Die Spargelfliege (Plioreocepta poeciloptera) gehört zu den gefürchtetsten Schadinsekten in der Spargelproduktion.

Mit den Bekämpfungsmöglichkeiten der Spargelfliege im integrierten und ökologischen Anbau haben sich die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und des Julius-Kühn-Instituts (JKI) deshalb in einer dreijährigen Studie beschäftigt.

Finanziert wurde das Vorhaben vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).

Im Projekt sollten neue Ansätze und Strategien zur nachhaltigen Bekämpfung erarbeitet werden.

Zusätzliche Kenntnisse zur Biologie und Ökologie der Spargelfliege wurden gewonnen, alternative Bekämpfungsmaßnahmen getestet und die Bekämpfungsschwellen überprüft.

 

 

 

Ergebnisse der Studie

 

Zwischen 2017 und 2019 wurden in Niedersachsen Erhebungen zum Dispersionsverhalten von Spargelfliegen (Plioreocepta poeciloptera syn. Platyparea poeciloptera) in Praxisanlagen durchgeführt und durch Beobachtungen zum Schlupf ergänzt.

Heraus kam: Der Puppenschlupf wird maßgeblich durch die Temperatur beeinflusst und findet im Frühjahr ab 10 °C statt. Der Flugzeitraum erstreckt sich ab erster Aprildekade bis Mitte Juli, wobei der Hauptflug zwischen Mitte Mai und Mitte Juni liegt.

Auf 2/3 aller Flächen wurden durchschnittlich maximal 100 Fliegen pro Falle gefangen. Dabei lag die Befallshäufigkeit in Ertragsanlagen bei maximal 20%, ohne sichtbare Schädigung der Triebe.

Nur in drei Flächen wurden mehr als 50% Triebbefall beobachtet. In Junganlagen und Neupflanzungen wurden im Randbereich der Anlagen bereits im Sommer abgestorbene Triebe beobachtet. Danach wanderten die Fliegen weiter in die Anlage hinein.

Weiter wurde festgestellt: Spargelfliegen bevorzugen für die Eiablage ca. 40 cm hohe Triebe. Die Eier werden ca. 5 cm unterhalb der Triebspitze abgelegt. Bei einem hohen Befallsdruck werden auch größere Triebe akzeptiert. Die Verpuppung findet bis 10 cm unter der Erdoberfläche innerhalb des Triebes statt.

 

 

 

 

Erkenntnisse für die Praxis

 

Verschiebung des Stechendes kann Befall senken

Der Befall wird bestimmt durch die Fliegenanzahl, die nach dem Stechende auf der Fläche auftritt.

Durch eine Verschiebung des Stechendes nach hinten kann deshalb die Anzahl befallener Triebe gesenkt werden.

Der Schlupfbeginn im nächsten Jahr verschiebt sich dabei um jeden Tag, um den das Stechende nach hinten verschoben wird, zusätzlich um 0,75 Tage.

Schwarze Folien können zudem einen verfrühenden Einfluss auf den Schlupf haben.

 

 

Distanz zu Altanlagen kann Schäden verringern

Die Flugaktivität der Spargelfliegen ist höher als angenommen.

Ein aktiver Zuflug zwischen Anlagen konnte für eine Distanz von mindestens 300 m nachgewiesen werden.

Dabei orientieren sich die Tiere vor allem an der Präsenz der Wirtspflanze.

Durch dieses Verhalten werden die hohen Fangzahlen in Junganlagen und Neupflanzungen sowie in Grünspargelanlagen erklärbar, da diese Anlagen bereits aufwachsen, wenn die anderen Anlagen noch unter Folie liegen.

Gerade in Regionen mit hoher Spargelanlagendichte findet eine aktive Bewegung der Tiere zwischen den Anlagen statt.

Durch eine möglichst große Distanz zu Altanlagen (> 600m) lassen sich der Zuflug in Neuanlagen im ersten Jahr deutlich reduzieren und damit Schädigungen vermeiden.

 

 

Mulchen und Fräsen beeinflussen Schlupfrate

Der Massenfang durch Stableimfallen und die Ausbringung von Zwischensaaten zur Verwirrung konnten einen Befall nicht signifikant reduzieren.

Allerdings wurde mit einer mechanischen Bearbeitung durch Mulchen und Fräsen die Schlupfrate im nächsten Jahr signifikant negativ beeinflusst.

Der Einsatz von Insektiziden scheint hingegen die Befallshäufigkeit nicht deutlich zu beeinflussen. Deren wesentlicher Effekt scheint in der Reduktion der Befallsstärke zu liegen.

Die erarbeiteten Daten lassen darauf schließen, dass die Schad- und Bekämpfungsschwellen deutlich höher liegen, als es bisher angenommen wird.

 

 

Den gesamten Schlussbericht zum Thema „Bekämpfungsmöglichkeiten der Spargelfliege im integrierten und ökologischen Anbau“ gibt es zum Download unter
https://service.ble.de/ptdb/index2.php?detail_id=351301&site_key=142&stichw=spargelfliege&zeilenzahl_zaehler=2#newContent

 

Quelle: BÖLN

 

 

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