Friert es, oder friert es nicht? Nach den nächtlichen Kälteeinbrüchen der letzten Tage blicken Landwirte allabendlich besorgt auf ihre Wetter-Apps.
Auch wenn die genauen Ausmaße der Frostschäden noch nicht absehbar sind, zeichnen sich quer durch die Bundesrepublik schon jetzt Ernteminderungen ab:

Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauck (CDU) sprach dem SWR gegenüber von einem „Jahrhundertfrost“.

Die 2.700 Hektar Erdbeeren seien unterschiedlich hart getroffen. Etwa die Hälfte der Fläche weise Blütenschäden im Bereich von 20 Prozent bis 80 Prozent auf.

Hauck sprach auch finanzielle Hilfsmöglichkeiten auf Landes- und Bundesebene an.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes Joachim Rukwied dachte, ebenfalls gegenüber dem SWR, über eine Frostversicherung und steuerlichen Ausgleich für Frostschäden nach.

Wir haben heute quer durch Deutschland nachgefragt, wie es um die Erdbeeren steht.

Niedersachsen

Aus Nordwestniedersachsen berichtete uns ein Landwirt von zehn bis zwanzig Prozent Verlust in der Doppelabdeckung.

Sogar im Tunnel hatte er leichte Frostschäden in den Außenreihen. Unter der Strohverspätung sind ihm ganze Blütenstände verfroren.
Weil die nächsten beiden Nächte noch kalt werden sollen, muss das Vlies noch liegen bleiben.

Südharz

Auf sechs bis sieben Grad Minus sanken die Temperaturen im Südharz.

Ein Landwirt mit Normalkulturen und Vlies- / Folienverfrühung (VF-Verfrühung) berichtete, alle Blütenstände über zirka zehn Zentimeter seien komplett durch alle Entwicklungsstadien verfroren, von den Knospen über offene Blüten hin zu Fruchtansätzen.

Das bedeute einen Verlust von etwa 50 Prozent in der Normalkultur, in verfrühten Beständen sogar von rund 70 Prozent.
Ohnehin hatten sich die Pflanzen seit Wochen kaum weiterentwickelt, da es wochenlang sehr kühl gewesen war. Und es bleibt kalt: „Hier fliegt nicht mal mehr ´ne Hummel“.

Bodensee

„So was habe ich noch nie erlebt, dass man am 28. April das Schneeschild wieder an den Traktor bauen muss!“, ereiferte sich ein Landwirt vom Bodensee.

Hier sank das Thermometer auf minus drei bis minus vier Grad. „Wir haben in den Frostnächten alles mit Vlies abgedeckt, trotzdem sind bei den Erdbeeren über 50 Prozent kaputt.“
Auf Grund der feuchten Witterung befürchtet er, dass Botrytisbefall den verbliebenen Erdbeerbestand weiter schmälern wird.

Im Tunnel blieb der Landwirt vor Frostschäden verschont. Nach fünf Tagen Frostschutz mit Vlies ist allerdings erheblicher Bortrytisbefall zu sehen.
Tägliches Auf- und Zudecken war für ihn keine Option, wegen der dann zu erwartenden mechanischen Schäden.

In der VF-Verfrühung ist ihm fast die Hälfte der Blüten verfroren – trotz Frostschutzvlies.

Betriebe in der Bodenseeregion, die Strohverspätung nutzen, beklagen für unabgedeckte Erdbeerbestände sogar Totalausfall, berichtete er.
Freilandhimbeeren sollen Frostschäden bis ins Splintholz haben, auch bei Heidelbeeren sollen die Schäden erheblich sein.

 


 

Auch beim Auweiler Tunneltag am Mittwoch war der Frost ein wichtiges Thema:

 


 

Hier geht´s zu Teil II: Frostschäden – weitere Schlaglichter

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