Woher kommen in Zukunft die Arbeitskräfte für die Saisonernte?                                                                                                          Bild: Kerstin Panhorst

 

 

 

 

Mit Hinblick auf die kommende Saison ist vor allem ein Thema schon jetzt viel diskutiert: fehlende Arbeitskräfte.

Momentan werden wieder Verhandlungen über bilaterale Abkommen mit Nicht-EU-Ländern geführt und es scheint zumindest in Georgien und Bosnien-Herzegowina Bewegung in die Sache zu kommen.

 

 

Verfügbarkeit von Erntehelfern

 

Die Verfügbarkeit von Erntehelfern führte schon 2019 zu Problemen – die Produktion verrottete auf den Feldern, Betriebe gaben auf oder gingen ein hohes finanzielles Risiko ein, um als Alternative auf automatische Ernte umzusteigen.

In einer Umfrage hatte der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. (VSSE) im Juli 2019 gemeinsam mit dem Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände Erhebungen zu den aktuellen Entwicklungen der Branche durchgeführt.

Nach wie vor schätzen demnach die Spargel- und Erdbeeranbauer die Verfügbarkeit an Erntehelferinnen und Erntehelfern als schlecht ein.

Nur 1,8 % der Befragten gaben an, dass sich die Situation verbessert habe (2018: 0,9 %). 31,3 % gaben an, keine Veränderung zu erkennen (2018: 9 %). 47,3 % sagten aus, dass sich die Situation verschlechtert (2018: 40,7 %), und 19,6 %, dass sie sich deutlich verschlechtert habe (2018: 49,4 %).

Damit bestätigen sich die Aussagen von 2018, wobei sich die damals schon angespannte Situation nicht verbessert hat.

 

 

Bilaterale Abkommen mit Nicht-EU-Staaten lassen auf sich warten

 

In einem Vortrag bei den Unternehmertagen in Rövershagen thematisierte Simon Schumacher nun den aktuellen Stand der bilateralen Abkommen.

Das bilaterale Abkommen mit Serbien ist bereits gestorben, der Ausgang der Verhandlungen der Bundesagentur für Arbeit mit Albanien, der Ukraine, Montenegro und Moldawien steht noch in den Sternen.

Der Geschäftsführer des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) hatte aber auch gute Nachrichten: ein Vertragsabschluss mit Bosnien-Herzegowina könnte bereits im Jahr 2020 erfolgen.

Noch konkreter wird es beim Abkommen mit Georgien: Der Vertragsabschluss soll im Januar 2020 gelingen, im Mai soll dann ein Pilotprojekt mit 400 Personen starten, die dann über die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) vermittelt werden.

„Die Verfügbarkeit der Saisonarbeitskräfte nimmt ab. Gleichzeitig haben die Arbeitskräfte in der Ernte ihr gestecktes Lohnziel so schnell erreicht, dass sie vorzeitig abreisen können und somit immer häufiger die Ernte nicht vollständig eingeholt werden kann. Die Menschen aus Osteuropa finden zunehmend auch im Heimatland Arbeit oder finden ganzjährige Beschäftigung in Westeuropa“, sagt Simon Schumacher. „Für die handarbeitsintensive Obst- und Gemüseerzeugung ist es daher essenziell, Zugang zu Arbeitnehmern aus Drittstaaten zu erhalten. Noch können wir nicht absehen, ob der Brexit sich positiv auf die Verfügbarkeit auswirkt. Doch sofern die Produktionsmenge in Deutschland gleich bleibt, verändert sich der Arbeitskräftebedarf kaum, und somit ist es wichtig, weiter für Drittstaatsabkommen und die Weiterführung der Westbalkanregelung zu kämpfen“.

 

 

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