MV

Zwei im norddeutschen Erwerbsanbau noch eher ungewöhnlichen Obstsorten waren Thema bei Dr. Frank Hippauf, Landesforschungsanstalt MV in Gülzow:

Er machte die Zuhörer mit Sorten und Kultur von Kornelkirschen und Quitten vertraut.

Die Ergebnisse, die er vorstellte, stammten zu großen Teilen noch aus der Arbeit seines Vorgängers Dr. Friedrich Höhne, der zum Jahresende 2016 in den Ruhestand getreten war und auf dem Landesobstbautag in Güstrow verabschiedet wurde.

Rolf Steinmüller, Urgestein des Mecklenburg-Vorpommerschen Obstbaus, würdigte Dr. Höhnes große Verdienste für den Forschungsstandort Gülzow in einer ambitionierten Laudatio, ebenso wie auch Joerg Hilbers, Leiter der Beratung der norddeutschen Kooperation Esteburg.

Dr. Friedrich Höhne, Joerg Hilbers

Dr. Friedrich Höhne, Joerg Hilbers

 

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